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Spender gefunden: Hoffnung für krebskranke Emma (1) aus Velten

Die einjährige Emma weilt derzeit in einer Spezialklinik der Berliner Charité.
Die einjährige Emma weilt derzeit in einer Spezialklinik der Berliner Charité. © Foto: privat
Roland Becker / 11.06.2019, 10:48 Uhr - Aktualisiert 11.06.2019, 13:23
Velten (MOZ) Neue Hoffnung für die kleine Emma: Offenbar ist ein Spender für die an Blutkrebs erkrankte einjährige Emma aus Velten gefunden worden. Das bestätigte am Dienstag Antonia Lukas, Sprecherin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei GmbH (DKMS). Nach ihren Informationen soll die Transplantation noch im Juni stattfinden. Konkrete Angaben, wann und wo der Spender gefunden wurde, hat sie noch nicht. Die Emma betreuende DKMS-Gruppe habe dazu noch keine Informationen geliefert.

"Das ist eine große Erleichterung", kommentiert Lukas die Nachricht. Da sie gerade erfahren hat, dass ein kleines Kind gestorben ist, für das die DKMS keinen Spender finden konnte, spricht sie sogar von "sensationell". In der Regel würden allerdings für neun von zehn Erkrankt Knochenmarkspender gefunden.

"Jetzt geht die wirklich harte Zeit aber erst los", meint Lukas. Zwar sei für die Eltern jetzt die Zeit der psychischen Belastung, ob die Suche nach einem Spender erfolgreich sein wird, zu Ende. Jetzt müsse Emma aber "eine ganz starke Chemotherapie" ertragen, sagt sie und fügt hinzu: "Ihr Körper wird auf Null gefahren." Konkret heiße das, dass das Immunsystem von Emma zusammenbricht. Es würden sowohl die gesunden als auch die kranken Zellen getötet. "Am Tag X hat Emma dann kein Immunsystem mehr", beschreibt Lukas den kritischsten Punkt. Aus diesem Grund müsse sie unter besonders strengen Vorschriften auf einer Isolierstation betreut werden, zu dem nur wenige Personen Zutritt haben. Diese müssten den Isolationsraum komplett vermummt betreten. Nach sieben bis zehn Tagen, so weiß es Lukas aus der Arbeit der DKMS, fange der Körper wieder an zu arbeiten und baue sein Immunsystem völlig neu auf. Es könne Monate dauern, bis es wieder völlig hergestellt ist. Zudem müssten alle Impfungen wiederholt werden, die Emma bereits erhalten hatte. Deren Schutz ist durch das zusammengebrochene Immunsystem nicht mehr gegeben.

Die DKMS-Mitarbeiterin tut sich schwer, eine konkrete Prognose zu geben, wie hoch der Erfolg ist, einen solchen Blutkrebs durch eine Transplantation zu heilen. Zwar seien es generell nur rund 50 Prozent der Patienten, bei denen die Transplantation zur Gesundung führt. Aber: "Bei Kindern schaffen es fast alle. Ich werde aber keine konkreten Zahlen nennen."

Zuerst hatte die Internetseite Presse Augsburg darüber berichtet, dass in der vergangen vergangenen Woche ein Spender gefunden worden sei. Ob er über eine der eigens für die einjährige Emma aus Velten organisierten Registrierungsaktionen gefunden wurde, ist nicht bekannt. Am 11. Mai wurden sowohl in Velten als auch in Braunschweig und Horgau Registrierungs- und Typisierungsaktionen der DKMS veranstaltet. In Velten nahmen knapp 1150 Menschen an der Aktion teil.

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