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Feuerwehr
Ehepaar rettet Anwohner aus brennendem Haus

Brennender Balkon: In der Straße Am Teufelsbruch bei Hakenfelde, genau an der Landesgrenze zwischen Hennigsdorf und Spandau, stand am Freitagabend ein Wohnhaus in Flammen. Dank der schnellen Hilfe von Maria und Sebastian Zimmermann konnten alle Anwohner in Sicherheit gebracht werden.
Brennender Balkon: In der Straße Am Teufelsbruch bei Hakenfelde, genau an der Landesgrenze zwischen Hennigsdorf und Spandau, stand am Freitagabend ein Wohnhaus in Flammen. Dank der schnellen Hilfe von Maria und Sebastian Zimmermann konnten alle Anwohner in Sicherheit gebracht werden. © Foto: Ronald Czissowski
Odin Tietsche / 11.06.2018, 18:11 Uhr - Aktualisiert 11.06.2018, 20:41
Hennigsdorf/Spandau (MOZ) Meist sind es nur Sekunden, die den Unterschied machen zwischen Leben und Tod. Vor allem, wenn ein Wohnhaus in Flammen steht. Ohne jedoch auch nur eine Sekunde zu zögern, rannten Maria und Sebastian Zimmermann am Freitag zu einem brennenden Wohnhaus auf der Straße zwischen Hennigsdorf und Hakenfelde – und klingelten bei allen Anwohnern, um sie aus dem Haus zu holen und so vor den Flammen zu retten.

Weithin zu sehen waren die Rauchwolken, die am späten Freitagnachmittag in der Straße Am Teufelsbruch aufstiegen. Ein Balkon im vierten Obergeschoss eines sechsstöckigen Wohngebäudes stand lichterloh in Flammen. Auch Maria Zimmermann und ihr Mann Sebastian sahen den Rauch. „Mein Mann, mein Vater und ich kamen gerade aus Spandau und wollten zu meinen Eltern fahren, als wir plötzlich den brennenden Balkon gesehen haben“, erinnert sich die 23-Jährige an die Geschehnisse am Freitagnachmittag. Ihr Vater trat auf die Bremse, Maria und ihr Mann stiegen sofort aus und rannten zu dem Wohnhaus. „Wir haben eigentlich nicht weiter darüber nachgedacht, wir sind sofort losgelaufen. Wir wussten ja nicht, ob vielleicht noch jemand in der Wohnung war, der Hilfe braucht.“

Auf dem Weg zum Wohnhaus rief Maria Zimmermann bei der Feuerwehr an, um den Brand zu melden. „Wir haben dann einem älteren Ehepaar auf einem der unteren Balkons zugerufen, dass sie bitte ihre Wohnung verlassen sollen. Es war ja nicht klar, wie schnell sich das Feuer ausbreiten würde.“ Das Paar zeigte den Beiden dann den Hauseingang. „Eine Frau mit einem Baby kam uns entgegen, gemeinsam klingelten wir bei allen Anwohnern, damit alle rauskommen.“ Einige ältere Anwohner hatten zu dem Zeitpunkt geschlafen, wie Maria Zimmermann bestätigt. „Bei einigen mussten wir auch häufiger klingeln. Viele hatten von dem Feuer noch gar nichts mitbekommen.“ Kurz darauf waren – vor allem aufgrund der ausdauernden Klingelaktion – alle Anwohner in Sicherheit.

Wenige Minuten später trafen auch Polizei und Feuerwehr vor Ort ein. Während mehrere Einsatztrupps die Wohnungen mit Atemschutzmasken kontrollierten, wurde der brennende Balkon gelöscht. Die Flammen hatten in der Zwischenzeit auf die benachbarten Balkone übergegriffen, doch auch diese konnten schließlich abgelöscht werden. „Zum Glück hatten die im Haus wohnenden Personen das Gebäude bereits vor unserem Eintreffen verlassen und waren unverletzt“, äußerten sich die Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr erfreut auf ihrer Internetseite. Zu diesem Zeitpunkt waren Maria und Sebastian Zimmermann bereits wieder auf dem Weg zu ihrer Familie. „Wir sind dann los, weil wir der Feuerwehr auch nicht im Weg stehen oder die weiteren Löscharbeiten behindern wollten.“

Dass durch ihre Klingelaktion die Anwohner in Sicherheit gebracht werden konnten und niemand verletzt oder durch den Rauch in den Wohnungen und im Treppenhaus gesundheitlich in Mitleidenschaft gezogen wurde, freut die 23-Jährige sehr. „Uns war einfach wichtig, dass den Anwohnern nichts passiert. Und wir waren froh, dass wir helfen konnten.“ Kritische Töne schlägt sie allerdings an gegenüber einigen Zuschauern, die, statt zu helfen, lieber Videos und Fotos gemacht hätten. „Das hat mich vor Ort schon ziemlich geärgert, und ich bin auch immernoch wütend, wenn ich darüber nachdenke. Es ist offenbar wichtiger, möglichst spektakuläre Fotos für Facebook zu machen, als den Leuten zu helfen, die in dieser Situation Hilfe brauchen. Und das ist eine sehr traurige Entwicklung.“

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