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Kreistag
Klares Votum für Waldschule Zootzen

Burkhard Keeve / 13.12.2018, 18:17 Uhr
Oberhavel (MOZ) Es nützte nichts. Da hielt am Donnerstag der Landrat Oberhavels nach eigenen Angaben seinen „kürzesten Bericht“, den er je zu  Beginn eines Kreistags gehalten hat, doch am Ende fehlte Zeit, um alle Tagesordnungspunkte abzuhaken.

Aber nicht nur die Abgeordneten hatten viel Redebedarf, auch die 60 Minuten, die für Fragen aus Reihen der Besucher offenstehen, wurden voll ausgeschöpft. So hatte zum Beispiel Rafael Nester, Vorsitzender des Fördervereins der Waldschule Zootzen, Klärungsbedarf zur Zukunft und Finanzierung der Einrichtung. Die Waldschule steht, nachdem dort keine jungen Geflüchteten mehr untergebracht wurden, seit einem Jahr leer. Jetzt sucht der Kreis einen neuen Betreiber, um Zootzen weiterhin für Kinder und  Jugendliche zu öffnen. Landrat Ludger Weskamp (SPD) stellte klar, dass die Waldschule auch künftig nicht ohne Zuschuss vom Kreis überleben kann. Weskamp sprach von „200 000 bis 300 000 Euro im Jahr“. Von einem neuen Betreiber erhofft sich Weskamp, „fürs selbe Geld mehr zu bekommen“ als bislang „und nicht weniger“. Sollte sich kein Betreiber finden, „machen wir es selbst. Gar nichts zu machen, ist keine Option“, sagte Weskamp. Allerdings wird nach den Ablaufvorstellungen des Landkreises die Waldschule erst Anfang 2020 wiederbelebt. Grund dafür seien unter anderem die Suche nach einem Betreiber und notwendige Umbauarbeiten. Rafael Nester vom Förderverein schlug eine Zwischennutzung im Jahr 2019 vor. Weskamp zeigte sich dem Vorschlag zumindest offen gegenüber. Weskamp: „Ich nehme das mit.“ Als wenig später der Vorlage im Kreistag mehrheitlich zugestimmt wurde, konnte Nester zufrieden nach Hause fahren. Denn der Beschluss wurde zugunsten des Vereins noch einmal geändert. Jetzt ist festgeschrieben, dass über eine Kooperation die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Zootzen vertieft wird und ihm zugleich eine bevorzugte Nutzung der Waldschule für eigene Veranstaltungen eingeräumt wird.

Ohne Gegenstimmen bei zehn Enthaltungen ging am Donnerstag auch der Beschluss für den Trägerwechsel der Barbara-Zürner-Oberschule von Velten an den Kreis zum 1. Januar 2019 über die Bühne. Bildungsdezernentin Kerstin Niendorf sieht den Wechsel und den Neubau einer vierzügigen Schule als „Chance für Schüler, Lehrer und die Region“. Als möglichen Eröffnungstermin für die neue Schule nannte Niendorf das Schuljahr 2023/2024. Bis dahin wird weiterhin an der alten Barbara-Zürner-Oberschule unterrichtet. Sollte der Kreis die alte Schule übernehmen, soll die Einrichtung weiterhin „für schulische Zwecke“ genutzt werden, so stehe es im Vertrag, sagte Niendorf.

Elke Bär von den Linken war das zu wenig. Für den Einzugsbereich Hennigsdorf, Velten und Oberkrämer „brauchen wir unstrittig eine neue Schule“, so Bär. Sie forderte aber statt einer vierzügigen Oberschule eine „fünfzügige Gesamtschule“ für diese wachsende Region. Damit konnte sich die Fraktionschefin der Linken allerdings nicht durchsetzen. Der Neubau soll in der Nähe des Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums entstehen. Noch ist unklar, was für eine weiterführende Schule entwickelt wird. Vorschläge für eine Oberschule und Gesamtschule stehen im Raum.

Als um 22.15 Uhr endlich Schluss, die letzte Rede gehalten und der Haushalt abgestimmt war, konnte der Antrag zur Denkmalschutzrichtlinie für erhaltenswertes kulturelles Erbe aus Zeitgründen nicht mehr behandelt werden. Jetzt wird die Förderrichtlinie, die SPD/LGU und CDU gemeinsam  vorgeschlagen haben, erst im März-Kreistag aufgerufen. Das Geld (150 000 Euro) dafür, schaffte es aber in den Haushalt.

Weitere Beschlüsse

■ Trotz der Entscheidung Hohen Neuendorfs, mit dem Kreis keine gemeinsame Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, spricht sich der Kreistag dafür aus, mit der Gemeinde Mühlenbecker Land die Verhandlungen für eine Wohnungsbaugesellschaft aufzunehmen. Erst im zweiten Schritt geht es um den Gesellschaftsvertrag und um konkrete Projekte. Auch bestehe wie in Hohen Neuendorf kein Zeitdruck. In Hohen Neuendorf, war nach Aussagen von Landrat Ludger Weskamp „viel durcheinander gegangen“.

■  Mit großer Mehrheit der Abgeordnetenstimmen wurde die künftige Beteiligung und Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen bei politischen Entscheidungen begrüßt. Jetzt geht es darum, die Basis dafür zu schaffen.

■ Geld ist jetzt auch für den Schulstandort Gransee im Haushalt verankert. Am Gymnasium gibt es einen Sportplatz und eine Sporthalle, bei denen ein erheblicher Sanierungsbedarf besteht. Mit Blick auf die geplante Übernahme der Werner von Siemens Oberschule Gransee durch den Landkreis, hat der Kreistag entschieden, in die Sportanlagen 3,1 Millionen Euro zu investieren.⇥(bu)

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