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Veranstaltung mit Infrastrukturministerin Kathrin Schneider lässt Hoffnung auf Ausbau wachsen

Nahverkehr
Anstoß für die Heidekrautbahn

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (2. v. r.) und die Landtagsabgeordnete Britta Müller (3. v. r.) wurden von Demonstranten aus dem Mühlenbecker Land empfangen worden. Sie kämpfen für die schnelle Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn.
Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (2. v. r.) und die Landtagsabgeordnete Britta Müller (3. v. r.) wurden von Demonstranten aus dem Mühlenbecker Land empfangen worden. Sie kämpfen für die schnelle Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn. © Foto: OGA/Jürgen Liebezeit
Olav Schröder / 28.11.2017, 18:12 Uhr
Wandlitz (OGA) Zahlreiche Berufspendler und Kommunalpolitiker aus den Landkreisen Oberhavel und Barnim sind am Montagabend in Wandlitz für einen schnellen Ausbau der Heidekrautbahn eingetreten. Zu Gast war Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD).

Die Hoffnung wächst, dass nach jahrelangem Stillstand Bewegung in den Ausbau der Heidekrautbahn kommt. Detlef Bröcker, Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), drückte dies vor mehr als hundert Zuschauern im Kulturhaus "Goldener Löwe" in Wandlitz verhalten so aus: "Schön, dass wir wieder darüber reden." Sein Unternehmen stehe aber bereit, Planungsvereinbarungen mit den Ländern Berlin und Brandenburg abzuschließen.

Wenn es um den Ausbau der Heidekrautbahn geht, dann sind zwei Verbindungen nach Berlin besonders wichtig: zum einen die bestehende Trasse über Schönerlinde in Richtung Karow, zum zweiten die Reaktivierung der alten Stammstrecke über den jetzt von der Heidekrautbahn nicht mehr bedienten Abzweig von Schönwalde über Mühlenbeck und Schildow zum Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen. Den Stand des Verfahrens umriss Kathrin Schneider in der Veranstaltung in Wandlitz auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Britta Müller. Sie warb dabei um Verständnis, dass Verbesserungen nicht "gleich morgen" umgesetzt werden könnten. Die Heidekrautbahn gehöre zu den auszubauenden Korridoren im Schienenverkehr, die im Projektpapier "i2030" aufgeführt werden. Das "i" stehe dabei für Infrastruktur.

Mit Blick auf die beiden Trassen über Schönerlinde nach Karow beziehungsweise über Mühlenbeck nach Gesundbrunnen stellte die Ministerin klar, dass es hierbei nicht um ein "Entweder-Oder" gehe. Es ergebe keinen Sinn, die jetzige Strecke infrage zu stellen, sie werde gut angenommen. Die Feststellung erhielt spontanen Beifall von vielen Besuchern, befürchteten in der Vergangenheit doch viele Pendler, von der Verbindung nach Berlin "abgehängt" zu werden. Im weiteren Verlauf, so Kathrin Schneider, gehe es vielmehr um die Frage, welche der Korridore für den Schienenverkehr in welcher Reihenfolge ausgebaut werden sollen. Für die Stammstrecke der Heidekrautbahn bedeute dies, dass über die Planung und Finanzierung insbesondere mit dem Land Berlin schnellstmöglich Einigkeit erzielt werden müsse. Die Hälfte der Strecke befinde sich auf Berliner Gebiet, und nach dem Regionalprinzip komme jedes Land für Strecken in seinem Bereich auf. Jetzt bereits eine Kostendebatte über die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke zu führen - ganz unterschiedliche Beträge zwischen 25 und 60 Millionen Euro wurden in der Versammlung von verschiedenen Seiten genannt und wieder dementiert - lehne sie ab. Verlässliche Zahlen könnten erst genannt werden, wenn eine "vernünftige Planung" vorliege.

Viel Zeit bleibt für den Ausbau der Heidekrautbahn allerdings nicht. Das machten Besucher aus beiden Landkreisen mit Nachdruck deutlich. "Die Straßen nach Berlin sind dicht, das muss geändert werden. Seit 20 Jahren kämpfen wir um die Reaktivierung der Heidekrautbahn", erklärte Dietmar Seefeldt, Vorsitzender der Kommunalen AG Heidekrautbahn. Für eine Taktverdichtung ab Klosterfelde trat Jörg-Peter Rosenfeld, sachkundiger Einwohner im Wandlitzer Gemeindeentwicklungsausschuss, ein. Vor einem Verkehrsinfarkt im Speckgürtel mit Auswirkungen in Oberhavel, Barnim und Berlin warnte Filippo Smaldino-Stattaus (SPD). Der Bürgermeister vom Mühlenbecker Land sprach im Namen seiner Amtskollegen von Birkenwerder, Hohen Neuendorf und Glienicke, die ebenfalls nach Wandlitz gekommen waren, und damit für rund 60000 Einwohner stehen. Vor Ort waren auch die Bürgermeister aus Liebenwalde, Björn Lehmann, und Panketal, Rainer Fornell. Britta Müller wies darauf hin, dass Wandlitz zu den Achsen mit Bevölkerungswachstum zähle und hier wie im Barnim und in Oberhavel etwa jeder zweite Berufstätige in die Hauptstadt pendele.

Schon vor der Veranstaltung versammelten sich rund 40 Besucher aus Oberhavel zu einer Kundgebung. Die Mehrzahl von ihnen waren Lokalpolitiker aus verschiedenen Fraktionen. Heidi Ufer vom Zehlendorfer Kulturverein berichtete, dass die erhoffte Bahnverbindung ein Argument für ihren Umzug gewesen sei.

Dass die Entwicklung der Heidekrautbahn für die gesamte Region von wirtschaftlicher Bedeutung sei, unterstrich Zühlsdorfs Ortsvorsteherin Ursel Liekweg (SPD). Dass aber der Planfeststellungsbeschluss für die Stammstrecke nur noch vier Jahre gültig sei, daran erinnerte an diesem Abend nicht nur sie. Wie der Verfall der Frist zu vermeiden sei, darauf bezog sich später Detlef Bröcker: "Einfacher wäre es, man würde bauen."

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