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Forst Borgsdorf überwintert in der Fußball-Kreisoberliga an der Tabellenspitze

Angekommen im Neuland

Rutschpartie: Im Spitzenspiel der Kreisoberliga mussten die Teams aus Borgsdorf (in Grün) und Kremmen mit schwierigen Bedingungen zurechtkommen.
Rutschpartie: Im Spitzenspiel der Kreisoberliga mussten die Teams aus Borgsdorf (in Grün) und Kremmen mit schwierigen Bedingungen zurechtkommen. © Foto: Karsten Schirmer
Steffen Kretschmer / 19.12.2017, 19:32 Uhr
Borgsdorf (OGA) Die gute Laune nach Spielschluss war von niemandem zu übersehen, und schon gar nicht zu überhören. Nach ihrem 2:0(2:0)-Sieg über den FC Kremmen in der Fußball-Kreisoberliga stimmten die Spieler des FSV Forst Borgsdorf noch auf dem Platz ausgelassen das klassische "Uffta" an und feierten die Herbstmeisterschaft.

Gegen den Vierten aus Kremmen musste sich der Spitzenreiter kurz vor der Winterpause aber noch einmal gewaltig strecken, um den zwölften Sieg im 15.Spiel einfahren zu können. "Das müssen wir aber eigentlich immer", sagte der Borgsdorfer Ivan Bacak. "Selbstläufer gibt es bei uns nie."

Bacak war es, der in diesem Topspiel für Forst schon früh Verantwortung übernahm. Vom Elfmeterpunkt brachte er den FSV mit 1:0 in Führung. Nach der Partie waren sich jedoch alle einig, "dass das ein Kann-Elfer war. Den muss man nicht geben", gab Borgsdorfs Trainer Kai Felgner zu. Sein Gegenüber, Falk Franke vom FC Kremmen, hatte die entscheidende Situation so gesehen, "dass David Bäker den Arm extra anlegt und Schiedsrichter Tim Gerstenberg trotzdem auf Elfmeter entscheidet".

Bitter für die Gäste war jedoch, dass auch dem zweiten Treffer für Forst eine aus ihrer Sicht unverständliche Entscheidung des Referees vorausging. "Wir müssen vorher einen Freistoß bekommen", sagte Franke. Stattdessen lief die Partie aber weiter und es gab einen Eckball von der rechten Seite für Forst. Philipp Morsch brachte das Spielgerät scharf auf den zweiten Pfosten, wo Ivan Bacak den Ball in aller Ruhe herunternehmen und zum 2:0 einschießen konnte (43.). Bei allem Ärger über einige Entscheidungen des Unparteiischen gestand Franke aber auch ein, "dass wir die erste Halbzeit komplett verpennt haben. Da hätte es auch böser für uns kommen können."

Das sah nach dem Seitenwechsel anders aus. Der FC Kremmen war plötzlich präsenter in den Zweikämpfen und kam auch zu Chancen. Die größte vergab Patrick Breyer in der 52. Minute, als er mutterseelenallein aufs Borgsdorfer Tor zulief. Vielleicht hatte der FCK-Stürmer etwas zu viel Zeit, und war sich nicht sicher, welche Abschlussvariante er wählen sollte. So scheiterte er mit einem unplatzierten Schuss am gut reagierenden FSV-Keeper Michael Kleeblatt. "Wenn Kremmen den 2:1-Anschlusstreffer macht, kann es nochmal eng werden", meinte Kai Felgner nach der Partie. "Unsere erste Halbzeit war aber richtig gut. In dieser müssen wir ein, zwei Tore mehr machen."

Für den FC Kremmen ist diese Niederlage nach Meinung von Falk Franke alles andere als ein Beinbruch, auch wenn das Team die Chance logischerweise gerne genutzt hätte, den Anschluss nach oben nicht ganz zu verlieren. "Wir stehen aber über den Dingen", sagte der FCK-Trainer. "Aufgrund des Spiels vor der Pause ist der Sieg für Borgsdorf verdient. In einem solchen Spiel entscheiden aber immer auch Kleinigkeiten. Und diesmal hat es auch der Schiedsrichter mitentschieden."

