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Protest
WGH kämpft gegen Preiserhöhung für Fernwärme

WGH-Chef Hartmut Schenk möchte die Stadtpolitiker in die Pflicht nehmen, um die Auswirkungen der Preiserhöhung für Fernwärme zu begrenzen.
WGH-Chef Hartmut Schenk möchte die Stadtpolitiker in die Pflicht nehmen, um die Auswirkungen der Preiserhöhung für Fernwärme zu begrenzen. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 30.11.2019, 08:37 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Die Hennigsdorfer Wohnungsbaugenossenschaft Einheit (WGH) kämpft gegen die ihrer Ansicht nach extremen Preiserhöhungen, die die Stadtwerke zum 1. Januar für Fernwärme angekündigt haben. Nach einem ergebnislos verlaufenen Gespräch mit Bürgermeister Thomas Günther (SPD) hat sich WGH-Geschäftsführer Hartmut Schenk am Freitag in einem Offenen Brief mit einem Hilferuf an alle Fraktionen des Stadtparlaments gewendet. Darin heißt es: "Wir bitten Sie dringend, die Fernwärmepreise für die Verbraucher und Bürger in Hennigsdorf moderat zu gestalten." Er regt an, den Stadtwerken eine finanzielle Unterstützung für die geplanten Investitionen zu gewähren.

Letztere hatte Stadtwerke-Chef Thomas Bethke jüngst als Hauptgrund für die Preiserhöhungen genannt. Er sprach von zirka 13 Prozent oder 120 Euro im Jahr, bezogen auf eine Durchschnittswohnung. Sowohl Schenk als auch Holger Schaffranke, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft HWB, widersprechen dem. Laut Schaffranke werden die meisten Mieter mit 20 Prozent höheren Kosten belastet. Das summiere sich im Jahr auf zirka 200 Euro. Schenk geht davon aus, dass "das für Hunderte unserer Mieter 200 bis 300 Euro im Jahr ausmachen wird". Er verweist zudem da-rauf, dass schon jetzt die Hennigsdorfer Fernwärme deutlich über dem brandenburgischen Durchschnittspreis liege, und zwar um 30 Prozent. Die jetzige Erhöhung würde bis zu 50 Prozent über diesem Mittel liegen.

Beide Geschäftsführer sehen es kritisch, dass die Stadtwerke den Grundpreis stark erhöhen, den nach Verbrauch abgerechneten Arbeitspreis aber senken. So hätten die Mieter kaum Einfluss darauf, die Rechnung durch sparsameren Verbrauch zu senken.

"Wir kämpfen für die Mieter unserer 5 000 Wohnungen", kündigte Schenk am Freitag an. Die HWB als eine der Stadt gehörende Gesellschaft muss sich hingegen mit öffentlichem Protest zurückhalten.

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Patrick Reuter 04.12.2019 - 15:22:53

eine Frechheit

Ich war seit Jahren Fernwärmekunde und habe mich mit diesem Thema sehr intensiv auseinandergesetzt (Preisgleitklauseln im Vertrag, Geschäftsjahresberichte der Stadtwerke und daraus resultierende Ausgaben für die Stadtwerke wie Einnahmen). Was ich für die letzten Jahre errechnen konnte, ist das die Schere zwischen Ausgaben für Wärmeerzeugung und Einnahmen durch Wärmeabgabe immer größer wird) Trotz vertraglich verankerter Preisgleitklausel wurden Preiserniedrigungen wie sie vertraglich nun mal festgesetzt wurden seit 2017 nicht an den Kunden gegeben (hier begrenzte man einfach den Preis). Wir hätten in 2017 für eine Kwh nur 8,1 cent brutto bezahlt statt der festgesetzten 9,6 cent. Damals hat man noch argumentiert, dass die Grundgebühr günstiger wird. Es kann doch nicht sein, dass man einen Vertrag einseitig dermaßen ändert. Nun ist eine Verdreifachung der Grundgebühr geplant?! Unter dem Deckmantel des Fernwärmezwangs werden hier die Kunden dermaßen stark finanziell belastet wie in kaum einer anderen Gemeinde in Deutschland. Sicher ein Fall für das Bundeskartellamt. Zum Glück heizen wir mittlerweile regenerativ /klimaneutral und sparen in unserer Eigentümergemeinschaft nun pro Haushalt je nach Verbrauch etwa 1000-2000€ pro Jahr.

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