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Schuldentilgung
Gewo erhöht Mieten und erzielt Gewinn

Hat gut lachen: Gewo-Geschäftsführer Eckart Diemke führt das kommunale Wohnungsunternehmen.
Hat gut lachen: Gewo-Geschäftsführer Eckart Diemke führt das kommunale Wohnungsunternehmen. © Foto: MOZ/Martin Risken
Martin Risken / 11.02.2019, 18:15 Uhr
Zehdenick (MOZ) Die Gebäude- und Wohnungswirtschaft (Gewo) Zehdenick will schneller von ihren hohen Schulden herunterkommen. Ein Kernpunkt der Unternehmenspolitik der kommenden Jahre werde es daher sein, den Darlehensbestand nachhaltig zu senken. Neben der planmäßigen Tilgung werden auch Sondertilgungen vorbereitet, heißt es im Beteiligungsbericht der Stadt Zehdenick, den die Stadtverordneten vergangene Wochen kommentarlos entgegennahmen.

Ende 2017 stand das kommunale Wohnungsunternehmen mit knapp 30 Millionen Euro bei Kreditinstituten in der Kreide. Für Zinsen und Tilgung müssen rund 55 Prozent der Mieteinnahmen ausgegeben werden. Die Eigenkapitalquote beträgt 32,6 Prozent. Die Zahlungsfähigkeit der Gewo war im gesamten Geschäftsjahr 2017 zu jeder Zeit gewährleistet. Die liquiden Mittel betrugen rund 4,1 Millionen Euro. Im zugrunde liegenden Geschäftsjahr konnte die Gewo sogar Mieterhöhungen durchsetzen. Für 800 Wohnungen wurde die Miete um 0,15 Euro pro Quadratmeter angehoben. Dadurch nimmt die Gewo jährlich zirka 84 000 Euro mehr ein. Für den sozialen Wohnungsbau war eine Erhöhung für April vergangenen Jahres geplant. Mit einem Gewinn von etwas mehr als einer halben Million Euro erzielte die Firma das beste Ergebnis seit Jahren. Vor allem für Zinsen und ähnliches musste die Gewo weniger ausgeben.

Im Durchschnitt aller Wohnungen stiegen die Mieteinnahmen damit allerdings nur geringfügig: von 4,59 auf 4,66 Euro pro Quadratmeter. Bei Gewerbeflächen musste die Gewo sogar einen Rückgang hinnehmen. Statt 5,12 Euro erzielte sie nur noch 5,01 Euro pro Quadratmeter.

Viele Ausweichmöglichkeiten haben die Mieter nicht. Denn von den 1 323 eigenen Wohnungen standen nur 48 leer, was einer Quote von 3,4 Prozent entsprach.  Dadurch fehlen der Gesellschaft 160 000 Euro an Mieteinnahmen. Lediglich auf 1 675 Euro musste die Gewo wegen baulicher Mängel verzichten. An Mieten kassierte die Gewo knapp 4,5 Millionen Euro zuzüglich 1,8 Millionen Euro an Betriebskosten.

Um weiterhin einen hohen Vermietungsgrad zu erreichen, will die Gewo einzelne Häuser in der Innenstadt modernisieren und einzelne Wohnungen auf den neuesten Stand bringen. Größere Bauvorhaben sind angesichts der demografischen Entwicklung nicht geplant. Die Stadt Zehdenick rechnet in den nächsten Jahren eher mit einer schrumpfenden Einwohnerzahl. Auch deshalb rechnet die Gewo in der Zukunft mit einem gleich bleibenden beziehungsweise nur leicht steigendem Mietniveau. Auch an der eher geringen Leerstandsquote dürfte sich nach Einschätzung des Unternehmens dennoch nichts ändern.

91 Prozent aller Gewo-Wohnungen verfügen mittlerweile über eine zeitgemäße und moderne Ausstattung. Der Leerstand konzentiert sich in erster Linie auf die noch vorhandenen unsanierten Objekte. Aus diesem Grund wurde der Verkauf unsanierter und kleiner, leerstehender Gebäude in den vergangenen Jahren forciert. 2017 wurde aber nur eine unsanierte Bestandsimmobilie veräußert, was rund 60 000 Euro einbrachte.

Die frei verfügbaren Gelder sollen verstärkt für die Sicherung der Vermietung in den modernisierten Objekten eingesetzt werden. Nichtsdestotrotz investierte die Gewo 2017 nur eine Million Euro in den Bau von fünf Doppelhäusern mit zehn barrierefreien Wohnungen an der Straße des Friedens in Zehdenick-Süd. Für Reparaturen, Instandhaltung und Wohnumfeldverbesserungen gab die Gesellschaft 635 000 Euro aus. In der Dammhaststraße 31 wurden beispielsweise Dach und Fassade erneuert, die Wohnungen dort fertig modernisiert und eine Gewerbeeinheit umgebaut und vermietet.

In Zehdenick-Süd wurden die Fassaden von zwei Wohnblöcken neu gestaltet. In der Bahnhofstraße 15 wurde auch eine Gewerbeeinheit den Ansprüchen des neuen Mieters entsprechend umgebaut.(ris)

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