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Rekordantenne wird gesprengt

Nach 55 Jahren verschwindet das knapp 360 Meter hohe Wahrzeichen Zehlendorfs.
Nach 55 Jahren verschwindet das knapp 360 Meter hohe Wahrzeichen Zehlendorfs. © Foto: Stefanie Kreutzer
Klaus D. Grote / 18.03.2017, 06:30 Uhr
Zehlendorf (OGA) Nach 55 Jahren verschwindet das knapp 360 Meter hohe Wahrzeichen Zehlendorfs. Der Langwellen-Sendemast, zwei Jahre lang das höchste Bauwerk Europas, wird nicht mehr benötigt und deshalb gesprengt.

Kommenden Sonnabend um 14 Uhr wird vermutlich ganz Zehlendorf auf den Beinen sein, um zu sehen, wie der 359,7 Meter hohe Stahlfachwerkmast durch eine Sprengladung in sich zusammenfällt. Die Antenne war seit 7. Oktober 1979 in Betrieb. Der Mast war der Nachfolger einer zwischen 1960 und 1962 errichteten und 351 Meter hohen Antenne, die zwei Jahre lang als höchstes Bauwerk Europas galt. Der Sender stürzte 1978 ein, nachdem er von einem russisches MiG-Flugzeug gestreift worden war. Die Sowjetunion baute auch den etwas höheren neuen Mast auf, der später eine Reusenantenne erhielt. 1990 übernahm die Deutsche Bundespost die Funkstation, zu der vier weitere, inzwischen abgebaute Masten gehörten.

Die Geschichte des Senders Zehlendorf hatte 1936 begonnen. Damals nahm dort die deutsche Reichspost anlässlich der Olympischen Spiele einen Kurzwellensender in Betrieb. Später war der Langwellensender "Zehlendorf" in der ganzen Welt zu hören. Der Betrieb als Langwellensender endete 2014, als das Deutschlandradio auf Digitalfunk umstellte. Zuletzt diente der Mast der Verbreitung weniger UKW-Programme. Diese seien zwischenzeitlich an andere Standorte umgezogen, teilte der Eigentümer, das Telekommunikationsunternehmen Media Broadcast aus Köln, mit. Die Kreisverwaltung habe die Genehmigung zum Abbau erteilt. Das bestätigte Sprecher Ronny Wappler. Immerhin steht der Sendemast als historisch bedeutsames sowie höchstes Bauwerk Brandenburgs auf der Denkmalliste.

"Wir sind traurig, dass unser Wahrzeichen verschwindet", sagt Zehlendorfs Ortsvorsteher Holger Mücke. "Vielleicht findet sich ja noch ein Mäzen, der den Mast erhalten möchte." Die Unterhaltskosten der mit Stahlseiten fixierten Sendeanlage sind enorm. (Kommentar Seite 2)

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