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Herbert Kinder ist tot
Trauer um den Gründer der Jahresringe

30 Jahre Engagement: Herbert Kinder
30 Jahre Engagement: Herbert Kinder © Foto: Tilman Trebs
Roland Becker / 22.01.2019, 17:45 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Hennigsdorf trauert um einen verdienten Ehrenamtlichen. Wie jetzt bekannt wurde, ist der Gründer und langjährige Vorsitzende der Jahresringe, Herbert Kinder, gestorben.

Als Anfang der 1990er-Jahre für viele Hennigsdorfer der Arbeitsalltag plötzlich weggebrochen und eine Leere entstanden war, gaben die Jahresringe Hoffnung. Der Verein für Vorruhestand und aktives Alter wurde zum Auffangbecken für viele hunderte Arbeiter aus dem Stahlwerk und dem einstigen LEW (heute Bombardier), die plötzlich schon mit 55 Jahren in den Vorruhestand geschickt wurden. Und diese Hoffnung, Hilfe in schwieriger Zeit zu bekommen oder eine ehrenamtliche Arbeit zu finden, verbinden bis heute viele mit dem Namen von Herbert Kinder.

Am 10. April 1991 gründete er mit sechs Mitstreitern die Jahresringe Hennigsdorf. Die Ortsgruppe gehörte zum Verband des in Ostdeutschland aktiven Vereins für Vorruhestand und aktives Alter. Herbert Kinder war der langjährige Vorsitzende der Henngisdorfer Ortsgruppe, brachte sich aber auch im Landes- und Bundesverband ein. Für sein Engagement, so erinnert sich der heutige Jahresringe-Vorsitzende Rolf Zimmer, erhielt er 2003 das Bundesverdienstkreuz.

Der einstige Hennigsdorfer Stadtverordnete Peter Schulz, der Anfang der 90er-Jahre im Stahlwerk Betriebsrats war, ist noch heute voll des Lobes über das damalige Engagement der Jahresringe-Gründer: „Für uns waren die unheimlich wichtig.“ Damals seien die Jahresringe keiner der Seniorenvereine gewesen, die sich vorrangig um Gymnastik, Tanz oder Wanderungen kümmern. „Die Menschen, denen wir die Jahresringe empfahlen, waren ja noch gar nicht im Rentenalter“, betont Schulz. Es sei darum gegangen, diese arbeitslosen Menschen „zu beraten, wie sie etwas für die Gesellschaft tun können, wo sie sich ehrenamtlich engagieren können.“ Herbert Kinder und seine Mitstreiter halfen auch bei rechtlicher Beratung, um Rentenansprüche durchsetzen zu können und sorgten mit dafür, dass mit dem Förderprogramm 50 plus ältere Arbeitnehmer bei der Wiedereingliederung ins Berufsleben geholfen wurde.

Herbert Kinder war bei all dem mit dabei. Und mit der Jahresringe-Begegnungsstätte an der Ecke Fontane-/Feldstraße hatte er das Hennigsdorfer Herzstück der Vereinsarbeit geschaffen. Seine Tochter Evelyn Schultz erinnert daran, dass ihr Vater nach der Gründung des Hennigsdorfer Seniorenbeirats dessen erster Vorsitzender war. Herbert Kinders Herz schlug für Hennigsdorf. Schon als Lehrling war der 1934 in Berlin-Lichtenberg Geborene in die damalige Stahlstadt gekommen, um eine Lehre zum Elektriker zu absolvieren. Später schloss sich ein Elektrotechnik-Studium in der Ingenieursschule Hohenschöpping an. Bis zum Umbruch 1990 arbeitete er in den Lokomotivbau Elektrotechnischen Werken (LEW), ehe er sich der Vereinsarbeit widmete.

Vor einigen Jahren zog sich Helmut Kinder aus dem Vorstand zurück. Die nächste Generation sollte sein Werk fortsetzen. Am 2. Januar ist er im Alter von 84 Jahren gestorben. Er wurde auf dem Waldfriedhof beigesetzt.

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