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Kreis muss Rettungsdienst aufstocken

Meistens schnell vor Ort: Doch im Südkreis von Oberhavel haben die Lebensretter 2015 in nur 91,23 Prozent der Einsätze die 15-Minuten-Hilfsfrist einhalten können. Gefordert sind 95 Prozent. Daher rüstet der Kreis jetzt auf.
Meistens schnell vor Ort: Doch im Südkreis von Oberhavel haben die Lebensretter 2015 in nur 91,23 Prozent der Einsätze die 15-Minuten-Hilfsfrist einhalten können. Gefordert sind 95 Prozent. Daher rüstet der Kreis jetzt auf. © Foto: picture alliance / dpa
Burkhard Keeve / 25.06.2016, 06:00 Uhr
Oberhavel (OGA) Der Landkreis muss den Rettungsdienst neu aufstellen. Zu oft wurde im vergangenen Jahr die 15-Minuten-Hilfsfrist nicht eingehalten. Einstimmig hat der Kreis-Sozialausschuss daher am Donnerstag beschlossen, in den nächsten Jahren 3, 34 Millionen Euro zu investieren.

Die Kreisverwaltung als Träger des Rettungsdienstes schlägt vor, bis 2018 mehrere Wachen zu bauen, neue Fahrzeuge anzuschaffen und zusätzliches Personal einzustellen. Dazu wurde - wie berichtet - ein Drei-Stufenplan entwickelt. Manche Wachen-Standorte, zum Beispiel für Kremmen und Hennigsdorf,müssen freilich erst noch gefunden werden, teilte Sozialdezernent Matthias Rink (CDU) am Donnerstagabend dem Kreis-Sozialausschuss in Oranienburg mit. Nichtsdestotrotz bringen sich bereits jetzt einige Lokalpolitiker in Stellung, um für eine neue Wache in ihrem Ort zu werben. So fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende Hohen Neuendorfs, Christian Wolff, unbedingt einen Rettungswagen in seiner Stadt zu stationieren. "Es kann nicht sein, dass ein Rettungswagen irgendwo herumsteht, und erst einen langen Weg zurücklegen muss", so Wolff. Gerade in Notfällen, "muss eine Vor-Ort-Versorgung organisiert sein."

Tatsächlich sieht der neue Rettungsdienstbereichsplan für den regionalen S-Bahn-Bereich einen dritten Rettungswagen vor. Die Einsatzzahlen sprechen für sich. 79 Prozent aller 23 500 Notfalleinsätze von 2015 wurden in Süd-Oberhavel registriert. Einsatzschwerpunkt ist dabei die Region Oranienburg mit knapp 5 200 Rettungswageneinsätzen, gefolgt von Hennigsdorf mit knapp 3 760 Notruf-Einsätzen. Hohen Neuendorf kommt auf 2 400 Einsätze.

Für die Region Hohen Neuendorf, Glienicke, Mühlenbecker Land, Birkenwerder, Bergfeld und Hohen Neuendorf ist die Rettungswache Schönfließ zuständig. Bislang ist die Wache von Montag bis Sonntag mit zwei Rettungswagen mit jeweils einem Notfall- und Rettungssanitäter besetzt. Jetzt plant der Kreis, einen dritten Rettungswagen plus Besetzung in diesem Bereich für den Zeitraum von 8 bis 20 Uhr zu installieren, um der wachsenden Bevölkerung und dem höheren Rettungsbedarf gerecht zu werden. "In Schönfließ ist kein Platz für den dritten Rettungswagen", sagte Matthias Rink. Jetzt werde überlegt, ob der dritte Wagen in Birkenwerder oder in Hohen Neuendorf stationiert werde.

Auch im Bereich Kremmen wird schnell ein neuer Standort für ein Rettungsfahrzeug gesucht. Der Rettungswagen in der Feuerwache soll umziehen, irgendwo nördlich von Kremmen und südlich von Sommerfeld, wo das Fahrzeug nicht durch die Innenstadt fahren muss. Ziel für den Umzug ist 2017. Das zweite Fahrzeug für den Bereich Kremmen bleibt in Staffelde stationiert. Eine Reaktivierung der Wache Sommerfeld "ist keine Option", sagte Rink.

Mit dem geplanten Neubau einer Rettungswache in Hennigsdorf wird die provisorische Wache in Eichstädt aufgegeben. "Sie wird überflüssig", so Rink. Künftig übernimmt der Wachenbereich Hennigsdorf diese Aufgaben. Damit sei aber nicht vor 2018 zu rechnen, heißt es aus der Verwaltung. Solange bleibt alles beim Alten.

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