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Stadtempfang
Das neue Jahr beginnt mit Lob, Zauberei und Country

Roland Becker / 11.01.2019, 22:04 Uhr - Aktualisiert 12.01.2019, 10:17
Velten (MOZ) Da war Zauberei im Spiel! Beim städtischen Neujahrsempfang am Freitag in der Ofen-Stadt-Halle staunte das Publikum über die Tricks des Gymnasiasten Marc Wilke. Was in Velten außerhalb der Zauberei 2018 geschah, darauf schaute Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) zurück.

Es ist ein Tradition dieses Empfangs, dass Veltener an diesem Abend für die Unterhaltung zuständig sind – und das auf hohem Niveau. In diesem Jahr eröffnete das Country-Duo Pat & Bell das Programm. Nach derart munteren Tönen fiel es der Bürgermeisterin nicht schwer, eine Optimismus ausstrahlende Rede zu halten, ohne dabei das zu verschweigen, was in Velten 2018 für Ärger und auch Ängste sorgte.

Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall ist das einst eher hässliche Entlein namens Velten kaum wiederzuerkennen. Der Stadt geht es gut. Das jedenfalls meint die Bürgermeisterin. Sie verwies auf Steuereinnahmen, die noch nie so hoch wie 2018 gewesen seien. Sie erwähnte die seit 2011 um 50 Prozent gefallene Arbeitslosenrate. Und sie schaute ins städtische Sparbuch: Zehn Millionen Euro befinden sich in der Rücklage.

Beim diesjährigen Neujahrsempfang in Veltens Ofen-Stadt-Halle gab es am 11. Januar nicht nur Reden, Auszeichnungen für ehrenamtlich Engagierte und ein üppiges Buffet, sondern auch eine gehörige Portion Kultur. Das Country-Duo Pat & Bell sowie der Zauberkünstler Marc Wilke sorgten für gute Unterhaltung.
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Neujahrsempfang 2019 in Velten

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Um auf das hässliche Entlein zurückzukommen: Das hat 2018 wiederum einige struppige Federn verloren und ist ansehnlicher geworden. Hübner erwähnte die Sanierung der Berliner/Breiten Straße, die neuen Wohnblöcke an der Poststraße und den nun möglichen Ankauf der alten Ofenfabrik für die Museen. 2019 wird sich Velten mit weiteren neuen Federn schmücken. Acht Millionen Euro will die Stadt investieren. Ein Schwerpunkt bildet dabei der Ausbau der Kita-Landschaft.

In ihrem Rückblick ließ die Bürgermeisterin aber auch die dunkelsten Tage des vorigen Jahres nicht aus. Als im Mai das Hassvideo auftauchte, das einer WhatsApp-Gruppe aus dem Umfeld von Pro Velten zugerechnet wird, „überstieg das meine persönliche Schmerzgrenze“. Sie sprach von einem „Kurzfilm, der unsere Grundfeste erschüttert. Eine Hasserklärung gegen eine Reihe Stadtverordneter und meine Person“. Ihre Antwort sei klar: „Ich lasse mich nicht einschüchtern und werde meinen Wählerauftrag (...)erfüllen. (...) Hass und Hetze sind Bremsklötze auf dem Weg in die Zukunft.“ Was Hübner nicht erwähnte, aber bewegt haben dürfte: Der ganz große Aufschrei der Empörung unter den Veltenern blieb nach dem Hassvideo und einer folgenden Mail mit Todesdrohungen aus.

Der Hass einzelner ist die eine und zahlenmäßig eher schwächere Seite der Stadt. Deren andere: Menschen, die sich in ihrer Freizeit für ihre Heimat und deren Bewohner engagieren. Stadtverordnetenvorsteher Hans-Jörg Pötsch (CDU) würdigte mit jeweils einer persönlichen Laudatio das Engagement von Veltenern (siehe Info-Kasten), die sich für eine gerechtere, eine solidarische, eine weltoffene Stadt einsetzen. Und die Bürgermeisterin merkte diesbezüglich an: „Die Anforderungen der Zukunft liegen für mich nicht nur im Materiellen, sondern viel mehr noch im zwischenmenschlichen Sektor.“

Weitere Bilder vom Empfang finden Sie in der Bildergalerie.

Ausgezeichnet

Folgende Initiativen und Einwohner wurden für ehrenamtliches Engagement geehrt:

■ Partnerschaftskomitee: Seit 2011 kümmern sich neun Veltener um die Städtepartnerschaft mit dem französischen Grand-Couronne.

■ Andrea Seidel: Sie engagiert sich bei der evangelischen Kirche vor allem um die Betreuung von in Velten und im Bärenklauer Wohnheim lebender Asylbewerber.

■ Britta und Thomas Lohmann: Beide riefen die Fördervereine der Kita Villa Regenbogen und der Kita Kinderland ins Leben. Sie engagieren sich auch in der Linden-Grundschule und bei vielen Kinderfesten.

■ Spendenladen der Evangelischen Kirchengemeinde: Seit 16 Jahren sorgen die Mitstreiter des Hilfsprojekts dafür, dass für kleines Geld Kleidung und andere Dinge, die nicht mehr benötigen werden, einen neuen Besitzer finden. ⇥(rol)

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