Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Michael Jackson für immer

Michael Jackson Borgsdorf
Katja Schrader
121001
Michael Jackson Borgsdorf Katja Schrader 121001 © Foto:
Katja Schrader / 01.10.2012, 18:45 Uhr
Borgsdorf (MOZ) Glitzer, Hüte, tief ins Gesicht gezogen, Sonnenbrillen, weiße Socken: von all dem gibt es jede Menge bei der Michael Jackson Revival Party im Weißen Hirsch in Borgsdorf. Doch einen richtige Michael- Jackson-Fan macht mehr aus als nur die Optik.

"Es ist eine Leidenschaft, der Spirit von ihm, der uns umgibt", erklärt ein Fan. Schon den Eingang umweht am Sonnabend etwas Mystisches. Vor der Tür stehen mehrere Michaels und rauchen Zigaretten. Im Foyer lächelt Michael Jackson als Pappfigur jeden Besucher an. "Come together" dringt aus den Boxen. Auf der Tanzfläche bewegen sich noch mehr Michaels ekstatisch zur Musik ihres Vorbilds.

Männer und Frauen verschiedenen Alters sind nach Borgsdorf gekommen, um gemeinsam ihr Idol zu feiern - doch nicht nur das. "Sein Engagement für Kinder müssen wir weiterführen", erklärt Jackson-Double Alexander Greve. Der Erlös der Tombola soll an die Björn-Schulz-Stiftung gehen, die sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene einsetzt, die an Krebs, chronisch oder unheilbar erkrankt sind. Jacksons Vermächtnis soll auf diese Weise weiterleben.

Auf der Bühne tanzt derweil Double Tommy, er bewegt die Lippen zur Musik. Er greift sich einen Jungen im Publikum und baut ihn in die Performance mit ein. "Genau wie Michael es gemacht hätte", schwärmt eine ältere Frau mit Fan-T-Shirt. Ein Mann im weißen Anzug macht Fotos der Szenerie. William Wagener kommt aus Kalifornien. Bei dem Prozess, in dem Michael Jackson wegen Kindesmissbrauchs angeklagt war, hat der Jurist als Fernsehjournalist 2005 jeden Tag der Verhandlungen miterlebt. "Ich habe mitbekommen, welch falsches Spiel die Staatsanwaltschaft gespielt hat", so Wagener. Während des Prozesses hat er in seiner lokalen TV-Show versucht, die Wahrheit hinter den Kulissen zu zeigen. Bis heute engagiert sich der Journalist für die Aufklärung. "Zwar wurde Michael in allen 14 Anklagepunkten freigesprochen. Dennoch sind die Zweifel bei den Nicht-Fans nie wirklich ausgeräumt worden", erklärt er.

William Wagner gründete die MJJ Innocent Forever Foundation, um weiterhin für Aufklärung zu sorgen und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Aus Fan-Geldern soll eine Dokumentation entstehen. "Dieses Projekt ist die ultimative Chance für uns alle, Michael Jackson das Vermächtnis zu schenken, für das er zeitlebens gekämpft hat", so William Wagener.

Inzwischen sind die "Majestic Moonwalkidz" aus Borgsdorf auf der Bühne. Perfekt werden die Originalchoreografien von den attraktiven Tänzerinnen in Schwarz in Szene gesetzt. Michael Double Alexander Greve bäumt sich auf, greift sich in den Schritt, breitet die Arme aus. Das Publikum tobt. Seit drei Jahren gibt es die "Majestic Moonwalkidz". "Wir wollen nicht nur tanzen wie er, sondern weitermachen, was er uns vorgelebt hat", erklärt Tänzerin und Choreografin Michelle Stahl. Anfangs sei nicht entscheidend gewesen, Geld zu verdienen. Doch die Nachfrage ist da. Inzwischen treten die jungen Frauen aus Brandenburg und Berlin in ganz Deutschland auf. Beim Auftritt in der Kinderkrebsstation des Virchow-Krankenhauses hätten die Eltern ihre Kinder auf den Flur getragen. "Solche Momente vergisst man nicht", erklärt Stahl. Einmal habe eine Mutter der Gruppe geschrieben, weil der größte Wunsch ihres fünfjährigen, an Leukämie erkrankten Sohnes der Besuch eines Jackson-Doubles im Krankenhaus war. Nach Absagen anderer Doubles kamen die "Majestic Moonwalkidz". Die Mutter habe geweint, und der Junge ihr die Tränen abgewischt und erklärt, es sei Michael, der ihn am Leben halte. Inzwischen tanzt der Junge selbst.

Alexander Greve kämpft mit den Tränen, wenn man ihn nach dem Tod seines Idols befragt. Nach drei Jahren habe er den Verlust noch längst nicht verkraftet. Er habe 1991 Michael auf seiner Dangerous-Tour live erlebt. "Mit dem Video Moon Walker hat er mich endgültig gekriegt", sagt der Maschinenbaumechaniker. Auch er saß beim Prozess sechsmal im Gericht. "Ich durfte ihn umarmen, hab ein Autogramm bekommen, bin Karussell gefahren auf der Neverland Ranch." Auf die Todesnachricht hin sei er zusammengebrochen und dann zur Beerdigung geflogen. "Michael wird immer mein Idol bleiben. Er hat das Gute im Menschen gesehen", sagt der Magdeburger. "So perfekt tanzen wie er kann keiner, und seinen Spirit hat auch niemand."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG