Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gartenkunst
Es wächst, blüht und gedeiht an der Klostermauer

Thomas Pilz / 13.08.2019, 17:42 Uhr
Zehdenick (MOZ) Vielen der Anwesenden dürfte der alte Goethe durch den Kopf gegangen sein am Montag während der Einweihung des Kloster-Schaugartens Zehdenick: "Augenblick, verweile doch, du bist so schön". Aus der Hast und Hektik des Alltags gekommen, hatten sie – vor allem Vertreter von Kommunen und Behörden – einen Hort der Ruhe und des Friedens vorgefunden, wie verzaubert von Gartenkunst, Hochbeete, dicht bewachsen mit Kräutern jeglicher Bestimmung, Art und Schönheit. Und das vor der altehrwürdigen Mauer der Dormitoriums-Ruine.

Stiftsamtfrau Gabriele Pielke begrüßte alle Gäste herzlich, nicht zuletzt jene vom nahen evangelischen Seniorenheim "Viktoria Luise" und vor allem den Klosterwart und ehrenamtliche Helfer. Sie hieß den Superintendenten des Kirchenkreises willkommen, Uwe Simon, sowie Zehdenicks Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos). Ebenso Förderer wie Uwe Mietrasch als Leiter der Stadtwerke sowie Dirk Wendland und Uta Kupsch von der Stadtverwaltung Zehdenick. Nicht zuletzt Eckhard Diemke, Chef der Gewo.

Zur Einstimmung musizierte der Bläserchor, dann erläuterte die Amtfrau detailliert das Credo der neuen Anlage, wonach der Gartenbau eine lange Tradition besitze in dem Kloster. Jede Stiftsdame bewirtschaftete ihren eigenen Garten.  Außerhalb der Mauer war die Anlage, was sie auch heute wieder ist: Streuobstwiese, merkte Pielke an. "Da wir selbst als Stiftskapitel nicht in der Lage sind, einen Klostergarten zu pflegen, suchten wir nach anderen Wegen und wurden schließlich im Kloster Andechs in Bayern fündig", denn dort werde das Prinzip des Klostergartens als Schaugarten in Hochbeeten verfolgt.

Vor allem könnte der Schaugarten einem pädagogischen Zweck dienen: als Anschauungsmaterial und lehrreiche Beschreibung zugleich, merkte die Amtfrau an.

"Je nach Alter der Schüler sind unterschiedliche Betrachtungsweisen möglich.  Und mit dem Naturkunde-Unterricht kann auch der Unterricht über Geschichte und Heimatkunde im weitesten Sinne verbunden werden", gab sie einen Tipp.

Und noch eine Erkenntnis frei nach Goethe gewannen die Erbauer des Gartens: "Grau ist alle Theorie", denn nach ihrer Pflanzung hätten sich zum Beispiel Bärlauch, die Lilie und die Akelei ohne große Umstände bis zum nächsten Jahr verabschiedet, räumte Pielke schmunzelnd ein. Andere Pflanzen blühten zu schnell, wieder andere schossen ins Kraut. So rückt das "Tatsächliche und Natürliche" die Theorie zurecht.

Uwe Simon gratulierte herzlich und stimmte mit dem Bläserchor ein Paul-Gerhardt-Lied an, "Geh aus mein Herz und suche Freud". Bert Kronenberg dankte dem Stift für die Bereicherung schöner Orte in Zehdenick – nicht zuletzt für Touristen.

Details zu den Hochbeeten

Thematisch angeordnet sind die Hochbeete: Duftkräuter, Gewürzkräuter, Blumenkräuter, Gemüsekräuter, Un-Kräuter und Blumen-Heilkräuter.

Auf Schildern sind, geordnet nach ihrem Standort, die Pflanzen beschrieben – in dem Kloster Zehdenick, das um 1250 für Zisterzienserinnen gegründet worden war.⇥pilz

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG