Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Michael Glinka erzählt, wie sich Hennigsdorfs Stadtklubhaus seinen kulturellen Ruf erarbeitet hat

"Wir greifen den Speckgürtel ab"

Michael Glinka und Simone Schulz Januar sorgen für Unterhaltung im Stadtklubhaus.
Michael Glinka und Simone Schulz Januar sorgen für Unterhaltung im Stadtklubhaus. © Foto: Roland Becker/HGA
Roland Becker / 10.01.2018, 08:26 Uhr
Hennigsdorf (HGA) "Vorhang auf!" heißt es etwa 25 Mal pro Jahr im Stadtklubhaus. Ehe der kulturelle Genuss beginnen kann, hat Michael Glinka vorab jede Menge zu tun. Das fängt bereits bei der Auswahl der Veranstaltungen und deren Buchung an.

Wenn der Chef der Hennigsdorfer Kulturbühne könnte wie er wollte, würde in diesem Jahr Kurt Krömer seine Scherze und Dr. Marc Benecke seine Skurilitäten zum Besten geben. "Aber unsere 272 Plätze geben das nicht her." Auf Anfragen dieser Art erhält Glinka meist ein "Tut uns leid, aber der Saal ist zu klein."

Also besinnt sich der Kulturexperte auf das, was in dem 1950er-Jahre-Bau möglich ist; greift auf Bewährtes zurück und startet immer mal wieder einen Versuchsballon. "Wenn ich ein neues Format einführe, probiere ich ein paar Jahre aus, ob sich das etabliert", verrät der Hohen Neuendorfer seine Strategie. Die Lachnacht, geboren eigentlich in Süddeutschland, hat so den Weg in den Norden gefunden. Im vorigen Jahr lachten 180 Gäste. Für die Zweitauflage am 24. Februar sind schon jetzt 110 Tickets verkauft worden. Anders sieht es mit der Hiphop-Nacht aus, die von den Besucherzahlen her im vorigen Herbst zum Flop wurde. "Mit dieser Location tut Ihr Euch keinen Gefallen. So etwas wäre in einem kleinen Club total geil", beschied Stargast Damion Davis.

Für junge Hennigsdorfer hat sich Glinka diesmal etwas anderes einfallen lassen. Dem Horrorfilm, den Jugendkoordinator Johannes Otto mit Jugendlichen dreht, wird zwei Mal die ganz große Bühne geboten.

Ansonsten aber ist das Stadtklubhaus nicht gerade der Hort jugendlichen Vergnügens. Tanztee, Theater à la "Alfred das Ekel" und Ü30-Partys versprühen eher den kulturellen Charme der 1970er- bis 1990er-Jahre. Was die Konzerte betrifft, sind die Zielgruppen in der Stadt aufgeteilt: Das etwas reifere Publikum freut sich auf "Rock im Ello", bei der am 3. März Bands wie Halb9, TXL und Marauder für Stimmung

sorgen. "Die Jugend, da haben wir so eine kleine Lücke", bekennt Glinka. Und wenn nicht gerade wie derzeit der Jugendclub umgebaut wird, haben diese Jahrgänge dort ihre Konzertbühne.

Und doch gibt es in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe, die Jung und Alt ins Klubhaus locken dürfte: für einen schmalen Taler Erfolgsfilme sehen. Als Ergebnis des ersten Bürgerhaushalts wird der Wunsch nach Filmvorführungen in der kinofreien Stadt erfüllt. "Am 15. Februar starten wir mit "Willkommen bei den Hartmanns' ", schaut Glinka voraus. Weitere fünf Erfolgsfilme folgen bis in den Herbst. Für die Vorstellung am 12. April können die Hennigsdorfer vorab aus vier Filmen wählen.

Zur Erfolgsstory hat sich die jährliche Stippvisite des Berliner Kriminaltheaters entwickelt. Mit einem Trick hat es der Kulturchef geschafft, dass die Hennigsdorfer dafür nicht nach Berlin fahren: "Bei uns ist das teuerste Ticket günstiger, als die billigste Karte im Friedrichshainer Mutterhaus." Rechnen muss Glinka dennoch. Sein Ziel: "Ich will kein Geld verbrennen und die Steuergelder mit Augenmaß ausgeben." Ein Zuschussgeschäft für die Stadt bleibt die Kultur dennoch. Die Hennigsdorfer belohnen diese Großzügigkeit, indem sie dem Klubhaus steigende Besucherzahlen bescheren. Dass sich Qualität herumspricht, beweist die Besucherstatistik. Bis zu 50 Prozent der Gäste kommen von außerhalb: aus Oberhavel, dem Havelland und Berlins Nordbezirken. Glinka freut das: "Wir greifen den Speckgürtel ab."

Konzerte und Theater: Höhepunkte im Jahr 2018:


■ Zu den Höhepunkten im Stadtklubhaus zählen 2018:
■ "Danke, Udo!": Alex Parker singt und spielt Udo Jürgens, 27. Januar
■ Zweite Hennigsdorfer Lachnacht mit Martin Sierp, Stefan Danzinger und Christiane Olivier, moderiert von Atze Bauer, 24. Februar
■ Theater Lichtermeer mit "Peter Pan - das Nimmerlandmusical", 17. März
■ "Als Peterchen träumte": eine musikalische Zeitreise für Kinder aus der Feder von Rolf-Peter Büttner, 15. April
■ Monika Hauff & Klaus-Dieter Henkler: 50 Jahre live - die große Jubiläumstournee, 21. April
■ Ines Adler singt ihre Schlager beim Kaffeekonzert am Muttertag, 13. Mai
■ Jazz Open Air im Garten des Stadtklubhauses mit Night Train und Dixi Brothers aus Berlin, 9. Juni
■ "Max und Moritz", Theaterstück für Kinder der Uckermärkischen Bühnen Schwedt, 16. September
■ "Ekel Alfred", Theaterstück der, Uckermärkische Bühnen Schwedt, 20. Oktober (rol)

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG