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Intensivtäter vor Gericht

Körperverletzung
Intensivtäter wird der Prozess gemacht

26 Straftaten werden dem Hennigsdorfer vor dem Landgericht Neuruppin vorgeworfen. In zwölf Fällen geht es um Körperverletzung.
26 Straftaten werden dem Hennigsdorfer vor dem Landgericht Neuruppin vorgeworfen. In zwölf Fällen geht es um Körperverletzung. © Foto: Christoph Dach
Roland Becker / 09.01.2018, 18:11 Uhr
Hennigsdorf/Neuruppin (HGA) Ein 34-jähriger Hennigsdorfer muss sich seit Dienstag wegen 26 Straftaten vor dem Neuruppiner Landgericht verantworten. Allein in zwölf Fällen wird ihm Körperverletzung vorgeworfen, darunter zweimal ein besonders schweres Delikt. Dabei soll der Angeklagte zwischen April 2016 und April 2017 in Hennigsdorf Passanten angegriffen haben, die ihm zufällig begegneten. Einmal habe er, so heißt es in der Anklage der Staatsanwaltschaft, auch seine Mutter angegriffen. Darüber hinaus habe er mehrfach Personen beleidigt und bedroht. Ferner werden dem Hennigsdorfer mehrere Diebstähle - von der Schokolade bis zum Fahrrad - vorgeworfen.

Der seit Oktober 2017 in einer psychiatrischen Klinik untergebrachte Angeklagte startete eigentlich verheißungsvoll ins Leben. Nach der sechsten Klasse besuchte er das Gymnasium. Doch bereits mit etwa 13, 14 Jahren, so sagte er am Dienstag vor Gericht aus, geriet er an Drogen und wurde abhängig. "Diese Probleme ziehen sich durch sein Leben", sagte Gerichtssprecherin Iris le Claire. Nach Abschluss der neunten Klasse begann er eine Lehre, die er abbrach. Sein Leben war seither vor allem durch Hilfsjobs bestimmt.

Das Gericht hat an bislang sechs bis Ende Januar festgelegten Terminen darüber zu entscheiden, ob der Hennigsdorfer schuldunfähig oder eingeschränkt schuldfähig ist. Danach richtet sich auch, ob er in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wird und ob er zusätzlich noch eine Haftstrafe auferlegt bekommt.

Viele der angeklagten Taten hat er offensichtlich unter Drogeneinfluss verübt. So soll er im Juli 2016 einen Mann, der sein Auto an der Hennigsdorfer Friedrich-Engels-Straße parkte, grundlos die Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der Mann blutete an der Oberlippe und erlitt eine Wurzelzahnfraktur. Seine Mutter soll er im April 2016 am Hals gepackt, gegen eine Wand gedrückt und geschlagen haben. Der Anlass: Sie habe ihm kein Geld geben wollen.

In einem Fall habe der Mann auch mit Steinen auf Passanten geworfen. An anderen Tagen bedrohte er eine Frau mit "Du Fotze, ich steche dich ab" und beleidigte einen Polizisten als "Du Scheißbulle, Du Schmalspurbulle." Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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