Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Erste Ladesäule geht vor der Dreifeldhalle ans Netz

Energie tanken: Gemeindevorsteher Martin Beyer, Bürgermeister Hans Günther Oberlack und Sandy Schramm (von links) von der e.dis-Netz-GmbH sind gespannt, ob Kunden kommen.
Energie tanken: Gemeindevorsteher Martin Beyer, Bürgermeister Hans Günther Oberlack und Sandy Schramm (von links) von der e.dis-Netz-GmbH sind gespannt, ob Kunden kommen. © Foto: OGA/Heike Weißapfel
Heike Weißapfel / 12.01.2018, 18:30 Uhr
Glienicke (OGA) Schon vor vielen Jahren haben sich die Glienicker Gemeindevertreter eingehend mit dem Thema Elektromobiliät beschäftigt und dabei auch Experten zurate gezogen. Damals gab es aber wenig einheitliche Standards, und so wurde die Auswahl an Möglichkeiten erst einmal auf Eis gelegt. Inzwischen haben sich die Anbieter in manchen Feldern geeinigt. Nun ist der Beschluss der Glienicker Gemeindevertreter umgesetzt worden - eine Stellfläche auf dem Parkplatz am Michael-Bittner-Platz ist für ein Elektrofahrzeug reserviert, und die Tankstelle der e.dis ist angeschlossen. Am Freitag fiel an der Säule der offizielle Startschuss für den Einstieg ins Elektroauto-Zeitalter in Glienicke. Maximal 22 Kilowatt (kW) gibt die Elektrosäule pro Stunde her. Wer also ein Auto mit einer entsprechenden Batterie hat, braucht für die Ladung eine Stunde. "Es gibt inzwischen Batterien mit 44 kW", sagt Sandy Schramm, e-Mobility-Experte bei der e.dis Netz Gesellschaft. "Da dauert eine volle Ladung dann zwei Stunden. Es gibt noch schnellere Ladestationen, beispielsweise an den Autobahnen, aber hiermit lässt sich schon gut arbeiten."

Die Säule ist mithilfe eines Förderprogramms des Bundesamts für Verwaltungsangelegenheiten aufgestellt worden. Bezahlt wird über Kreditkarte oder Ladekarten. Diese habe fast jeder, der ein Elektroauto fahre, erklärte Michael Rühe von der Carge-On GmbH, die die Elektrotankstelle betreibt. Abgerechnet werde der Tankvorgang in aller Regel nach Minuten.

Es sind noch nicht sehr viele Elektrofahrzeuge auf Glienickes Straßen zu sehen. Michaela Scheller ist jedoch Besitzerin eines Hybrid-Autos, das etwa 70 Kilometer weit mit Elektroenergie fährt. Es kann aber auf Benzin umgeschaltet werden. "Bis ins Zentrum von Berlin und zurück schaffe ich es", sagt die Glienickerin. Meistens lädt sie die Batterie einfach an der heimischen Steckdose auf. Das kostet etwa drei Euro und dauert fünf Stunden. Aber sie hat auch Apps auf dem Handy, die ihr anzeigen, wo sie Ladesäulen findet und was das Tanken pro Minute beziehungsweise pro Kilowattstunde kostet, für den Fall, dass sie doch einmal "ad hoc" tanken muss. In zwei Apps werden ihr für die Glienicker Säule einmal 12 und einmal 33 Cent pro Minute angezeigt. "Zu teuer", findet sie und kritisiert zudem die Unübersichtlichkeit der Anbieter. Michael Rühe spricht von erschwinglichen Flatrates bei den Providern. Um wirklich jede Säule nutzen zu können, müssen Nutzer allerdings bisher auch mehrere Ladekarten haben.

Auch Bürgermeister Dr. Hans Günther Oberlack (FDP) meint, dass die Geschäftsmodelle auf dem Gebiet noch nicht ausgereift sind. Dennoch, ein Anfang ist gemacht, und je mehr Fahrer auf E-Autos umsteigen, desto mehr werde sich die Tankstellen- wie Zahlungslandschaft vereinfachen, meint Michael Rühe.

Oberlack glaubt, dass die meisten e-mobilisierten Glienicker ihre Fahrzeuge in der heimischen Garage oder unter dem Carport aufladen. Das Angebot richtet sich deshalb an Durchreisende, aber auch an Glienicker, die zum Einkaufen ins Zentrum kommen oder zum Sport.

Wer dort übrigens unberechtigt parkt oder sein aufgeladenes Auto übermäßig lange auf dem Sonderparkplatz stehen lässt, muss mit einem Knöllchen rechnen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG