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Judo: Oranienburgerin Simone Glenz will nach schwerer Knieverletzung zurück in die Erfolgsspur - und das für einen neuen Verein

Judo
Simone Glenz: Das Ende der Leidenszeit

Stellten ihr Konzept in Kremmen vor: die Potsdamer Studentinnen Charleen Effenberger, Annabel Bursy und Elena Zimmer-Bashir (von links).
Stellten ihr Konzept in Kremmen vor: die Potsdamer Studentinnen Charleen Effenberger, Annabel Bursy und Elena Zimmer-Bashir (von links). © Foto: privat
Stefan Zwahr / 06.01.2018, 19:00 Uhr
Oranienburg (OGA) 2015 war das Jahr der Simone Glenz. Als deutsche Judo-Meisterin holte sie in ihrer Altersklasse Gold bei der Europameisterschaft, triumphierte bei den European Master Games und wurde Vize-Weltmeisterin. Wenige Monate später sorgte ein Unfall für das abrupte Ende der Erfolgswelle. Mit den Folgen hat die Oranienburgerin bis heute zu kämpfen.

Rückblickend spricht die 39-Jährige (die seit 1986 auf der Matte steht) von der schwierigsten Phase ihrer sportlichen Laufbahn. Dass an Wettkämpfe nicht zu denken war, habe sie auch mental belastet. "Jetzt bin ich auf einem guten Weg, gehe wieder arbeiten und habe wieder mit dem Sport angefangen. Was in Zukunft geht, hängt davon ab, was mein Knie sagt. "

Im Sommer 2016 hatte sich die frühere Sportschülerin eine schwere Verletzung zugezogen.Der Unfall passierte auf dem Hof der Schwiegereltern. Ein Rottweiler traf die zweifache Mutter von hinten am Knie. Folge: Verletzung der Außenbänder und Meniskusriss. Einige Monate später verdrehte sich die Samura-Athletin auf der Treppe das Knie, riss sich dabei das Kreuzband. "Insgesamt hat es mich anderthalb Jahre gekostet, das Ganze wieder heilen zu lassen. Jetzt muss ich sehen, wie lange ich bis zu dem Ziel, was ich persönlich habe, brauche. Das kann ich noch nicht abschätzen."

Seit 2012 brachte Simone Glenz jedes Jahr eine Medaille von der EM mit nach Hause. "Die WM habe ich bis zum Unfall nur ein Mal verpasst. Wenn ich dabei war, gab es auch immer eine Medaille." Will die dreifache Europameisterin (2012, 2013, 2015) zurück auf die große Bühne? "Medaillen zu holen, ist immer mein Ziel. Judo ist ein Kampfsport, da will man sich messen." Zum jetzigen Zeitpunkt sei das aber nicht das vorrangige Ziel. "Wichtiger ist es, mich technisch wieder zu festigen. Um bei Wettkämpfen erfolgreich zu sein, muss alles stimmen. Das aufzubauen, dauert. Ich habe vorher auch zwei Jahre gebraucht, um da überhaupt hinzukommen. Das war hartes Training."

Glenz träumt davon, 2021 noch einmal an den Master Games teilnehmen zu können. "Das sind für die Sportler der Ü 30 quasi die olympischen Spiele. Da will ich hin. Ich bin ein Mensch, der immer mit Zielen durch das Leben geht." Kurzfristig habe sie sich vorgenommen, den dritten Dan abzulegen. "Das habe ich mir für 2018 auf die Fahne geschrieben." Den zweiten Dan hatte die Weltmeisterin von 2012 vor drei Jahren aufgrund ihrer Verdienste um den Judosport verliehen bekommen. Insgesamt können zehn Grade erworben werden. Vom Braungurt geht es über Schwarzgurte mit einer unterschiedlichen Anzahl an Streifen bis zum Rotgurt. Weißgurte (elfter und zwölfter Dan) werden nur an Verstorbene verliehen. "Die Anforderungen sind in der Dan-Prüfungsordnung klar geregelt. Das heißt, dass ich mir nun ein zusätzliches technisches Repertoire aneignen muss. Und nach dem dritten Dan gibt es sicher neue Ziele." Glenz schwebt eine Trainer-Weiterbildung vor. "Ich will mich als Trainer engagieren. Vielleicht übernehme ich eine kleine Gruppe, um Kinder weiterzuentwickeln und zu begeistern."

Wie der Weg, was Wettkämpfe betrifft, künftig aussieht, müsse man sehen. "Das ist vom Knie abhängig. Der Wettkampfsport ist für mich nicht ganz außen vor. Aber ich weiß, dass es auch ein Risiko ist. Man muss immer im Kopf haben, dass man auch ein bisschen an die Gesundheit denken muss." Wie auch immer sich die sportliche Zukunft gestaltet: Simone Glenz wird künftig für den Hennigsdorfer Judoverein starten. Warum? "Bei den Samuras habe ich lange versucht, andere Frauen für Wettkämpfe zu begeistern. Da will aber irgendwie keiner." Daher reist sie seit 2010 mit der Hennigsdorferin Anke Heidrich durch die Gegend. "Beim HJV gibt es einige Frauen, die etwas erreichen wollen und erfolgreich sind. Sie haben so viel Ehrgeiz. Deshalb ist es für mich der schönere Weg zu sagen, ,wir sind ein Team und wir machen das zusammen'. Das ist ganz wichtig für mich."

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