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Verkehrschaos
Keine Behelfsbrücke, sondern eine Fähre soll Autos über die Havel bringen

Bereits 2011 wurde an der Havelbrücke in Hennigsdorf gearbeitet.
Bereits 2011 wurde an der Havelbrücke in Hennigsdorf gearbeitet. © Foto: Tilman Trebs
Roland Becker / 15.04.2019, 18:49 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Hennigsdorf wichtigste Verkehrsader wird beim Neubau der Havelbrücke 2021 lahmgelegt. Für mindestens neun Monate wird hier keine Brücke die Ufer verbinden. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde musste sich dem Druck der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt beugen, die direkt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unterstellt ist.

Noch im Februar hatte es geheißen, dass eine Behelfsbrücke gebaut wird. "Die alte Brücke befindet sich wegen ihrer Einsturzgefahr in einem akuten Zustand. Sie kann ohne Vorankündigung versagen", erläuterte Peter Münch, Leiter des Wasserstraßenamts in Eberswalde. Durch den Bau der Behelfsbrücke könne das alte Bauwerk so erschüttert werden, dass Gefahren bestehen. Die ständige Überwachung habe bislang aber noch keine Risse zutage gefördert, räumte Münch ein.

Der Amtsleiter ist offensichtlich selbst nicht ganz davon überzeugt, dass es keine Möglichkeit für einen Behelfsbau gibt. Denn gegenüber dieser Zeitung stellte er am Montag in den Raum: "Oder ist es eine Frage des Geldes? Wir sind seit zehn Jahren in der Vorplanung."

Selbst wenn für den Bau der Behelfsbrücke die jetzige Havelüberführung wegen Erschütterungsgefahr gesperrt werden müsste, wäre dieser Zeitraum kürzer als besagte neun Monate. Ein Behelfsbau würde etwa 1,25 Millionen Euro kosten.

Laut Münch wird in der Generaldirektion ernsthaft erwogen, einen Pkw-Fährdienst über die Havel einzurichten. Zwar soll eine kleine Baustellenbrücke errichtet werden. Die wird aber nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben.

Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther (SPD) kennt die Hiobsbotschaft bereits seit Ende März, verkündete die Nachricht aber erst am gestrigen Montag. Mittlerweile liegt bereits ein Protestbrief von ihm auf dem Schreibtisch des Bundesverkehrsministers. Auch vonseiten des Landkreises wird laut Sprecherin Constanze Gatzke gefordert: "Die Querung der Havel muss möglich bleiben."

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