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Friedenthaler Vorhaben gesichert / Bund und Stadt Oranienburg unterzeichnen Absichtserklärung

Durchbruch für Friedenthaler Schleuse

Hans-Joachim Laesicke und Hans-Heinrich Witte (r.) unterzeichnen die Absichtserklärung zum Neubau der Schleuse Friedenthal. Sebastian Dosch und Frank Oltersdorf (hinten v.l.) haben die Vereinbarung ausgehandelt.
Hans-Joachim Laesicke und Hans-Heinrich Witte (r.) unterzeichnen die Absichtserklärung zum Neubau der Schleuse Friedenthal. Sebastian Dosch und Frank Oltersdorf (hinten v.l.) haben die Vereinbarung ausgehandelt. © Foto: OGA/Friedhelm Brennecke
Friedhelm Brennecke / 07.12.2017, 11:27 Uhr
Oranienburg (OGA) Von einem historischen Moment für Oranienburg spricht Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, von einem beispielhaften Vorhaben für den Wassertourismus Professor Dr. Hans-Heinrich Witte, der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Am Mittwoch unterzeichneten beide eine Absichtserklärung für den Neubau der Schleuse Friedenthal.

Die Erklärung ist der erste Schritt zur Realisierung der zerstörten Schleuse, die der Bund mit 50 Prozent der Gesamtkosten fördert. Mit der Finanzierungsvereinbarung, die in den nächsten Monaten unterzeichnet werden soll, dürften die ersten Gelder fließen. Die Stadt hat bisher 190 000 Euro für Planungsleistungen vorfinanziert. Das Land beteiligt sich an den Gesamtkosten von rund 6,5 Millionen Euro mit 40 Prozent, zehn Prozent verbleiben bei der Stadt Oranienburg, die sich seit mehr als zehn Jahren im Rahmen der Wasserinitiative Nordwestbrandenburg (WIN) für den Schleusen-Neubau stark macht.

"Man braucht wirklich einen langen Atem, um ein solches Vorhaben voranzubringen", sagte Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. "Es war ein langer, steiniger Weg, um überhaupt Verbündete in Bund und Land für diese Idee zu begeistern, die an der kommunalen Basis entstanden ist", so Laesicke. Bürgermeister und Landräte hätten die Potenziale der Brandenburger Wasserstraßen für den Tourismus früh erkannt und WIN ins Leben gerufen. Sie sahen sich aber nicht in der Lage, die nötige Infrastruktur auf eigene Kosten herzurichten.

Zwischenzeitlich sei zu befürchten gewesen, dass das ewige Auf und Ab um WIN sogar zum völligen Stillstand führen würde. "Wir hatten oft den leisen Verdacht, dass der Bund sich bei diesem Thema gar nicht bewegen wollte", sagte Laesicke. Erst ab 2015 seien konstruktive Verhandlungen zwischen der Stadt Oranienburg und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes möglich gewesen. "Heute bin ich nur enttäuscht darüber, dass der dritte Partner, nämlich das Land Brandenburg, nicht mit am Tisch sitzt, um diese Erklärung zu unterzeichnen", sagte der Bürgermeister am Mittwoch im Rathaus.

2 800 der insgesamt 7 300 Kilometer langen Binnenwasserstraßen in Deutschland spielen für den Güterschiffsverkehr keine Rolle mehr. "Als Eigentümer haben wir aber auch für diese Wasserläufe eine Verantwortung", sagte Hans-Heinrich Witte. Mit dem Bundesprogramm "Blaues Band" - einer Initiative des Verkehrs- und des Umweltministeriums - seien Grundlagen für die Renaturierung und die Förderung des Wassertourismus gelegt worden.

"Mit dem Neubau der Schleuse Friedenthal wird der Ruppiner Kanal wieder an die Oranienburger Havel angebunden. Damit fördern wir aktiv den Wassertourismus, der seit den 1990er-Jahren einen starken Anstieg zu verzeichnen hat. Ziel ist es auch, in den benachbarten Wassertourismusrevieren zu ähnlich positiven Lösungen zu kommen", sagte Präsident Hans-Heinrich Witte.

Für Jürgen Höhn, Geschäftsführer der Tourismus & Kulturgesellschaft (TKO), ist die Schleuse wichtig, weil sie die Sackgassenlage des Oranienburger Schlosshafens beendet. Die Umsätze von Schlosshafen und Caravanplatz seien von anfangs 15 000 Euro auf 100 000 Euro im vorigen Jahr gestiegen. Die Nachfrage dürfte mit der Schleuse Friedenthal weiter wachsen, sodass schon über eine Erweiterung des Schlosshafens nachgedacht werde.

"Auch für Neuruppin ist das heute ein großer Tag. Denn die Schleuse Friedenthal ist das Herz für die schnelle Anbindung von Neuruppin an die Havel-Gewässer", sagte Axel Leben, Geschäftsführer der Neuruppiner Wirtschaftsförderung. Sachsenhausens Ortsvorsteher Jürgen Wruck ist sich sicher, dass auch die übrigen Kommunen am Ruppiner Kanal vom Schleusen-Neubau profitieren werden.

Sebastian Dosch, stellvertretender Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde, der die Vereinbarungen mit Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD) ausgehandelt hat, sagte, dass mit dem Bau der Schleuse Friedenthal die Pinnower Schleuse zum Oranienburger Kanal geschlossen werde. Geplant ist in Friedenthal eine automatische Schleuse sowie eine Bootsschleppe und auch eine Radwegbrücke.

Frank Oltersdorf hofft, dass 2018 der Planfeststellungsbeschluss vorliegt und die Kampfmittelsuche erfolgen kann. Der Neubau der Schleuse soll 2019/20 über die Bühne gehen. "Zur Eröffnung der Schleuse 2021 komme ich gern wieder nach Oranienburg", sagte Witte.

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