Borgsdorf: Kleeblatt - Lorz, Warnke, Kühl, Schöniger (75. Brodkorb), Ratajczak, Aljkanowic, Wünsche, Wittenberg, Bacak, Morsch

Kremmen: Koger - Reiter, Bäker, Rossow, Heilmann, Jopp (72. Böttcher), Lindemann, Pietzofski, Köpke, Breyer, Moldenhauer

Rückzug, Kader und Aufstieg:


■ Der FSV Forst Borgsdorf liegt nach der Hinrunde in der Kreisoberliga als Tabellenführer bestens im Rennen.
■ Nach dem freiwilligen Rückzug aus der Landesliga im Sommer wusste keiner der Beteiligten so recht, was auf ihn zukommen würde. 38 Punkte später ( aus 15 Spielen) und dem damit verbundenen ersten Tabellenplatz ist aber klar, dass es sowohl Spielern als auch Trainern gelungen ist, mit der großen Unbekannten, der Kreisoberliga, umzugehen. "Wir sind mit unserer Leistung in der Hinrunde zufrieden", sagt Trainer Kai Felgner.
■ Er sei sehr überrascht über die Stärke der Liga. "Fast alles ist pari pari und es waren für uns kaum Spiele dabei, bei denen ich sagen konnte, dass schon nach 20 Minuten alles entschieden war."
■ Der FSV Forst verfügt über eine Menge Qualität im Kader. Eine Vielzahl von Spielern stand bereits in der Landesliga zusammen auf dem Platz und kennt sich daher bestens. Ist das eher Fluch oder Segen? Zumal dadurch der FSV Forst von nahezu jedem Konkurrenten in die Schublade "Titelfavorit" gesteckt wird. "Ganz klar Segen", meint Ivan Bacak. "Wir haben eine super Truppe und so viele dabei, die um die 30 Jahre oder älter sind. Allen macht es unwahrscheinlich Spaß, noch einmal zusammenzuspielen."
■ Dass die Borgsdorfer in der zweiten Saisonhälfte weiterhin ihre Kreise an der Spitze ziehen werden, hält Bacak für möglich. Geschenkt werde seiner Mannschaft aber mit Sicherheit nichts. "Wir müssen uns auch weiterhin sehr bemühen, um zu punkten. Ich finde die Liga sehr interessant und das Niveau richtig gut." Ein Vorteil könnte in der zweiten Saisonhälfte sein, "dass wir jetzt einordnen können, wie die Gegner sind".
■ Aber auch Bacak weiß, dass viel passen muss, um am Ende der Serie immer noch ganz oben zu stehen. Bisher sei das Team größtenteils von Verletzungssorgen verschont geblieben. Ändern dürfe sich das nicht. "Wir haben einen super Kader, aber er ist eigentlich zu klein", sagt er. Ähnlich sieht das sein Trainer Kai Felgner, der deshalb versuchen will, noch zwei, drei Spieler dazuzuholen. "So sind wir zu wenig", meint er, weshalb auch einige Nachwuchsspieler an die Kreisoberliga-Mannschaft herangeführt werden sollen.
■ Was passiert, sollte der FSV auch nach dem 30. Spieltag auf Platz eins stehen, ist laut Trainer Kai Felgner "noch nicht geklärt. Wir müssen jetzt im Verein darüber sprechen." Sollte der Aufstieg zum Thema werden, wäre Felgner dabei: "Ich würde mit hochgehen."
■ "Wir denken auch weiterhin von Spiel zu Spiel und freuen uns, dass wir Erster sind", sagt Ivan Bacak. "Es ist aber erst eine Hälfte der Saison vorbei. Was weiterhin passiert, werden wir sehen. Wenn wir zum Schluss ganz oben stehen, nehmen wir das gerne mit." (skr)

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