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Heiteres Verwirrspiel auf der AIK-Bühne

thomas berger / 02.02.2010, 03:05 Uhr
Strausberg "Wer bin ich?" Es ist eine verzweifelte Frage, die sich am Ende als Schrei dem Mund von Hauptdarsteller Tom Jentzsch entringt. Einen langen Moment herrscht vollkommene Ruhe im nunmehr dunklen Saal der AIK. Dann bricht sich der immer lauter werdende Applaus des Publikums Bahn. Mitschüler, Lehrer, Freunde und Eltern würdigen damit eine reife Leistung der jungen Hobbyschauspieler. "Gehirnverrückungen" heißt das Werk, ergänzt um den Untertitel "Hommage an Kleist und Geist". Ein selbst geschriebenes Stück nach Heinrich von Kleists "Amphitryon", inszeniert von Thomas Runge.

Der Regisseur hatte seinerzeit im Schloss Neuhardenberg ein Projekt angehen wollen, hatte von dort lediglich als Vorgabe erhalten, dass es etwas mit Kleist sein sollte. Am Strausberger Fontane-Gymnasium fand Runge die passenden Partner. Bereitwillig ließen sich die Schüler nebst Lehrerin Heike Claus, die selbst in die Rolle des Kleistgeists schlüpfte, auf das Experiment ein. "Es ist toll, mit jungen Leuten zu arbeiten, die zwar nicht die Ausbildung, aber auch nicht den beruflichen Druck haben. Das bringt ganz viele Freiheiten mit sich", so Runge. Um eine Stimmigkeit zwischen gespielter Figur, dem Text und der eigenen Person herzustellen, dazu bedürfe es nicht der Professionalität eines gelernten Schauspielers.

Vor einem Jahr ging es los, und selbst in den Ferien wurde immer viel geprobt. Die Verrücktheit machte Regisseur wie Schülern riesigen Spaß, bekannten sie nach der Aufführung in einer Gesprächsrunde mit etlichen Zuschauern, die noch geblieben waren. "Da so viel Witz dabei ist, ist auch der Text nicht schwierig", so Angelique Wiedner (Merkur). Hauptdarsteller Tom Jentzsch (Amphitryon/Regisseur) räumte ein, schon länger schauspielerische Ambitionen gehabt zu haben. Und Julius Petri unterstrich, dass es durchaus manche Parallelen zum heutigen sozialen Leben gebe.

Als Theater im Theater hat die Gruppe den originalen Stoff umgearbeitet, damit sozusagen die eigene Probenarbeit mit auf die Bühne gebracht. Die im antiken Theben spielende Verwechslungskomödie wurde damit um eine weitere Handlungsebene bereichert. Nach Neuhardenberg und Frankfurt war dieser vierte aber nun der letzte Auftritt, etliche Beteiligte stehen vor dem Abitur.

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