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Musikgeschichte
Plaudereien über das Leben eines Puhdys

Wie in alten Zeiten: Zwischen Scheinwerfern und Nebel begeistert Puhdy Peter Meyer seine Fans.
Wie in alten Zeiten: Zwischen Scheinwerfern und Nebel begeistert Puhdy Peter Meyer seine Fans. © Foto: Inez Bandoly
Inez Bandoly / 11.06.2018, 07:37 Uhr
Kremmen Das Kremmener Theater tiefste Provinz war am Freitagabend mit 100 Gästen  voll besetzt. Kaum war es dunkel im Saal, strahlten bunte Scheinwerfer in die Menge, Nebel stieg auf. Als dann die ersten Töne von „Über sieben Brücken musst du geh’n“ erklangen, sang das Publikum sofort mit.

„Ein Puhdy kommt mit Enkel“ war der Abend überschrieben. War man im richtigen Film? Der Auftakt mit einem Song der Konkurrenten von Karat und kein Enkel auf der Bühne? Letzterer  musste wegen einer schulischen Veranstaltung passen. Dafür kam Peter Meyer, Mitglied der legendären Puhdys, die spätestens ab 1969 die Musikszene der DDR beherrschten. Nachdem die 2014 aufgelöste Band 2016 nochmals ein Konzert gab, gilt sie nun als aufgelöst. Doch die Legende lebt. Peter Meyer „Eingehängt“ – so sein Spitzname – scheute sich in Kremmen dennoch nicht, sich mit seinen 78 Jahren ans Keyboard zu begeben. Ihm zur Seite standen Frank Proft (Gesang und Gitarre) sowie Sandra am Cajon und Melanie am Bass. Und das Programm? Natürlich die mittlerweile zu DDR-Evergreens gewordenen Songs der Puhdys.

Ohne viel Tamtam betrat Peter Meyer die kleine Bühne und scherzte: „Mach nicht so viel Nebel hier, hatte ich ja in 47 Jahren nicht“, scherzte er und begab sich zu seinem Instrument, dem Keyboard. Doch ehe die Noten tanzen konnten, schaute Meyer verblüfft in die erste Reihe. Dort sah er „Kochtopp“ sitzen. Der heißt eigentlich Mario Winter und stammt aus Schwante. Beim 30-jährigen Jubiläum veranstalteten die Puhdys eine Kochshow, bei der der Schwantener dabei war – von dem Abend blieb der Spitzname hängen.

Für Frank und Heike aus Berlin ist der Abend ein Déjà-vu. Sie sind mit den Puhdys erwachsen geworden. „Sie haben damals sozusagen unsere Gefühle wiedergegeben“, so das Ehepaar.

Die Stimme von Frank Proft ähnelt stark der von Puhdys-Sänger Maschine. Er komponiert auch eigene Lieder wie „Sehnsucht“, bei dem ihn Meyer auf dem Keyboard begleitet. Damit  präsentiert Meyer dem Kremmener Publikum sogar „Ich wandre ja so gerne“. Ein Puhdy entlockt seinem Publikum sogar mit einem Volkslied Beifallsstürme. Danach gab’s ein Ständchen: Andreas Dalibor, Chef vom Theater tiefste Provinz, dürfte an diesen Geburtstag noch lange zurückdenken.(iby)

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