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Unglück
Hennigsdorfer Familie dankt für Hilfe an einem schwarzen Tag

Roland Becker / 19.05.2020, 05:30 Uhr
Hennigsdorf (HGA) Langsam lässt der Schreck nach." Der 12. Mai war ein schwarzer Tag im Leben von Rosemarie Menge und Olaf John. Und das im wahrsten Sinn des Wortes: Am Ende des Tages stand ein schwarzer verkohlter Blechhaufen vor ihrem Hennigsdorfer Haus. Das Unglück hatte um 17.50 Uhr begonnen. Die Polizei wird tags darauf mitteilen: "Zeugen bemerkten in der Forststraße den Brand eines Ford. Sie versuchten vergeblich, mit einem Gartenschlauch das Feuer zu löschen. Das Fahrzeug brannte komplett aus."

Diese Zeugen, das war das Ehepaar mit ihrem nebenan lebenden Sohn. Und der Versuch mit dem Gartenschlauch brachte wenig Erfolg. Doch der Reihe nach.

Schwarze Wolken

"Es war ein schöner Gartentag. Ich kam zurück vom Einkaufen und entlud die Gartenutensilien. Wie immer stellte ich mein Auto vor dem Haus ab", erinnert sich Olaf John. Gerade wollte er sich wieder der Arbeit am Gartenteich widmen, als seine Frau "weiß wie eine Wand" erschien und schrie: "Aus dem Auto kommen schwarze Wolken." Ihr Mann rannte zur Straße und sah das Heck seines Ford Galaxy brennen. Während seine Frau mit einem Feuerlöscher angerannt kam, war ein Nachbar schon dabei, die Feuerwehr zu verständigen.

"Ich versuchte, mein Auto zu löschen. Doch der Feuerlöscher war schnell leer", erinnert sich John. Mittlerweile war sein Sohn vom Nachbargrundstück herbeigeeilt. Beide wollten mit dem Gartenschlauch das Autoheck kühlen. Doch eine kleine Nachlässigkeit kostete wertvolle Sekunden: "Gerade mit dem Aufrollen des Gartenschlauches ist meine Frau immer sehr ordentlich. Aber heute? Wir brauchten eine gefühlte Ewigkeit um das dicke Knäuel zu entheddern." Als der Strahl endlich herausschoss, barsten die Seitenscheiben. Olaf John beschreibt diese Momente: "Das ganze Auto brannte in hellen Flammen. Das war eine verdammt heiße Sache. Als die Feuerwehr eintraf, war ich verzweifelt und erleichtert zugleich."

In der Erinnerung ist es Dankbarkeit, die das Ehepaar empfindet: "Die Hennigsdorfer Feuerwehr machte sich mit großer Professionalität an die Arbeit." Jeder am Unfallort Anwesende, der durch den Rauch geschädigt sein konnte, habe ein Feuerwehrmitglied an seiner Seite gehabt. "Meine Frau und ich waren innerlich völlig erschöpft. Die uns zugeteilten Personen gaben uns ein sicheres Gefühl. Sie strahlten in dem Tohuwabohu einfach eine angenehme Ruhe aus. Das bewunderte ich sehr", schaut John auf diese Momente zurück. Seine Frau ergänzt: "Wir waren ja völlig durch den Wind. Die Feuerwehrfrau hat mich nicht aus den Augen gelassen." Den Dank an die Kameradinnen und Kameraden verbindet das Paar mit der Erleichterung darüber, dass diese ein Übergreifen der Flammen auf ihr Haus verhinderten. Mittlerweile war auch eine Notärztin eingetroffen, die nach einer kurzen Untersuchung feststellte: Niemand hatte Schaden genommen. "Nur die innerliche Aufregung, also der Schreck, das saß noch tief. Dass niemand verletzt wurde, ist das allerwichtigste", sagen beide erleichtert.

"In der Zwischenzeit", schaut Olaf John auf diese Schreckensstunde zurück, "hatte sich das, was mal mein bester Begleiter gewesen war, in ein heißes, tropfendes Blechgerippe verwandelt. Die nagelneuen Sommerreifen schmolzen dahin." Doch mit dem Löschen des Brandes war die Aufregung nicht vorbei. Die Kripo nahm das Wrack in Augenschein und war sich bald sicher, dass ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst hatte. Mittlerweile ist klar, so berichtet Rosemarie Menge am Montag, dass sich eine Sitzheizung entzündet hatte. Schon am Folgetag wurde das, was von dem Ford übriggeblieben war, abgeholt. "Das eine große Erleichterung", sagt Rosemarie Menge.

Während des Unglücks war in all der Aufregung einer ganz aus dem Blick verschwunden: der Hund des Hauses. "Sein Lieblingsplatz war immer der Kofferraum. Die Hecktür stand immer offen", erzählt Olaf John. Wenig später herrschte Erleichterung: "Wir fanden ihn ruhig im Gras liegend.  In  geschützter Entfernung beobachtete er das Treiben."

Auch in den Tagen danach gab es viel zu tun. Zum Beispiel, einen neuen Personalausweis zu beantragen. "Den hat mein Mann immer im Auto liegen", erzählt Menge. Sie hat eine Liste erstellt, was zu regeln ist: "Ich bin dabei, diesen Zettel abzuarbeiten."

Ans Werk gemacht hat sich auch die fünfjährige Enkelin. Sie bemalte für ihren Opa einen Stein mit einem bunten Schutzengel. Dieser war offensichtlich bereits am Werk gewesen, als das Auto brannte. Denn John stellt erleichtert fest: "Ich bin froh, dass außer an meinem Auto kein weiterer Schaden entstand." Mit seiner Frau möchte er sich bei allen bedanken, die am 12. Mai mit Hilfe und Trost zur Stelle waren.

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