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Stadthafen
Hennigsdorf hat kein Interesse am alten LEW-Hafen

Seit dem vorigen Jahr gibt es wieder ein Bistro im Hennigsdorfer Stadthafen.
Seit dem vorigen Jahr gibt es wieder ein Bistro im Hennigsdorfer Stadthafen. © Foto: Aileen Hohnstein
Roland Becker / 21.05.2020, 05:30 Uhr - Aktualisiert 22.05.2020, 15:17
Hennigsdorf (MOZ) Eine im Dornröschenschlaf liegende Perle meint die FDP entdeckt zu haben: den ehemaligen, auf dem Bombardier-Gelände liegenden LEW-­Hafen. Den Liberalen war das jüngst im Stadtparlament eine Anfrage wert: "Inwieweit könnte Hennigsdorf für die Entlastung des Verkehrs und der Umwelt diese Verkehrsanbindung in Zukunft nutzen?" Eine Idee wurde gleich mitgeliefert: "Auch eine touristische Nutzung wäre denkbar." Der Hafen sei für die weitere Entwicklung des dortigen, fast ausgelasteten Industriegebiets unerheblich, lautete die Antwort der Verwaltung. Bislang habe auch kein dort angesiedeltes Unternehmen Interesse daran geäußert, den alten Hafen nutzen zu wollen.

Auch Bürgermeister Thomas Günther (SPD) ist mehr als skeptisch, dass das Hafenbecken wieder genutzt werden könnte. "Dafür müsste es einen Investor geben." Der aber ist weit und breit nicht zu sehen. Der Bürgermeister verweist auch darauf, dass "die brandenburgischen Binnenhäfen nicht glänzend dastehen."  Beispiel Velten: Der dortige kleine Industriehafen kann nur wirtschaftlich betrieben werden, indem das Areal rundherum von anderen Firmen genutzt wird, die dafür zahlen.

Eine Ausrichtung auf den Tourismus kann sich Günther für den LEW-Hafen nicht vorstellen. Was er nicht sagt: Ein Investor dürfte zudem vor dem Problem stehen, dass der Boden des seit mehr als 100 Jahren industriell genutzten Geländes belastet ist.

Hennigsdorfs Bürgermeister setzt viel mehr darauf, den bestehenden Stadthafen aufzuwerten. Vor zehn Jahren scheitere dort der Plan eines Holländers, ein Feriendorf zu errichten. Mittlerweile gibt es aber die kleine Marina von Mike Randhagen. Günther kann sich dort noch mehr vorstellen: "Wenn das gesamte Hafengelände aufpoliert und dann touristisch genutzt wird, könnte das eine richtig schöne Perle werden." Er scheint aber schon in die Muschel geschaut zu haben, die die Perle beherbergt: "Es gibt Ideen eines Investors, die aber noch nicht so reif sind, sie öffentlich präsentieren zu können."

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