Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Erdgasbohrung
Stadtverordneter an den Pranger gestellt

Norbert Gerth, Stadtverordneter in Zehdenick.
Norbert Gerth, Stadtverordneter in Zehdenick. © Foto: Martin Risken
Martin Risken / 16.03.2019, 07:00 Uhr
Zehdenick (MOZ) Ziemlich außer sich war am Donnerstagabend der Stadtverordnete Norbert Gerth (für SPD): "Das ist kein Umgang, da bin ich sehr enttäuscht", sagte er zum Ende der Stadtverordnetenversammlung. Was war passiert?

Aus der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten nach dem Gespräch am Montagabend zur geplanten Erdgasförderung waren kritische Meinungsäußerungen Gerths an die Öffentlichkeit gelangt. "Ich sollte bloßgestellt werden", sieht Gerth als Motiv. In sozialen Medien wurde der Abgeordnete sogleich an den öffentlichen Pranger gestellt, weil er sich kritisch zum Protest der Bürgerinitiative "Gegen Gasbohren" geäußert habe. Er wolle sich von den Demonstranten nicht zu einer Unterschrift zwingen lassen, stellte Gerth klar. Auch wenn man sich in der Runde einig gewesen sei, dass das Thema Erdgasförderung aus dem Wahlkampf herausgehalten werden sollte. "Ich habe eine breiter gefasste Meinung zu dem Thema", erläuterte er. Auch er sei kein Freund von Umweltverschmutzungen. Wenn man aber die Erdgasförderung ablehne, dann müsse man eben alternative Formen der Energiegewinnung fördern, da unterstütze er Reiner Merker aus Bergsdorf, der genau das in einem Leserbrief gefordert hatte. Dann erhoffe er sich auch die Unterstützung derjenigen, die jetzt gegen die Erdgasförderung demonstrieren. Da die Abgeordneten im nichtöffentlichen Teil unter sich waren, komme wohl nur ein anderer Abgeordneter in Frage, der seine Äußerungen in der Öffentlichkeit lanciert habe. Öffentlich bekannt hat sich am Donnerstagabend niemand als Denunziant.

Stadtverordnetenvorsteher Hartmut Leib (SPD) kommentierte: "Es gab schon Zeiten, in denen waren Dinge aus dem nichtöffentlicher Teil schneller in der Öffentlichkeit als die Sachen, die öffentlich beraten worden sind." Er erinnerte die Abgeordneten aber an ihre Verschwiegenheitspflicht.

Keine Geheimniskrämerei soll es hingegen mehr beim Schriftwechsel zwischen der Stadtverwaltung und der Firma Jasper Resources sowie dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe geben. Das zumindest forderte der Abgeordnete Reinhard Lenz (Wählergruppe Schorfheide) von Zehdenicks amtierenden Bürgermeister Dirk Wendland. Die Herausgabe der Stellungnahmen zum Genehmigungsverfahren für die seismische Suche hatte Wendland vor einigen Wochen noch abgelehnt. Auch wollte er nicht sagen, wer das Schreiben an das Bergamt unterzeichnet hatte. Ohnehin sei die Trägerbeteiligung der Kommune ja eine reine Angelegenheit der Stadtverwaltung und nicht der Abgeordneten, hatte Leib noch vor fünf Wochen betont.(ris)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Egal Egal 18.03.2019 - 07:52:52

Der jenige....

ist doch nur darauf bedacht, das ihm vielleicht dadurch ein Auftrag für Baumaßnahmen zukommt.

Egal Egal 18.03.2019 - 07:52:51

Der jenige....

ist doch nur darauf bedacht, das ihm vielleicht dadurch ein Auftrag für Baumaßnahmen zukommt.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG