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Nach Drogenverkauf an Kind
Polizei sucht seit sechs Tagen vergeblich nach nach bekanntem Täter

Ecstasy gehört zu den Partydrogen.
Ecstasy gehört zu den Partydrogen. © Foto: Boris Roessler
Roland Becker / 30.07.2020, 04:45 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Dass auch in Hennigsdorf mit Drogen gehandelt wird, ist ein offenes Geheimnis. Doch der Fall, der sich am vorigen Freitagabend nahe des Rathauses zugetragen hat, ist ein besonderer: Der Täter soll unter anderem einer Zwölfjährigen und damit einem Kind Betäubungsmittel verkauft haben. Dass die Polizei auf den Drogendeal aufmerksam werden konnte, verdankt sie einer Passantin. Diese war im Vorbeigehen auf die Zwölfjährige sowie eine 17-jährige Jugendliche aufmerksam geworden, die offensichtlich unter Drogeneinfluss standen.

Die beiden Konsumentinnen hätten dann, so Polizeisprecher Lars Protz, den Namen eines 28-jährigen Deutschen genannt und behauptet, dass dieser ihnen die Betäubungsmittel verkauft habe. Der Mann habe trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung in der näheren Umgebung, nicht mehr gefunden werden können.

Ob die 12- und die 17-Jährige den wirklichen Täter benannt haben oder ob es sich um eine Schutzbehauptung handelt, muss noch geklärt werden. Die seit vergangenem Freitag laufende Suche nach ihm gestaltet sich offensichtlich deshalb schwierig, weil dieser obdachlos ist. Bei der Polizei ist der mutmaßliche Täter bereits mehrfach aktenkundig geworden. Protz dazu: "Es gab in der Vergangenheit bereits ein gegen den Mann gerichtetes Verfahren wegen der Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige. Das wurde aber durch die Staatsanwaltschaft eingestellt." Weitere Angaben zum Täter will die Polizei derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

Die 17-Jährige, die zumindest einen Teil der gekauften Drogen offensichtlich schon vor Ort konsumierte, wurde am Freitag den Eltern übergeben. Aktuell geht die Polizei davon aus, dass auch das Kind Betäubungsmittel zu sich genommen hat. Im Beisein der Eltern wurde das Kind für eine Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Synthetische Betäubungsmittel

Bei den eingenommenen Drogen soll es sich einerseits um Ecstasy handeln. Zum anderen sei auch MDMA im Spiel gewesen. Dabei handelt es sich um eine synthetische Droge, die noch Anfang der 1980er-Jahre mit Ecstasy gleichgesetzt wurde. Sie gilt ebenfalls als Partydroge und wird seit einigen Jahren verstärkt in kristalliner Form angeboten. Laut Wikipedia sollen unter MDMA-Einfluss stehende Konsumenten körperliche Kontakte als besonders angenehm empfinden. Die daraus abgeleitete Bezeichnung Kuscheldroge verharmlost die Folgen der Einnahme.

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