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Stromstoß

Länger elektrisch: Renault Zoe
Länger elektrisch: Renault Zoe © Foto: Renault
Wolfgang Brekeller / 14.04.2013, 15:49 Uhr
(MOZ) Zu klein, zu kurzatmig, zu kostspielig - das sind nur einige von vielen Gründen, warum Elektroautos so zögerlich Fahrt aufnehmen. Um so bemerkenswerter, dass Renault seine Elektro-Offensive unbeirrt vorantreibt. Anfang Juni schicken die Franzosen bereits ihren vierten Stromer zu den Händlern. Er heißt Zoe und hat das Zeug, dem Automarkt einen nachhaltigen Stromstoß zu versetzen. Der Fünftürer im Clio-Format (Länge 4,09 Meter) bringt es auf eine Rekord-Reichweite von bis zu 210 Kilometern und wird zu vergleichsweise moderaten Preisen ab 21 700 Euro plus Monatsmiete für den Lithium-Ionen-Akku ab 79 Euro angeboten.

Zwar ist die amtliche Reichweitenermittlung von Elektroautos ähnlich praxisfremd wie die Verbrauchsbestimmung von Verbrennungsmotoren, doch hat der Zoe bei ersten Fahrtests unter Beweis gestellt, dass er im Alltagsverkehr ohne Zittern und Bangen 150 Kilometer abspulen kann. Das ist ein großer Schritt nach vorn, zumal es sich um ein Auto handelt, das weder Verzicht noch Eingewöhnung fordert. Der Zoe bietet ordentlich Platz für fünf Insassen samt Gepäck (338 Liter). Er ist so einfach zu bedienen wie ein normales Automatikauto und lässt in der Ausstattung kaum Wünsche offen.

Der 88 PS starke Elektromotor bringt die dank flachem Batteriepack im Unterboden satt auf der Straße liegende Elektrofuhre leichtfüßig auf Trab. In 13,5 Sekunden geht's ohne Zugkraftunterbrechung bis auf Tempo 100 und nur von Wind- und Abrollgeräusch untermalt weiter bis zur Spitze von 135 km/h. Dann stellt die Elektronik weiteren Vortrieb ein. Im Interesse der Reichweite, die mit technischen Innovationen ausgereizt wird. Die Klimatisierung funktioniert nach dem Wärmepumpen-Prinzip. So wird ein Großteil der Energie zum Heizen und Kühlen nicht mehr aus der Batterie, sondern aus der Umgebungsluft bezogen. Auch Bremsenergie wird auf effizientere Art zurückgewonnen. Nicht zuletzt tragen eigens für den Zoe entwickelte Leichtlaufreifen dazu bei, dass aus einer Akkuladung mehr Kilometer als bislang üblich herausgeholt werden.

Ein neues Ladesystem bietet vier Möglichkeiten, den Akku mit Energie zu versorgen. An einer der stärksten Schnellladestationen erreicht die Batterie in 30 Minuten 80 Prozent. Bei der Standardladung mit der Wallbox, die beim Kauf mitgeliefert und installiert wird, sind die Akkus in sechs bis neun Stunden aufgeladen. Nur an der Haushaltssteckdose funktioniert es nicht. Trost für Laternenparker: Diesen Kurzschluss im sonst so schlüssigen Zoe-System will Renault noch beheben.Wolfgang Brekeller

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