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EU entscheidet
Bombardier begrüßt Fusionsverbot

Jubel in der Chefetage: Bei Bombardier wird der geplatzte Deal von Alstom und Siemens begrüßt.
Jubel in der Chefetage: Bei Bombardier wird der geplatzte Deal von Alstom und Siemens begrüßt. © Foto: Ingmar Höfgen
Roland Becker / 08.02.2019, 06:55 Uhr - Aktualisiert 09.02.2019, 13:22
Hennigsdorf Berlin (MOZ) Der durch das Verbot der EU-Kommission geplatzte Zusammenschluss der Bahnsparten von Alstom und Siemens wird vom Konkurrenten Bombardier begrüßt.

„Wir befürworten, dass die Europäische Kommission mit Unterstützung der nationalen Kartellbehörden die geplante Fusion abgelehnt hat“, sagte Bombardiers Chefjurist Daniel Desjardins.

Die EU-Kommission hatte Anfang der Woche aus wettbewerbsrechtlichen Gründen das Zusammengehen der Zugsparten des französischen und deutschen Konzerns abgelehnt. „Diese Fusion hätte dem Wachstum und der Wettbewerbsfähigkeit des gesamten europäischen Eisenbahnmarkts geschadet – zu Lasten der Bahnfahrer und Steuerzahler“, heißt es im Bombardier-Statement weiter. Die Vielfalt an Firmen in Europa sorge dafür, dass der Bahnsektor durch „starken nationalen Wettbewerb, kontinuierliche Innovationen und Investitionen“ geprägt sei.

Auf den Aktienkurs von Bombardier wirkte sich die Bekanntgabe der Entscheidung positiv aus. Der Wert stieg am Mittwoch im Frühgeschäft um 2,1 Prozent. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte Börsenanalysten, die nun einen Zusammenschluss der Zugsparten von Bombardier und Alstom empfehlen. Bombardier will sich zu solchen „Spekulationen zu möglichen Marktkonsolidierungen“ nicht äußern.

Bombardier selbst stand übrigens schon 2017 in Verhandlungen mit Siemens, um die Zugsparten beider Konzerne zusammenzulegen. Damals scheiterten aber die Gespräche, bei denen Bombardier in der Zugsparte eine Mehrheit von 51 Prozent erhalten sollte, Siemens dafür eine satte Mehrheit im Bereich Signaltechnik. Die intensiven Fusionsbemühungen begründen sich in der Macht des gigantischen chinesischen Staatskonzern CRRC. Es wird befürchtet, dass dieser Konkurrent auf den europäischen Markt drängen will. Der Konzern erwirtschaftet bereits das Doppelte an Umsatz wie Alstom und Siemens zusammen.

Bombardier-Konkurrent Stadler wollte sich zur geplatzten Fusion nicht äußern.

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