Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Der Widerstand gegen Windräder geht weiter

Kämpfen gegen Windräder im Wald: Vereinsvorsitzender Sebastian Partzsch (zweiter von links) und seine Mitstreiter.
Kämpfen gegen Windräder im Wald: Vereinsvorsitzender Sebastian Partzsch (zweiter von links) und seine Mitstreiter. © Foto: Aileen Hohnstein
Aileen Hohnstein / 20.03.2017, 07:58 Uhr
Kremmen (OGA) Stehen in der Region künftig Windräder in Wäldern? Geht es nach dem Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch, soll das verhindert werden. Mit einer Resolution will dieser die Politik zum Umdenken bewegen und ruft zum Verzicht der geplanten Windeignungsgebiete 34 und 35 auf. Ende März entscheidet die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel über den zweiten Entwurf des Regionalplanes "Freiraum und Windenergie". Am Sonnabend sorgte das beim Treffen des Vereins in Kremmens Museumsscheune für Diskussionen.

Es geht um zwei geplanten Windeignungsgebiete, die in Wäldern zwischen Beetz und Neuendorf sowie am Autobahndreieck Havelland vorgesehen sind. Vereinsmitglied Detlef Hase legte in seinem "Rettet den Wald" betitelten Vortrag dar, weshalb er sich gegen die Pläne ausspricht. So gebe es Beschränkungen für den Bau von Windrädern in strukturreichen Laub- und Mischwäldern. Eigene Untersuchungen des Fördervereins hätten in Teilen der betroffenen Wälder mehr als 250 Jahre alte und ökologisch wertvolle Buchenbestände nachgewiesen.

Ist es möglich, dass die Regionalplaner bestehende Schutzkriterien aufweichen? Wer profitiert vom Bau der Windräder? Kann durch Windenergie die Umwelt geschützt werden? Die von Hase aufgeworfenen Fragen bewegen viele Vereinsmitglieder und führten zu einer hitzigen Diskussion über den Nutzen von Windenergie. "Wenn wir in Sommerfeld stehen, können wir bis nach Marwitz schauen. Am Horizont blinken die Windräder", sagte Hartmut Rakow, der sich gegen eine Verspargelung aussprach. Jede Industrieanlage in einem Wald schade der Natur. Einige Mitglieder wünschten sich einen sachlicheren Umgang mit der Thematik, darunter der Kremmener Abgeordnete Reiner Tietz (Linke), der eine Abkehr vom Sankt-Florian-Prinzip forderte.

Der Berliner Detlef Hase - seit 20 Jahren im Verein aktiv und diese Region als zweite Heimat ansehend - hält den Widerstand gegen die Eignungsgebiete für unentbehrlich: "Ich bin nicht gegen Windenergie, vor allem, wenn man die Folgen von Atomenergie und Kohlekraftwerken betrachtet. Aber sie muss fair und umweltfreundlich sein." Dem folgten die Mitglieder mit der per Resolution verabschiedeten Forderung, die zunehmende Errichtung von Windenrädern in Wäldern zu stoppen. Durch den Ausbau von Zufahrtswegen und gerodeten Flächen werde das Ökosystem des Waldes gestört. In der Resolution appellieren sie zudem an die Landesregierung, das Zwei-Prozent-Flächenziel für den Ausweis von Windeignungsgebieten flexibel zu handhaben und örtliche Gegebenheiten zu berücksichtigen. Der Landkreis Oberhavel wird aufgefordert, keine Waldflächen für solche Anlagen zur Verfügung zu stellen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG