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Erhebung der Verkehrsbelastung in der Stadt / Teilergebnisse liegen schon vor

30 Zählplatten liefern die Daten

Lieferverkehr: Im Schnitt 270 Lastwagen fahren täglich auf der Nordumgehung.
Lieferverkehr: Im Schnitt 270 Lastwagen fahren täglich auf der Nordumgehung. © Foto: MOZ/Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 23.02.2017, 19:55 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Im Stadtgebiet von Eisenhüttenstadt wird derzeit an ausgewählten Standorten eine Verkehrszählung durchgeführt. Im November des vergangenen Jahres sei damit begonnen worden, sagt Michael Reichl, Leiter des Fachbereiches Bauen und Liegenschaftsverwaltung. Im Juni sollen alle Daten ausgewertet sein. Solche Erhebungen seien Grundlagenaufgaben und würden von der Stadt alle sieben bis zehn Jahre veranlasst. An 30 Standorten in der Stadt sind diesmal auf Straßen der Stadt sogenannte Zählplatten angebracht worden, die - unterteilt nach Autos und Lkw - registrieren, wie hoch die Verkehrsbelastung ist.

Auch im Bereich der Nordanbindung wurden Zählplatten angebracht, nicht zuletzt um zu ermitteln, wie sich der Verkehrsströme seit der Eröffnung der Umgehung verlagert haben. Daten des Bundesverkehrsministeriums, die 2015 manuell auf Bundesstraße erhoben wurden, legen nahe, dass der Entlastungseffekt nicht so hoch ist. Vielmehr hatte die Verkehrsbelastung trotz Nordumgehung auf dem innerstädtischen Teil der B112 zugenommen. Die Verkehrszählung der Stadt kommt in gewisser Weise zu einem anderen Ergebnis. Michael Reichl verweist darauf, dass für den Bereich der Nordumgehung die Auswertung schon vorliegt. So lag ein Standort der Zählung zwischen Beeskower Straße und Glashüttenstraße, der zweite nördlich davon, nämlich nördlich des Kreisverkehrs. Den ersten Abschnitt passieren 4430 Fahrzeuge am Tag, davon allein 260 Lkw. Die weiter nördlich gelegene Messstelle ergab, dass dort noch im Schnitt 3070 Fahrzeuge in beiden Richtungen unterwegs sind, davon sogar 270 Lkw. Michael Reichl sieht eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs durch die Nordanbindung, insbesondere vom Schwerlastverkehr für die Papierfabrik. Das dürften im Schnitt um die 260 Lkw am Tag sein.

Auch für andere Bereiche der Stadt liegen schon Ergebnisse der Verkehrszählung vor. Die lassen eine gewisse Tendenz erkennen, nämlich, dass weniger Autos und Lkw unterwegs sind. Michael Reichl erklärt das so. "Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich - einhergehend mit dem allgemeinen Schrumpfungsprozess im Stadtgebiet - das  allgemeine Verkehrsaufkommen weiter reduziert hat."

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Benno Koch 24.02.2017 - 16:25:27

Fahrradverkehr normal mitzählen – an Stelle unzähliger Sonntagsreden

„An 30 Standorten in der Stadt sind diesmal auf Straßen der Stadt sogenannte Zählplatten angebracht worden, die - unterteilt nach Autos und Lkw - registrieren, wie hoch die Verkehrsbelastung ist“ - wie wäre es, wenn sich die Redaktion der Märkischen Oderzeitung mal mit dem Modal Split beschäftigen würde? Da zählt also Eisenhüttenstadt wie vor 50 Jahren offensichtlich das, was in ihren Augen „Verkehr“ sein darf. Fahrradverkehr wird in Brandenburg – entgegen aller Sonntagsreden – weiterhin systematisch bei Straßenverkehrszählungen nicht mitgezählt. In Eisenhüttenstadt könnte der Radverkehrsanteil mit entsprechender Förderung bei 50 Prozent aller Wege liegen – und damit die Stadt von Lärm, Dreck, Flächenverbrauch und Unfällen massiv entlasten. Das nennt man Modal Split. In Eisenhüttenstadt sind die Entfernungen kurz: Am Bahnhof kommen alle 30 Minuten für die wenigen Fahrgäste noch immer großzügige Regionalbahnen an. In 90 Minuten ist man zum Beispiel am Berliner Hauptbahnhof – mit dem Auto in der Rushhour eher selten zu schaffen. Und dann wäre da noch die Parkplatzsuche. Fast alle Wege im Stadtgebiet Eisenhüttenstadt selbst sind dagegen mit dem Fahrrad innerhalb von zehn Minuten bequem zu erledigen. Vom Bahnhof zum Rathaus sind es zum Beispiel 2,7 Kilometer oder neun Fahrradminuten. Unten in Fürstenberg wurde der Stadt ein Stückchen Oder-Neiße-Radweg geschenkt. Und das wars eigentlich auch schon mit dem Stand der Technik – also entsprechend der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen und der StVO – ausgebauten Radwegen. Stattdessen hat die Stadt Eisenhüttenstadt noch immer wichtige Hausaufgaben zum Fahrradverkehr nicht erledigt: Viele der alten, holprigen, schmalen und seit mindestens 20 Jahren nicht mehr der StVO entsprechenden Radwege sind noch immer benutzungspflichtig ausgeschildert. Ein Fahrradkonzept und eine Verkehrsberuhigung der Innenstadt ist dagegen auch nach dem Bau der Ortsumgehung nicht erkennbar. Und weil's noch nicht reicht, soll für sagenhafte 61 Millionen Euro eine neue Ortsumgehung Richtung Süden folgen. Apropos Neubau OU B112 Eisenhüttenstadt-Neuzelle: Dass für den Abschnitt auf Höhe Eisenhüttenstadt sagenhafte 13.000 Kfz/24 Std. und davon 390 Lkw als Begründung angegeben wurden, entspricht den Märchenerzählungen anderer neuer Ortsumgehungen in Brandenburg. In der Realität der aktuell von der Stadt gezählten Kfz sind dies mit 4.430 Kfz ziemlich genau ein Drittel der behaupteten Zahlen. Das Erschreckende an der weiterhin trotzdem millionenschweren Geldverschwendung für zusätzliche kreuzungsfreie Straßen – während der Fahrradverkehr höchstens Brosamen kriegt – ist die eigentlich bereits lange vorhandene Erkenntnis: „Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich - einhergehend mit dem allgemeinen Schrumpfungsprozess im Stadtgebiet - das allgemeine Verkehrsaufkommen weiter reduziert hat“, sagt sogar der Leiter des Fachbereiches Bauen und Liegenschaftsverwaltung Eisenhüttenstadt Michael Reichl. Märkische Oderzeitung, bitte übernehmen Sie.

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