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Expertenanhörung beim Kremmener Energiestammtisch

Windräder und Waldumbau

Für und Wider: Windräder liefern saubere Energie, sind aber nicht unumstritten.
Für und Wider: Windräder liefern saubere Energie, sind aber nicht unumstritten. © Foto: MZV
Robby Kupfer / 19.02.2016, 10:25 Uhr
Kremmen (MZV) Beim Kremmener Energiestammtisch diskutieren Bürger, Experten und Abgeordnete in loser Folge Fragen zu alternativen Energien, deren effiziente Nutzung, die Regionalisierung der Strom- und Wärmererzeugung und weitere, ökologisch interessante Themen.

Am Mittwochabend, beim Februar-Treff des Stammtischs in Meyhöfers Gasthaus in Kremmen, stand der märkische Wald im Mittelpunkt. Als Referent war Dr. Michael-Egidius Luthardt, Leiter des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde, geladen. Vor etwa 50 Zuhörern informierte er über den aktuellen Zustand des Waldes in Brandenburg, den Waldumbau und die weitere Entwicklung des Waldbestandes. So gehöre Brandenburg mit einer Waldfläche von 1,1 Millionen Hektar zu den waldreichsten Bundesländern, was einer Waldfläche von 4 500 Quadratmetern pro Einwohner entspricht. Noch seien rund drei Viertel der Fläche des märkischen Waldes mit Kiefern bedeckt. Doch der seit Jahren vorangetriebene Waldumbau zeige deutliche Erfolge. So wachsen inzwischen auf 26 Prozent der Waldfläche in Brandenburg Laubbäume, bei den jungen Bäumen - bis 20 Jahre alt - beträgt der Laubbaum-Anteil sogar schon 54 Prozent.

Luthardts Aussagen über den hohen Wert des Waldes, der neben der Holznutzung sowohl in seiner Schutzfunktion für Wasser, Boden und Klima als auch in seiner Erholungsfunktion für den Menschen besteht, schlossen sich mehrere Vertreter des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch an. Gerade weil Wald so wertvoll sei, müsse der vom Verein seit vergangenem Jahr organisierte Protest gegen die Ausweisung von sogenannten Windeignungsgebieten in der Region weiter forciert werden. Im April 2015 hatte die Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel mit dem Entwurf des Regionalplanes "Freiraum und Windenergie" unter anderem im Wald bei Neuendorf, Hohenbruch und Beetz/Sommerfeld sowie im Wald beim Autobahndreieck Havelland Windeignungsgebiete ausgewiesen. Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens hatte der Landschaftsförderverein in einer förmlichen Stellungnahme gegen die Aufstellung von Windrädern in diesen Waldgebieten protestiert. Eine Unterschriftenaktion "Keine Windräder in unserem Wald", die bisher mehr als 500 Bürger unterschrieben haben, bezeichnete der Vereinsvorsitzende Sebastian Partzsch als vollen Erfolg. Die großflächige Plakatierung in den potenziell betroffenen Orten soll fortgesetzt werden. Neben großen Protestplakaten an Laternen und Straßenbäumen können interessierte Bürger der Region jetzt auch am eigenen Gartenzaun ihren Widerstand gegen die Windräder deutlich machen. Entsprechende Plakate können beim Landschaftsförderverein unter 033055 22099 angefordert werden.

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