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Hattrick in einem irren Spiel: Das sagt Kevin Köhn

Drei Tore binnen 20 Minuten: Kevin Köhn (rechts) sorgte im Spiel des SC Oberhavel Velten gegen Fortuna Glienicke mit einem Hattrick für den Ausgleich.
Drei Tore binnen 20 Minuten: Kevin Köhn (rechts) sorgte im Spiel des SC Oberhavel Velten gegen Fortuna Glienicke mit einem Hattrick für den Ausgleich. © Foto: Moritz Franke
Stefan Zwahr / 24.11.2019, 12:45 Uhr
Velten (MOZ) Drei Elfmeter, sieben Tore, Sieg des Gastgebers in Unterzahl nach 0:3-Rückstand: Das Landesliga-Duell zwischen dem abstiegsbedrohten SC Oberhavel Velten und dem Tabellenzweiten Fortuna Glienicke war nichts für schwache Nerven. Als dreifacher Torschütze stach bei den am Ende siegreichen Ofenstädtern Kevin Köhn heraus. Bis zur Pause sorgte er für das 3:3, in der Nachspielzeit von Hälfte zwei gelang seinem Team der Siegtreffer.

Wie lange wird es dauern, ein derartig verrücktes Spiel zu verarbeiten?

Kevin Köhn: Ach, das geht ziemlich schnell. Aber es ist schon so, dass du in den Spielklassen ab der Landesliga aufwärts relativ selten erlebst, dass eine Mannschaft ein 0:3 dreht.

Nach 18 Minuten hatte Glienicke drei Tore erzielt. Waren die Unterschiede bis dahin so deutlich?

Wir waren in den ersten 20 Minuten in puncto Zweikämpfen nicht auf dem Platz. Das hat der Gegner gnadenlos ausgenutzt.

Normalerweise gehen bei Spielern bei so einem Zwischenstand die Köpfe runter. Warum war das bei Velten nicht so?

Wir hatten schon bis zu diesem Zeitpunkt zwei gute Szenen, wo wir allein auf das Tor zugelaufen sind. Dadurch haben wir gemerkt, dass nach vorn durchaus was drin ist. Uns kam dann auch der schnelle Anschlusstreffer entgegen. Wir konnten uns dann mit schnellen Kontern immer wieder in die gegnerische Hälfte spielen. Die Glienicker kamen nicht hinterher und haben es uns einfach gemacht.

War Ihnen klar, dass wirklich noch was geht?

Eigentlich war allen ab dem 2:3 klar, dass das Spiel kippen kann. Natürlich hast du Glück, dass der Gegner vor der Pause nicht noch das vierte Tor macht. Aber dieser Spielverlauf macht etwas im Kopf mit dir. Und das ist auf beiden Seiten so.

Ab der 75. Minute spielte Velten in Unterzahl. Kamen da bei Ihnen doch Zweifel auf?

Nein, denn auch nach dem Platzverweis sah es immer noch gut für uns aus. Es war irgendwie klar, dass nur eine Mannschaft ein Tor machen kann. Und das waren wir.

Ihre Mannschaft bekam drei Elfmeter zugesprochen. Waren die alle berechtigt?

Über den Zweiten kann man streiten. Den muss man nicht geben. Die beiden anderen Elfmeter waren glasklar.

Es gab drei Elfer, sechs gelbe Karte und einen Platzverweis. War es ein hitziges Spiel?

Richtige Nickeligkeiten gab es nicht. Sicherlich haben wir das Spiel ein bisschen härter geführt. Das müssen wir gegen solche Gegner aber machen, um ins Spiel zu kommen und so ein Wunder schaffen zu können. In Vorbereitungsspielen haben wir gegen Glienicke immer verloren. Nun ging es um Punkte und wir waren extra motiviert.

Zwei Ihrer drei Tore erzielten Sie vom Elfmeterpunkt. Es lagen nur sechs Minuten dazwischen. War dennoch gleich klar, dass Sie sich den Ball nehmen?

Ja. Schon dadurch, dass die beiden anderen etatmäßigen Elfmeterschützen fehlten. Außerdem habe ich mich sicher gefühlt.

Nach 51 Minuten wurden Sie ausgewechselt. Ist das in einem solchen Spiel nicht bitter?

In den letzten zwei Wochen habe ich wenig trainiert. Da war es von der Luft her nicht so einfach. Auch die Leiste hat gezwickt. Darum war es gut, dass es so kam. Und es kam ja jemand, der die Bälle vorne festgemacht hat. Der Wechsel war die absolut richtige Entscheidung.

Für Velten war es der vierte Sieg im 14. Spiel. Zählen drei Punkte aus einer partie gegen ein Spitzenteam quasi doppelt?

Im Endeffekt schon. Der Sieg ist Balsam für die Seele. Wir haben oft gut gespielt. Auch letzte Woche gegen Schwedt waren wir die bessere Mannschaft, auch wenn wir 0:3 verloren haben. Diesmal haben wir die gleiche couragierte Leistung gezeigt und wurden belohnt.

Stellen Sie sich aber nicht dennoch die Frage, warum es nicht immer so laufen kann?

Das zeigten die ersten 20 Minuten. Wir haben eine ziemlich junge Mannschaft. Und wenn du nicht richtig in die Zweikämpfe gehst, läuft es in andere Richtung. Was uns immer wieder auszeichnet, ist die Moral. Wir stecken nie auf.

Der Vorsprung auf den Vorletzten beträgt sieben Punkte. Ein beruhigendes Polster?

Wir sind mitten im Abstiegskampf. Du guckst nach jedem Spiel, wie die anderen hinter dir gespielt haben. Aber unser Selbstvertrauen ist da. Wir haben Babelsberg geschlagen, nun auch Glienicke. Gegen Ahrensfelde geht es nun darum, die Hinrunde so gut wie möglich abzurunden.

Kevin Köhn: Bilanz für den SC Oberhavel Velten

Kevin Köhn spielt seit 2017 für den SC Oberhavel Velten. Damals kam er vom FSV Forst Borgsdorf.

Für die Ofenstädter bestritt der Offensivspieler seither 29 Spiele in der Landesliga und erzielte dabei elf Tore.

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