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Berlin nahe Ortsteile gewinnen an Einwohnern

Lebendige Gemeinde: Die Teschendorfer feiern Erntedankfest. Hier lebt es sich gut, finden besonders Familien, die in die Berlin nahen Ortsteile zuziehen.
Lebendige Gemeinde: Die Teschendorfer feiern Erntedankfest. Hier lebt es sich gut, finden besonders Familien, die in die Berlin nahen Ortsteile zuziehen. © Foto: OGA/Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 12.01.2018, 19:30 Uhr
Löwenberger Land (OGA) Das Löwenberger Land wächst, wenn auch nur langsam. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember erhöhte sich die Einwohnerzahl im Gemeindegebiet um 81 Personen. Das geht aus der aktuellen Statistik der Verwaltung hervor.

Voller Stolz hatte Bernd-Christian Schneck (SPD), Bürgermeister der Großgemeinde Löwenberger Land, im Sommer 2014 verkünden können, dass seit Jahren des steten Verlustes an Einwohnern erstmals wieder ein Anstieg der Einwohnerzahl zu verzeichnen sei. Ein Trend, der sich seither ungebrochen fortsetzt, wenn die Zahlen bislang auch nur moderat steigen.

Gerade nach der Wende hatten vor allem Jugendliche den Orten den Rücken gekehrt. Es fehlten Arbeitsplätze, die Straßen und Infrastruktur waren in einem schlechten Zustand, es gab kaum Einkaufsmöglichkeiten. Kindergärten und Bildungseinrichtungen fehlten ebenso.

Genau darauf haben die Löwenberger Kommunalpolitiker und die Mitarbeiter der Verwaltung reagiert und gezielt daran gearbeitet, die verschiedenen Ortsteile des Löwenberger Landes attraktiv zu machen.

Deshalb ist der Anstieg der Einwohnerzahlen vor allem auf einen Zuzug zurückzuführen. Dabei ist innerhalb des aus 17 Ortsteilen bestehenden Gemeindegebietes durchaus eine unterschiedliche Entwicklung festzustellen. Klare Gewinner sind dabei die Berlin nahen Ortsteile, die über gut ausgebaute Straßen und Bahnanschlüsse verfügen. Dazu gehören Nassenheide, Grüneberg, Teschendorf, Löwenberg und Neulöwenberg. Sie sind vor allem für Familien mit Kindern interessant, wenn die Eltern im Hauptstadtgebiet arbeiten, jedoch im grünen Umland wohnen möchten. Genau das ist in diesen Ortsteilen möglich. Diese sind sowohl mit der Bahn als auch mit dem Auto gut zu erreichen. Ein Beleg dafür ist zudem, dass in den Orten die Bauflächen mittlerweile immer knapper werden. Wurden über Jahre hinweg Bauherren gesucht, sind es nun neue Flächen, auf denen Wohngebiete entwickelt werden können. In Nassenheide gehören dazu unter anderem Areale am Teerofener Weg und an der Hohenbrucher Chaussee.

Dabei setzten die Kommunalpolitiker derzeit weniger auf die Ausweisung neuer Bauflächen an den Ortsrändern, sondern auf eine gezielte Entwicklung von Innenflächen, um so eine Verdichtung der Siedlungsstruktur herbeizuführen.

Der Anstieg der Einwohnerzahl im kleinen Ortsteil Neuendorf fällt etwas aus dem Rahmen. Er ist in erster Linie auf die idyllische Lage Neuendorfs und den Umstand zurückzuführen, dass die Nutzer von Wochenendgrundstücken nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben genau in dieser Idylle ihre Ruhejahre verleben möchten.

Festzustellen ist, dass das Wachstum nördlich einer gedachten Linien von Grieben bis Liebenberg abebbt. Diese gedachte Linien markiert sozusagen den nächsten Entwicklungsring um die Hauptstadt. Dieser hat sich in den zurückliegenden Jahren über die Städte mit den S-Bahn-Endhaltestellen ins Brandenburger Umland ausgedehnt und erstreckt sich mittlerweile bis nach Liebenwalde und Löwenberg. Danach schließen sich vorrangig typische Bauerndörfer wie Gutengermendorf an, in denen die Einwohnerzahl nach wie vor eher stagniert.

Mit 56 Geburten, die im vergangenen Jahr im Löwenberger Land registriert wurden, konnte die Zahl der Sterbefälle (87) noch nicht ausgeglichen werden. Mit 31 Personen sterben also noch immer mehr Einwohner, als Kinder geboren werden. Bislang resultiert der Anstieg daher nur aus einem steten Zuzug von Menschen, die sich in der Gemeinde mit ihrem Hauptwohnsitz anmelden.

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