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CDU-Politiker
Velten soll sich mit Oberkrämer verloben

Roland Becker / 13.03.2019, 19:14 Uhr
Velten Oberkrämer (MOZ) Im Zuge der Diskussion um die Umgemeindung der Parkstadt II von Oberkrämers Ortsteil Marwitz nach Velten hat der CDU-Politiker und Stadtverordnetenvorsteher Hans-Jörg Pötsch eine grundlegende Zusammenarbeit beider Verwaltungen angeregt.

Als langfristiges Ziel schließt er auch einen Zusammenschluss beider Kommunen nicht aus, schreibt er in einem Diskussionsbeitrag. Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) reagiert bezüglich einer engeren Zusammenarbeit nicht ablehnend, aber zurückhaltend. Und er bringt einen weiteren Konkurrenten ins Spiel: "Mit Kremmen haben wir mehr Gemeinsamkeiten." Dabei verweist er auch auf die Struktur: Beide Kommunen seien durch viele kleinere Ortschaften geprägt. Velten hingegen präsentiert sich als Stadt ohne Ortsteile.

Auch Pötsch ist klar: "Dass es keine Liebesangelegenheit wird, ist verständlich. Mir würde auch eine vom Kopf gesteuerte Zusammenarbeit völlig ausreichen." Also eher eine eingetragene Partnerschaft als eine Hochzeit? Pötsch meint, dass zumindest eine Zusammenarbeit in verschiedenen Verwaltungsbereichen, wie dem für Kita und Schule, Vorteile bringen könnte. Und er provoziert ein wenig: "Nicht jede Gemeinde unter 15 000 Einwohner braucht ein eigenes Bauamt."

Hier trifft der CDU-Mann allerdings auf einen empfindlichen Leys: "Das Bauamt ist nicht das gute Beispiel." Oberkrämer zeige in diesem Bereich, dass flexibel agiert werden kann. "Wir machen nicht erst sieben Gutachten", sagt er. Stattdessen "sind wir ein bisschen risikofreudiger". In bestimmten Bereichen aber hält er eine Zusammenarbeit "für nicht unrealistisch und vorteilhaft für beide Seiten". Als Beispiel führt er den Mangel an Kita-Plätzen in beiden Kommunen an. "Wir haben ein schönes Grundstück direkt an der Grenze zu Velten. Wenn wir uns da verständigen könnten, würden wir etwas errichten, was beide brauchen", argumentiert Oberkrämers Bürgermeister.

Die Idee mit der Grenzen überschreitenden Kita gefällt auch Pötsch. Ihm geht es bei einer Zusammenarbeit allerdings auch um etwas anderes. Wenn es für beide Kommunen jeweils nur ein Hoch- und ein Tiefbauamt gäbe, "gehe ich davon aus, dass Personal eingespart werden könnte". Im engeren Sinn gibt es in Velten derzeit fünf Mitarbeiter, die für Hoch- und Tiefbau zuständig sind."Wir müssen uns nicht gleich vereinigen, aber eine engere Zusammenarbeit der Kommunen halte ich für sinnvoll", unterstützt Veltens SPD-Fraktionschef Frank Steinbock den Vorstoß von Pötsch. Auch für ein gemeinsames Bauamt hegt er Sympathien. Im Gegensatz zu seinem CDU-Kollegen möchte er allerdings keine Stellen streichen. "Bei dem Rückstau an Projekten, den wir haben, fehlt uns wohl eher Personal." Auch ein gemeinsames Sozialamt will er nicht ausschließen, räumt allerdings ein: "Ich befürchte, dass kommt bei den Einwohnern nicht gut an." Eine solche Zusammenarbeit dürfe auf keinen Fall die Erreichbarkeit der Behörden für den Bürger schmälern.Ein zu beackerndes Feld, in dem die Gemeinschaft auf die Probe gestellt werden könne, sieht auch er in den beiden wachsenden Kommunen im gemeinsamen Bau einer Kita oder Grundschule: "Das würde beiden nützen. Jeder könnte sich finanziell beteiligen."

Pötsch betont, dass er keinen Schnellschuss starten will: "Für die CDU könnte das zum Projekt der nächsten Legislaturperiode werden." Allerdings muss er dazu Partner ins Boot holen. Weder in der Veltener Zählgemeinschaft aus SPD/Freie Wähler, Linke und CDU noch bei seinen Parteikollegen in Oberkrämer ist er damit bislang vorstellig geworden.

Leys hingegen verweist nochmals auf Kremmen: "Wir sprechen eine Sprache." Dann fügt er allerdings hinzu: "Das könnte man mit Velten auch." Und lässt damit die Tür zur Ofenstadt einen Spalt offen.

Eine Stadt, sieben Dörfer

■ Oberkrämer hat 11 657 Einwohner (Stand 31. Dezember 2018). Im vorigen Jahr stieg diese Zahl um 156 Einwohner. Größte Ortsteile sind Bötzow (3 202 Einwohner), Schwante (2 164) und Vehlefanz (1 834).

■ Velten zählte zum Jahresende 2018 12 390 Einwohner, und damit nur gut sechs Prozent mehr als die Nachbarkommune. Auch Velten wächst, im vorigen Jahr um 135 Menschen.

■ Velten wird als das wahrgenommen, was sie offiziell ist: eine Stadt. Für Oberkrämer betont Bürgermeister Peter Leys hingegen gern, dass der dörfliche Charakter der sieben Ortsteile bewahrt bleiben soll. Zuzug wird es wegen der Lage im Berliner Speckgürtel in beiden Kommunen geben.⇥(rol)

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