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Nico Hecht und Alex-Julian Krause überraschend in einer Oranienburger Handball-Mannschaft eingesetzt

Handball
Außergewöhnliches Comback beim OHC

Teamarbeiter: Ihr Handball-Handwerk erlernten Alex-Julian Krause (links) und Nico Hecht beim HC Neuruppin. Nun bildeten die beiden 20-Jährigen den neuen Rückraum beim OHC II.
Teamarbeiter: Ihr Handball-Handwerk erlernten Alex-Julian Krause (links) und Nico Hecht beim HC Neuruppin. Nun bildeten die beiden 20-Jährigen den neuen Rückraum beim OHC II. © Foto: OGA/Matthias Haack
Matthias Haack / 28.12.2017, 13:00 Uhr
Oranienburg (OGA) Ein außergewöhnliches Comeback auf der Platte feierte vor kurzem der Handballer Alex-Julian Krause. Der ehemalige Neuruppiner trägt nun das Trikot des Brandenburgligisten OranienburgerHC II. Dass Krause an der Seite von Ex-Mitspieler Nico Hecht erstmals für die Kreisstädter auflaufen konnte, versüßte das Comeback noch.

Allerdings fehlte Alex Krause das berühmte Tüpfelchen auf dem i. Einerseits zeigte er sich mit seinem Einstand nicht zufrieden, andererseits rechnete sich der OHC II im letzten Spiel vor der Winterpause mehr aus als ein Unentschieden gegen den HSV Wildau. Dem 14:12-Halbzeitstand folgte eine magere 6:8-Vorstellung nach dem Seitenwechsel. Die Grünen kamen mit einer taktischen Neuordnung nicht klar, als zeitweise ein siebter Feldspieler für Verwirrung beim Gegner sorgen sollte. Fünf Tore in Folge warfen die Gäste.

Genau das war der Moment für die Trainer, personell das Ruder herumzureißen. Krause kam für Philipp Jaß. Allerdings sollte der Rechtshänder nicht wie früher üblich am Kreis die Gegenspieler auf sich ziehen, sondern auf halbrechts. Sein Trainergespann habe ihn gefragt, ob "ich auf Linksaußen ran will", lässt Krause einen Blick auf die Spielvorbereitung zu. Doch da stand ja ein Stammspieler. "Das hat keinen Sinn", entgegnete der junge Mann. Und zum Wechsel bot die Mannschaft zunächst keinen Anlass. Krause: "Wir haben dann aber zu kopflos gespielt. Im Endeffekt waren beide Teams auf Augenhöhe, nur fehlte uns in der Endphase die Cleverness." Er sah aber auch, dass Wildau gut und gern hätte wegziehen können. Nur brachte der OHC II mit Pascal Bölke einen exzellenten Keeper zwischen die Pfosten. Ein halbes Dutzend freier Bälle entschärfte er.

Alex-Julian Krause hatte neben seinem Debüt einen weiteren Grund zur Freude: Auf der anderen halben Position zog Nico Hecht die Aufmerksamkeit der Wildauer auf sich. Nicht nur vier Tore gelangen ihm. Er sah sich einer Manndeckung ausgesetzt. Immerhin gehört er ja zum Kader des Drittligisten und bekam während des spielfreien Wochenendes des OHC I eine Chance für den Brandenburgligisten.

Nico Hecht und Alex Krause kennen sich seit einem Jahrzehnt. Für den HC Neuruppin durchliefen sie die Jugendmannschaften. Doch im März 2016 endete die gemeinsame Zeit mit dem Saisonfinale: Hecht wurde fortan ins Männerteam integriert und wagte im Sommer 2017 den Sprung vom Sechst- zum Drittligisten - Krause warf seinen Fokus auf die Ausbildung und den Beruf. Inzwischen ist er in der Oranienburger Turm-Erlebniscity als Fitness- und Gesundheitstrainer angestellt.

"Beide OHC-Trainer kamen zu mir, logisch, dass wir ins Gespräch kamen", fasste Krause die ersten Kontakte zusammen, in denen er wieder "Feuer und Flamme" für seinen geliebten Sport spürte. Aber eineinhalb Jahre Pause lagen hinter ihm und ein wenig Querelen mit dem Spielerpass. Vor fünf Wochen sollte die Spielberechtigung eigentlich vorliegen. Aber die Mühlen mahlen langsam im Landesverband. Vor gut einer Woche hieß es dann vom Trainerteam Thomas Spiekermann/Mario Strich, dass mit dem Einsatz gegen Wildau zu rechnen sei. Krause freute sich riesig.

"Noch nie hatte ich im Training auf halbrechts gestanden. Ich sehe mich auf halblinks oder am Kreis. Der Kreis, das ist sowieso meine Heimat." Allerdings habe auch der Rückraum seinen Charme, "weil man am Kreis viel geschubst wird und nicht so häufig in Aktion ist. Das ist dahinter ganz anders." Ebenso neu ist für den 20-Jährigen die Gegnerschaft: Noch nie hatte er in einem Männerteam um Punkte spielen, lediglich trainieren dürfen. Und dann gleich in der fünften Liga. Krass. "Es ist eine völlig andere Situation, wenn man sich dem Konkurrenzkampf stellen muss." Immerhin umfasst der Kader 16Spieler. Doch mit seiner herausragenden Athletik und dem "Ich bin recht schnell auf den Füßen" beeindruckte er die Trainer.

Zu einem Treffer hat es im Debütspiel in den 20 Minuten Einsatzzeit nicht gereicht, obwohl er mehrfach durchgebrochen war. Dennoch genoss Alex Krause den ersten Auftritt, für den auch seine Eltern aus Banzendorf angereist waren. Dass er sich eventuell an höhere Aufgaben heranwagt, bezweifelt er. "Ich bin mit meiner Arbeit und zweimal Training voll ausgelastet. Er sieht seine sportliche Zukunft beim Brandenburgligisten.

Und jene von Kumpel Nico Hecht? "Er hat allein schon durch das permanente Training mit der Ersten einen ganz, ganz großen Schritt gemacht. Aber ich wünsche ihn mir in der Zweiten, hier ist er Leistungsträger und kann der Mannschaft extrem helfen." Den Oranienburger HCII trennt nur ein Punkt vorm ersten Abstiegsrang.

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