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Fußball
Falko König: Ein teueres Spiel

Falko König (rechts) im Spiel gegen Hansa Wittstock
Falko König (rechts) im Spiel gegen Hansa Wittstock © Foto: MZV
Stefan Zwahr / 21.11.2017, 14:18 Uhr - Aktualisiert 21.11.2017, 16:44
Hennigsdorf (MOZ) Es war ein Einstand nach Maß: Falko König, der mit zweijähriger Unterbrechung sein Leben lang für den FC 98 Hennigsdorf spielte, bestritt am Sonntag sein erstes Spiel für die Senioren. Im Topduell mit dem gastgebenden Tabellenführer SV Zehdenick erzielte er das "goldene Tor" des Tages. Stefan Zwahr sprach mit dem Routinier, der seit 2006 mit seiner Familie in Potsdam lebt und von 2008 bis 2010 für den SV Babelsberg 03II spielte.

Sie feierten am 30. Juni Ihren 35. Geburtstag und sind seither für die Alten Herren spielberechtigt. Wann kam den die Anfrage der Hennigsdorfer Senioren-Abteilung?

Das ging extrem schnell. Ich wurde gleich am 1. Juli in die Gruppe aufgenommen.

Und warum kam es erst am 19. November zum Debüt?

Es gestaltet sich schwierig, wenn du an den Wochenenden für die Erste spielst. Und so oft bin ich nicht in Hennigsdorf. Eigentlich bin ich das nur samstags. Die Anfrage, ob ich gegen Zehdenick spiele, gab es schon vor ein paar Wochen. Der Gegner ist Spitzenreiter. Und nun kam dazu, dass bei uns sehr viele gefehlt haben.

Sie haben in Ihrer Laufbahn viel erlebt, gewannen 2010 sogar den Landespokal. Bei der Ersten sind Sie in der Landesliga noch immer gesetzt. Wie ist es dann, plötzlich bei den Senioren zu spielen?

Gewöhnungsbedürftig. Vom Tempo her ist das was anderes. Du merkst, dass die Gegenspieler älter sind - aber auch, dass sie Fußball spielen können. Zehdenick ist keine Larifari-Truppe. Es war zu sehen, dass sie zurecht da oben stehen. Einfach war es auch für mich nicht. Im ersten Spiel weißt du nicht, wie die Bälle kommen, kennst die Laufwege der Mitspieler nicht. Ich muss mehrere Spiele mitmachen, um reinzukommen.

Wie ging es Ihnen nach dem Spiel?

Naja, mit den Knochen bist du ziemlich durch, wenn du schon am Samstag gespielt hast. Aber es hat Spaß gemacht. Es ist schön, mal nicht der Älteste zu sein. Ich war der Jungspund. Aber es ist gleich wieder teuer so ein erstes Spiel. Für den Einstand muss ich eine Runde geben, für das erste Tor auch.

Wie haben Sie den Treffer erlebt?

Über die linke Seite lief ein Konter zu Richy Golz. Er spielte den Ball quer rein und ich traf mit links ins lange Eck. Das war in der 75. Minute. Ich dachte, es wären dann noch 15 Minuten zu spielen. Aber die Senioren spielen ja nur 80. Da muss man sich auch dran gewöhnen.

War der Sieg verdient?

Glücklich verdient. Zehdenick hatte mehr Spielanteile und viele Chancen. Aber wie es nun mal ist: Wenn du die Tore nicht machst, verlierst du. Wir hatten auch unsere Möglichkeiten, aber kaum eine hundertprozentige. Wir waren mit unserer engen Personaldecke eher darauf bedacht, dass die ,Null' steht.

Wie geht es für Sie bei den Senioren weiter?

Ich habe mir vorgenommen, gegen Oranienburg am 8. Dezember mit dabei zu sein. Diese zwei Spiele wurden bislang angefragt. Dann werde ich weitersehen, wie die Knochen durchhalten. Aber es werden nicht die letzten Spiele für mich sein.

Wie sehen Ihre Pläne bei der ersten Mannschaft aus?

Die Saison werde ich auf jeden Fall zu Ende spielen - wenn der Körper mitmacht.

Sie fielen in dieser Saison schon einige Zeit aus. Was war los?

Ich hatte einen Bänderriss im Sprunggelenk und musste knapp acht Wochen pausieren. Das war aber nichts im Vergleich zur Leidenszeit nach dem Kreuzbandriss im März 2015. Da habe ich fast auf den Tag genau ein Jahr aussetzen müssen.

DIE SAISON DER HENNIGSDORFER MÄNNER

¦ Nach der Nullnummer gegen Hansa Wittstock steht der FC 98 Hennigsdorf in der Landesliga Nord der Männer auf dem zehnten Platz.

¦ In zwölf Spielen gab es drei Siege und vier Remis.

¦ "Mit dem Resultat können wir zufrieden sein", sagt Falko König, schließlich hätte es in personeller Hinsicht wieder schlecht ausgesehen.

¦ Nach dem großen Umbruch im Sommer und der Installation eines neuen Trainers sei es immer noch schwierig, die taktischen Vorgaben umzusetzen. "Dafür sorgen auch die vielen Ausfälle. Wir spielen fast jede Woche mit anderen Leuten."

¦ Es sei immer noch möglich, wie vor Saisonbeginn geplant, unter die ersten Sechs zu kommen. "Es wird aber schwer. Wenn wir einen einstelligen Platz erreichen, dann ist die Saison gerettet."

¦ So sieht es auch Karim Alaa. "Wir bewegen uns nur schleppend von der Stelle." Platz 10 sei daher die Region, "wo wir uns auch im weiteren Saisonverlauf bewegen werden". Das müsse man akzeptieren.

¦ Das Team sei zu stark, um abzusteigen - aber zu schwach, um in den Kampf um die Top 5 einzugreifen. "Es geht für uns um einen einstelligen Tabellenplatz."

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