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Glienicker Torwart will als Trainer in die Futsal-Bundesliga

 René Cobien ist Torwart beim BSC Fortuna Glienicke und Trainer des Futsal-Teams FC Beach United.
René Cobien ist Torwart beim BSC Fortuna Glienicke und Trainer des Futsal-Teams FC Beach United. © Foto: privat
Marcel Peters / 12.07.2017, 10:48 Uhr
(MOZ) Wer sich mit René Cobien unterhält, merkt schnell, dass er mit seinen 39 Jahren eine Menge Fußball-Wissen angesammelt hat. Die Liebe, die er dem Sport zukommen lässt, ist zu spüren. Das gilt für den normalen Fußball, den er seit 1984 spielt - und vor allem für sein neue Leidenschaft. Marcel Peters sprach mit dem Kicker des BSC Fortuna Glienicke, der als Futsal-Trainer große Ziele hat.

Herr Cobien, Sie haben eine gewisse Leidenschaft für den Futsal entwickelt. Wie ist es dazu gekommen?

Das ganze begann 2011. Der Trainer von TeBe-Futsal sah mich bei einem Freizeitturnier und sprach mich an. Danach ging alles recht schnell. Schon zwei Wochen später stand ich zwischen den Pfosten.

Warum landeten Sie schon 2013 beim FC Beach United, wo Sie seit der letzten Saison Trainer sind?

Mit TeBe II konnten wir nicht in die Berlinliga aufsteigen, da unsere Erste dort bereits spielte. Also beschlossen wir, uns dem Reinickendorfer Beachsoccerverein anzuschließen, um unseren Ansprüchen gerecht zu werden, in Berlins höchster Liga zu spielen. Dies gelang uns innerhalb kürzester Zeit fulminant. Leider stagnierte unsere Entwicklung dann, während andere Teams sich deutlich steigerten. Im Juni 2016 übernahm ich das Team von Björn Reinders, der das Amt nach sechs knappen Niederlagen an mich übergab. Trotz einer guten Endphase mit zwei Siegen und einem Remis in vier Spielen stiegen wir wieder in die Landesliga ab. Dies nahm ich zum Anlass, ein neues Team aufzubauen. Die Landesliga dominierten wir, und stiegen direkt wieder auf.

Futsal ist in Deutschland auf dem Vormarsch, steht aber im Schatten des Fußballs. Woran kann noch gearbeitet werden, um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten?

Dass der Futsal im Schatten vom Fußball steht, wird auch immer so bleiben. Dennoch würde ich mir wünschen, dass es mehr Berichterstattungen gibt. Durch die niedrige Reputation sind die Hallen bis zur Berlinliga eher mäßig gefüllt. In der Regel sehen 20 bis 50 Zuschauer die Spiele. Am letzten Spieltag der Hinrunde war es mit circa 200 Zuschauern doch recht voll und die Stimmung ausgelassen. So macht das für die Spieler und mich als Trainer deutlich mehr Spaß. Der Futsal lebt in Deutschland zurzeit von Mundpropaganda, es ist aber zu beobachten, dass sich immer mehr spielstarke Fußballer in die Hallen "verirren". Der Trend zeigt deutlich nach oben, was sich in der steigenden Qualität der Teams widerspiegelt. Es gibt auch einige Mannschaften. die aus reinen "Futsalern" bestehen, welche drei bis vier Mal wöchentlich trainieren. Die sich daraus ergeben taktischen Vorteile spiegeln sich auch am Abschneiden in Tabelle wider.

Hätten Sie einen Wunsch, um Futsal voran zu bringen?

Ich persönlich würde mir wünschen, dass - wie vom DFB vorgegeben - die Fußballvereine ihre Kids zur Winterzeit im Futsal ausbilden. Zum einen würde sich das auf die technischen Fähigkeiten auswirken. Zum anderen gäbe es einen Pool an jungen Talenten, die sich eventuell für eine Hallenkarriere entscheiden. Das würde auf kurz oder lang zu einem ernstzunehmenden Wettbewerb mit mehr Konkurrenz führen.

Wie bereiten Sie die Spieler auf den Wettbewerb vor?

Meine Spieler holen sich ihre Fitness in den jeweiligen Fußballmannschaften. Sie verfügen von Hause aus über ein überdurchschnittliches Talent an Technik, was mir meinen Job natürlich erleichtert. Ein regelmäßiges Training ist uns leider nicht vergönnt, da wir nur Freitagabend eine Hallenzeit zu Verfügung gestellt bekommen. Da unsere Spiele aber oftmals Samstag stattfinden, würde uns die definitiv benötigte Regeneration fehlen. Das wird sich aber hoffentlich bald ändern. Wie sieht Ihr Team aus?

Aktuell besteht unser Team aus 15 Spielern. Das sind alles Fußballer, die auf Bolzplätzen groß geworden sind. Die bekanntesten sind sicherlich Can Eryigit von Hertha 06, Ümit Cicek (ehemals Altlüdersdorf, jetzt Hellas Nordwest), Steven Puhlmann (Fortuna Glienicke) oder Lukoki Kalixto (früher Füchse und Union Fürstenwalde, jetzt SV Glienicke). Stark aufgespielt hat auch Mark Haberland (Alemania 90), der nach der Hinrunde mit 25 Toren in neun Spielen die Torschützenliste vor Can Eryigit (22) anführt.

Welche Ziele verfolgt Ihr?

Als Aufsteiger haben wir eine überragende Hinrunde gespielt. Wir haben nur ein Spiel verloren und 102 Tore geschossen. Leider hat das " nur" zu Platz 3 gereicht. Als Verantwortliche sind wir sehr stolz über die positive Entwicklung, sehen aber noch Luft nach oben. Langfristig peilen wir mit der Regionalliga die höchste Futsalliga an.

Welche persönlichen Ziele haben Sie?

Ich gehe noch dieses Jahr meinen Trainerschein an, und versuche, die notwendige Qualifikation für die zukünftige Futsal-Bundesliga zu erlangen. Trainer in der Futsal-Bundesliga zu werden, vorzugsweise mit meinem jetzigen Team, ist mein langfristiges Ziel.

Wie lange wollen Sie noch Fußball-Torwart sein?

Da ich die Senioren- und Alt-Liga als Amateursportler sehe, hoffe ich, bis zu meinem Ableben das Eckige zu hüten. Das wäre für mich ein Traum.

Welcher Spieler hat Sie am meisten beeindruckt?

Steven Puhlmann ist einfach eine Tormaschine. Er hat eine eingebaute Torgarantie. Selten habe ich ein Spiel gesehen, bei dem er nicht eingenetzt hat. Mit ihm habe ich schon einige Pokale gewonnen. Wo er ist, da ist der Erfolg. Dank ihm und meinen Mitspielern durfte ich mit Fortuna Glienicke den Doublesieg genießen.

Wer waren Ihre Vorbilder?

Das ist Raimund Aumann, der erste deutsche Torhüter, der den "Übergriff" ausführte. Für mich ist das immer wieder schön anzusehen. Auch Rudi Völler war ein Vorbild, vor allem wegen der Ähnlichkeit mit meinem Vater, der mich mit fünf Jahren zum ersten Mal auf den Platz schickte.

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