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Bankenaffäre im Bauausschuss

Bank hin oder her: Die Abgeordneten sind sich unschlüssig, ob sie dem FDP-Antrag folgen sollen.
Bank hin oder her: Die Abgeordneten sind sich unschlüssig, ob sie dem FDP-Antrag folgen sollen. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 13.08.2019, 08:26 Uhr
Nieder Neuendorf (MOZ) Die erste Sitzung des Hennigsdorfer Bauausschusses nach der Wahl hat jüngst bewiesen: Über eine einzige Parkbank kann eine halbe Stunde diskutiert werden. Und danach weiß keiner mehr, was wirklich gewollt ist. "Die Bank kann man dort hinstellen", stimmte Bürgermeister Thomas Günther (SPD) dem FDP-Vorschlag zu, eine solche auf einem Steg an der Nieder Neuendorfer Landzunge zu platzieren. Sein Aber schickte er jedoch sofort hinterher: "Die Belastungen durch den Publikumsverkehr auf Stegen und Bänken im Naturschutzgebiet sollte möglichst gering gehalten werden." Elf Sitzgelegenheiten gebe es bereits auf der Halbinsel, eine zwölfte sei verzichtbar. Baubereichsleiter Daniel Stenger packte sogar noch eine Schippe an Schwierigkeiten drauf: "Wir müssten dafür einen Befreiungsantrag aus dem naturschutzgebiet stellen. Ob der durchkommt, wissen wir nicht." Petra Röthke Habeck (Grüne) schlug vor, eine Bank aus natürlichen Rohstoffen, also aus Holz, bauen zu lassen. Olaf Scholtissek von den Linken schlug gar vor, gleich das gesamte städtische Parkbankkonzept zu überarbeiten. Auch die Diskussion für und gegen einen Papierkorb neben der Bank nahm einen längeren Zeitraum ein. Antragsteller Ralf Nikolai (FDP) stand die Verwunderung über die ausgiebige Diskussion ins Gesicht geschrieben. Erstaunt sagte er: "Wir haben eine Steganlage. Wenn die benutzt werden kann, sind zwei Leute auf einer Bank eher das Mini-Problem."

Fast schienen sich die Abgeordneten der FDP-Verwunderung zu folgen. Denn der Vorschlag der Verwaltung, die Bank aufzustellen, wurde bei vier Ja- und fünf Neinstimmen abgelehnt. Als über den FDP-Antrag beschieden, gab es allerdings ebenfalls vier Ja- und fünf Neinstimmen. Die Bank scheint nun im Nirgendwo zu schweben. Bauausschussvorsitzender Michael Wobst (für SPD) fasste die Diskussion so zusammen: "Das ist ja hier die reinste Bankenaffäre."

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