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Polizeieinsatz
Wegen Fluchtgefahr S-Bahn unterbrochen

War unterbrochen: Am 27. November warteten Fahrgäste vergeblich auf die S-Bahn.
War unterbrochen: Am 27. November warteten Fahrgäste vergeblich auf die S-Bahn. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 05.12.2018, 11:21 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Geklärt sind jetzt die Gründe, weshalb am Dienstag der vorigen Woche die S-Bahn-Linie nach Hennigsdorf für knapp zwei Stunden wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt war. Hintergrund der Aktion, die über zwei Tage in drei Bundesländern stattfand, ist ein seit März von der Berliner Staatsanwaltschaft geführtes Verfahren wegen des Verdachts der besonders schweren Bestechlichkeit und Bestechung im Kfz-Zulassungswesen. Entgegen erster Angaben der Staatsanwaltschaft war die S-Bahn-Linie nicht unterbrochen worden, um Unbeteiligte während der polizeilichen Durchsuchungen zu schützen. Jetzt heißt es: „Aus Sicherheitsgründen haben die Ermittler kurzfristig einen Teilabschnitt der S25 gesperrt, um zu verhindern, dass sich Personen aus den durchsuchten Kfz-Werkstätten durch Flucht über die S-Bahngleise selbst gefährden.“

Das Verfahren richtet sich bislang gegen 35 Beschuldigte. Darunter befindet sich ein 53-jähriger TÜV-Prüfer, der im Berliner Raum seit 2015 Schmiergeldzahlungen von bis zu 50 Euro von Werkstattinhabern und Gebrauchtwarenhändlern entgegengenommen haben soll. Dafür soll er Gefälligkeitsgutachten erstellt haben, ohne das jeweilige Auto gesehen zu haben. Käufern der Autos sei damit vorgespielt worden, einen Wagen mit aktuellem TÜV-Zertifikat erhalten zu haben. Bislang erstrecken sich die Ermittlungen auf 150 Fälle. Der gesamte Tatumfang sei aber noch nicht absehbar. Laut Staatsanwaltschaft konnten bei den Durchsuchungen tatrelevante Unterlagen sichergestellt werden. Außerdem machten die 450 Beamten, die an den 28 Durchsuchungen beteiligt waren, einige Beifänge: Sie fanden zwei gestohlene Fahrzeuge und entdeckten zwei Kilogramm Cannabis. (rol)

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