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Hoffnung in der Corona-Krise
SV Stahl Hennigsdorf kämpft um seine Zukunft

Wie für alle Deutschen ist derzeit auch für Bernd Götze der Bewegungsspielraum eingeschränkt: Der Vorsitzende des SV Stahl arbeitet am heimischen PC im Homeoffice und beobachtet von dort aus auch die Entwicklungen zur Corona-Krise.
Wie für alle Deutschen ist derzeit auch für Bernd Götze der Bewegungsspielraum eingeschränkt: Der Vorsitzende des SV Stahl arbeitet am heimischen PC im Homeoffice und beobachtet von dort aus auch die Entwicklungen zur Corona-Krise. © Foto: privat
Steffen Kretschmer / 25.03.2020, 16:21 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Dem gesellschaftlichen Shutdown ging beim SV Stahl Hennigsdorf, wie bei anderen Vereinen auch, der sportliche Stillstand voraus. Nichts geht mehr für die 1 350 Mitglieder. Für Bernd Götze ist dies keine einfache Situation. Von dem, was den größten Klub im Landkreis Oberhavel in den vergangenen Jahren so stark gemacht hat, erhofft sich der Vorsitzende nun den notwendigen Schub, um aus der Corona-Krise so schadlos wie eben möglich herauszukommen.

Reaktionen zur Zwangspause

Als die Sportwelt vor knapp zwei Wochen nicht nur stillzustehen drohte, sondern nach und nach tatsächlich auf Eis gelegt wurde, zogen auch die Verantwortlichen des SV Stahl die Reißleine "Als das alles vor knapp zwei Wochen Fahrt aufnahm, haben wir uns sofort im Vorstand dazu verständigt und Empfehlungen an die Abteilungen herausgegeben, den Trainingsbetrieb einzustellen", sagt Bernd Götze. Allerdings sei nicht sofort überall der Cut gemacht worden. Einige hätten versucht, noch etwas durchzuhalten, dann aber doch recht zügig realisiert, dass eine Pause vom Sportbetrieb der richtige Weg sei, so der Vorsitzende.

Überleben

Für niemanden ist bisher abzusehen, wann die Aktivitäten in den Abteilungen wieder aufgenommen werden können. "Alles ist zum Erliegen gekommen. Wir sind im Wartemodus und müssen jetzt sehen, wie wir damit klarkommen", sagt Bernd Götze. Klarkommen heißt im Falle des SV Stahl Hennigsdorf in den kommenden Wochen auch hoffen. Nämlich darauf, dass die Mitglieder auch weiterhin gemeinsam den Weg mit ihrem Verein gehen. Und das auch ohne die von allen gewohnten Sportangebote. Im Klartext: "Das A und O ist, wie die Mitglieder zum SV Stahl stehen. Jetzt können wir zeigen, dass wir wirklich wie eine große Familie sind. Wenn die Beiträge zurückverlangt werden, würde das den Todesstoß bedeuten", sagt Bernd Götze, der fest daran glaubt, die Corona-Krise mit dem Verein zu meistern. "Es ist dabei einfach sehr wichtig, zu wissen, dass die Beiträge nicht an Leistungen, sondern an die Mitgliedschaft im Sportverein gebunden sind."

Große Hoffnung

Bernd Götze ist sich sicher, dass die momentane Situation für Vereine auch deshalb so schwierig zu händeln ist, "weil sie einfach noch nie da war". Viele Klubs stünden vor einer ungewissen Zukunft, damit aber überhaupt nicht allein. "Eine Krise hat auch immer etwas Gutes. Ich bin überzeugt davon, dass es danach wieder vorwärts geht, schon allein deshalb, weil bei einer Wiederholung eines solchen Problems alle vorbereitet sind", sagt Bernd Götze. "Aus Stahl-Sicht wird sich jetzt einfach zeigen, ob wir über viele Jahre hinweg zu einer Institution herangewachsen sind und alles, was wir aufgebaut haben, nach der Krise weiterführen können."

Sport in zweiter Reihe

Dass die Themenlage von den gesperrten Sportstätten vor einigen Tagen schnell wieder hin zum Gefahrenpotenzial des Corona-Virus wechselte, ist für Bernd Götze nicht nur völlig klar, sondern auch absolut richtig. "Als gemeinnütziger Verein sind wir jetzt das letzte Glied in der Kette", sagt er und hebt hervor, "dass die Gesundheit viel wichtiger ist". Er selbst habe ein 92-jähriges Familienmitglied, dass es zu schützen gilt. Hinzu komme, dass es mittlerweile auch darum gehe, "dass die Leute eine Arbeit und eine Perspektive haben".

Projekte in Warteschleife

Der SV Stahl Hennigsdorf hatte in den kommenden Monaten vieles vor. Und das sowohl sportlich als auch infrastrukturell. Was davon auf welche Art und Weise umgesetzt werden kann, wird die Zukunft zeigen. Beispielsweise sollte bis zum 31. Mai die Bau-Maßnahme eines Außensportfeldes abgeschlossen werden. Dies unter den derzeitigen Umständen zu schaffen, sei wohl nicht möglich, so Götze. "Wir hoffen daher, dass wir die verlorene Zeit dann im Anschluss dazu bekommen." Sportlich steht unter anderem der Hennigsdorfer Citylauf im Terminkalender des gastgebenden SV Stahl. Ob dieser jedoch ausgetragen werden könne, sei offen, sagt der Vereinsvorsitzende. "Darüber denken wir noch nicht nach, sondern nur, wie wir uns schützen müssen, damit wir gesund bleiben."

Wiedereinstieg ins Sportleben

Eine Prognose, wann es sportlich weitergehen könnte, wagt Vereinschef Bernd Götze nicht abzugeben. "Ich kann nicht im Kaffeesatz lesen." Er wünscht sich auf der einen Seite zwar, dass es so schnell wie möglich weitergehe, aber andererseits, dass so lange pausiert wird, wie es eben wirklich notwendig ist. Vielleicht sei Sport zu Beginn des neuen Schuljahres möglich. "Dann könnten die Mühlen wieder anfangen zu mahlen. Vorher bringt es wenig. Alle müssen sich erst einmal sammeln. Wichtig ist aber, dass wir den Kopf nicht hängen lassen und nach vorne schauen", so Götze.

1350 Mitglieder vielerorts aktiv

Der SV Stahl verfügt über mehrere Abteilungen. Neben Rugby, Turnen, Volleyball und Ringen bietet der Verein auch Triathlon und Gesundheitssport an.

Der Verein aus Hennigsdorf nutzt für den Betrieb zahlreiche Sportstätten. Das Herzstück ist das Vereinshaus des SV Stahl, Heinestraße 2. Die Abteilungen sind an unterschiedlichen Orten aktiv: in den Sporthallen an der Diesterweg Schule, der Schweitzer Oberschule, der Fontane Grundschule, der Biber Grundschule und der Grundschule Nord, in der Stadtsporthalle, auf der Sportanlage am OSZ und im Stadtbad.

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