Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mobilitätsstudie
Jeder Weg zählt

Roland Becker / 02.01.2018, 19:08 Uhr - Aktualisiert 02.01.2018, 19:57
Hennigsdorf (HGA) Mindestens 1 000 Hennigsdorfer werden in den nächsten Wochen ein Schreiben der Technischen Universität Dresden erhalten, mit dem sie gebeten werden, an einem Forschungsprojekt zur Mobilität in Deutschland Auskunft zu geben. An dem alle fünf Jahre stattfindenden Projekt nehmen 120 Städte teil.

Mit der anonymisierten Befragung soll ermittelt werden, mit welchen Verkehrsmitteln - von den Füßen angefangen bis zur Bahn - die Hennigsdorfer ihre Wege im Alltag zurücklegen.

Die Adressen der Teilnehmer wurden per Zufallsverfahren aus dem Einwohnermelderegister gezogen. Wer um eine Teilnahme gebeten wird, erhält ein Ankündigungsschreiben. Die eigentliche Erhebung findet dann im Laufe des Jahres statt - entweder telefonisch oder aber per Internet. Die praktische Durchführung liegt beim Leipziger Institut Omnitrend. Der Stichtag wird den Teilnehmern in einem zweiten Schreiben mitgeteilt. Gebeten wird darum, dass alle im Haushalt lebenden Personen den Fragebogen beantworten. Dem schließt sich auch der im Rathaus für Stadtentwicklung zuständige Fachbereichsleiter Daniel Stenger an: "Wir bitten darum, umfangreich und ausführlich an der Umfrage teilzunehmen, damit wir belastbares Material bekommen." Die Stadt lässt sich die Teilnahme rund 3 500 Euro kosten, erhält dafür aber auch alle für Hennigsdorf spezifizierten Ergebnisse.

Mit der großflächigen Umfrage soll das Verkehrsverhalten von 120 deutschen Städten ermittelt werden. Zugleich erhält die Stadt Hennigsdorf konkrete Auskünfte darüber, wie die Wege im städtischen Alltag, zur Arbeit und in der Freizeit zurückgelegt werden.

Dabei gehen die erwünschten Informationen sehr ins Detail. So wollen die Interviewer grundsätzlich erst einmal wissen, welche Fahrzeuge zum Haushalt gehören und wie häufig der öffentliche Nahverkehr genutzt wird.

Am Stichtag dann interessieren die Forscher alle Wege ihrer Probanten. Dazu zählen auch der Gang zum Bäcker, um die morgendlichen Brötchen zu holen, oder der Weg zum öffentlichen Briefkasten. Vermerkt werden muss auch, welchen Zweck der Weg hatte (zum Beispiel zur Arbeit, zum Einkauf, zum Kino). Dabei wird jeder Weg extra gezählt. Zur Arbeit und zurück gelten also als zwei Wege. Kompliziert wird es bei Rundkursen, zum Beispiel bei einem Spaziergang oder bei der Gassi-Tour mit Bello. Auch diese Unternehmungen zählen doppelt: Die erste Hälfte erfüllt einen Zweck (zum Beispiel Spaziergang), die andere Hälfte gilt als Rückweg.

Von Bedeutung sind natürlich auch alle Strecken, die mit privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.

Um den Teilnehmern das Aufzeichnen der Notizen zu erleichtern, können sie ein dafür zugeschicktes Wegemerkblatt als Gedächtnisstütze benutzen.

Sowohl die Universität als auch das beauftragte Büro sichern den Probanten zu, dass alle Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Nach dem telefonischen oder schriftlichen Einholen der Antworten wird die Adresse von den anderen Angaben getrennt. Spätestens zum Ende der Befragung werden Adressen und Telefonnummern gelöscht. Zur Verarbeitung der Daten wird der Name durch eine Zahl ersetzt. So können auf dem Datenspeicher keine Rückschlüsse mehr gezogen werden, wer die Antworten gegeben hat.

Die Hennigsdorfer Ergebnisse sollen dem Rathaus im Herbst 2019 vorliegen. Stenger verspricht, dass die erhaltenen Informationen via Politik und Medien auch den Hennigsdorfern zugänglich sein werden. Er selbst erhofft sich, aus den gewonnenen Daten Rückschlüsse darauf ziehen zu können, wo in Hennisgdorf hinsichtlich des Verkehrs Handlungsbedarf besteht. Deutlich macht er das an einem Beispiel: "Wenn wir feststellen, dass ein sehr großer Teil seine Wege mit Fahrrad und S-Bahn zurücklegt, müssen wir vielleicht bezüglich der Fahrradstellplätze am Bahnhof nachsteuern."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG