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Kinder
Unternehmer spendet für Zirkusprojekt

Steffen Leber (links) freut sich über die großzügige Spende des Hennigsdorfer Unternehmers Sven Schürer. Das Geld fließt in das Zirkusprojekt Zideka, aber auch in Partys wie das Fest Grenzenlos.
Steffen Leber (links) freut sich über die großzügige Spende des Hennigsdorfer Unternehmers Sven Schürer. Das Geld fließt in das Zirkusprojekt Zideka, aber auch in Partys wie das Fest Grenzenlos. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 08.06.2019, 08:30 Uhr - Aktualisiert 10.06.2019, 10:42
Hennigsdorf (MOZ) Vor zwei Jahren hat die Tochter von Sven Schürer am Zirkus-Sommercamp der Hennigsdorfer Projektfördergesellschaft PuR teilgenommen.

Für Steffen Leber war die Teilnahme von Kiara ein Glücksfall. Und zwar nicht nur, weil das Mädchen die abschließende Zirkusvorstellung bereicherte. Im Nachgang des Zideka-Camps meldete sich ihr Vater beim für die PuR-Jugendprojekte verantwortlichen Steffen Leber. "Meine Tochter fand die zwei Wochen total cool. Und ich fand es toll, dass Kinder von der Straße geholt werden", erinnert sich Schürer. Er gehört zu jenen, denen es finanziell nicht nur möglich ist zu helfen. Er tut es auch.

"Man kann nicht immer nur rummeckern", begründet er seine Entscheidung, Zideka sowie die anderen Kinder- und Jugendprojekte der PuR finanziell zu unterstützen. Dabei greift er als Inhaber und Geschäftsführer der in Hennigsdorf beheimateten Firma HWK Fluid Service tief in die Tasche. Im vorigen Jahr spendete er 2 000 Euro. Und diesmal packt er noch eine Schippe drauf. Am Mittwoch dieser Woche überreichte er Steffen Leber einen Scheck über 3 000 Euro. Besonders angetan ist Schürer davon, dass viele Kinder durch die Zideka-Wochen Teamfähigkeit lernen. Gemeinsam wird ein Programm für die Abschlussvorstellung erarbeitet, zusammen erleben die Kinder viel Spaß miteinander und müssen es auch lernen, fair miteinander umzugehen. "Das gelingt nicht immer. Es gibt auch mal Zoff", räumt Leber ein und verweist darauf, dass dafür Sozialarbeiter bereitstehen, die Streit schlichten können.

"Wir holen die Kinder auch aus ihrer digitalen Welt", weiß Leber. "Zu Hause sitzen viele vor RTL II, vorm Handy oder Tablet." Zideka holt sie aus der selbst gewählten Einsamkeit vorm Bildschirm an die frische Luft. Manche Kinder müssten sich geradezu daran gewöhnen, dass die Ferien vor der Tür auch spannend sein können.

Die beiden Zideka-Camps – in jedem ist Platz für 54 Mädchen und Jungen – zeichnen sich auch dadurch aus, dass hier Kinder mit völlig unterschiedlichem sozialen Hintergrund aufeinandertreffen. "Zwei Drittel der Teilnehmer stammen aus Familien, in denen die Eltern berufstätig sind. Ein Drittel kommt aus finanziell schwachen Elternhäusern", berichte Zirkus-Chef Leber. Darunter sind auch eine Reihe von Kindern von Flüchtlingsfamilien.

Zideka zeichnet zudem aus, dass kein Kind gezwungen wird, täglich für die Zirkusvorstellung zu üben. In diesem Sommer gibt es zum Beispiel eine Holzwerkstatt. Aus Wittstock wurde das Mobile Kunstlabor gewonnen. Deren Mitarbeiter werden mit einigen Kindern kleine Videos über das Geschehen auf der Wiese hinterm PuR-Gebäude an der Fabrikstraße drehen.

"Es ist einfach toll, welche Gruppendynamik bei alledem entsteht", lobt Sven Schürer. Fast wirkt es, als würde der Unternehmer sich gern nochmal in seine Kindheit zurückbeamen. Doch auch in diesen Wochen wird sich der gelernte Schlosser mit dem beschäftigen, was er als Industriehydraulik bezeichnet. Seine seit 1992 existierende Firma wartet die maschinellen Pressen großer Unternehmen wie Bosch und Siemens. Als Kleinunternehmer, wie er sich bezeichnet, bekomme er den Fachkräftemangel voll zu spüren. Gern würde er seine aus zehn Mitarbeitern bestehende Mannschaft aufstocken. Gemeinhin benötigt er Industriemechaniker, Mechatroniker oder Baumaschinenschlosser. "Aber ich nehme alles, was da ist. Zur Not auch einen Bäcker, der ein bisschen ein Händchen für unsere Arbeit hat", sagt er.

Selbst wenn Sven Schürer während der Zideka-Wochen kurzfristig Urlaub nehmen und sich dazu  noch in seine Kindheit zurückbeamen könnte; einen Platz im Sommercamp würde er nicht mehr bekommen. "Wir sind seit langer Zeit völlig ausgebucht", sagt Leber mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Viele Anmeldungen kommen schon Anfang des Jahres. Für den Fall, dass noch ein Kind abspringt, liegt ihm eine lange Warteliste vor.

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