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Flugplatzbrände: Feuerwehr schreibt jetzt Rechnungen

Mehrmals musste die Feuer zu einem Einsatz auf den ehemaligen Militärflugplatz an der Oranienburger Flugpionierstraße fahren. Hier der Einsatz im Dezember.
Mehrmals musste die Feuer zu einem Einsatz auf den ehemaligen Militärflugplatz an der Oranienburger Flugpionierstraße fahren. Hier der Einsatz im Dezember. © Foto: privat
Burkhard Keeve / 12.02.2018, 18:14 Uhr - Aktualisiert 12.02.2018, 20:03
Oranienburg (MOZ) Große Erleichterung herrscht in Oranienburg, nachdem die Polizei am Sonntag mitteilte, dass sie die beiden Feuerteufel gefasst hat, die für 17 Brände auf dem alten Flughafengelände und im Bereich der Lehnitzschleuse verantwortlich sind. Den letzten Brand hatten sie Freitagmittag gelegt. Doch die Ermittlungsarbeit stehen noch am Anfang.

Wieso das so ist, erläutert am Montag der Sprecher der Polizeidirektion Nord, Toralf Reinhardt. „Wir hatten beispielsweise nur zwölf Brände gezählt“, die den beiden Jungen aus Oranienburg angekreidet werden können. Doch bei den Vernehmungen, die mit dem 13-Jährigen und dem 16-Jährigen unabhängig voneinander geführt wurden, ist am Ende eine neue Rechnung aufgemacht worden: Jetzt waren es plötzlich 17 Taten, die seit Anfang November aufs Konto der beiden Jungen geht. Sie hatten dazu „relativ detailliertes Täterwissen“ preisgegeben, so der Polizeisprecher. Unklar sei hingegen, wer wann und wo genau gezündelt und wer nur zugeschaut habe, sagte Reinhardt. Auch hierzu seien weitere Recherchen der Kripo notwendig.

In den Kreis der Verdächtigen hatten sich der 13- und 16-jährige Oranienburger selbst gebracht. Sie waren Anfang Dezember in der Nähe eines Feuers auf dem Oranienburger Flughafengelände liegend auf einem Dach von einem Hubschrauber entdeckt und von der Polizei auch geschnappt worden. Auch wenn sie die Polizei für verdächtig hielt, konnte sie ihnen zu diesem Zeitpunkt noch nichts nachweisen. Vorher waren die beiden Oranienburger Jungen noch nicht mit der Polizei in Konflikt geraten, sprich sie tauchten in keiner Kartei auf.

Das änderte sich am vergangenen Freitag, nachdem erneut ein leerstehendes Gebäude auf dem ehemaligen Flugplatz der sowjetischen Streitkräfte am Bärenklauer Weg brannte. Denn erneut wurden die beiden Jugendlichen „in räumlicher Nähe“, des Tatorts aufgegriffen, so Reinhardt. Hinzu kamen Zeugenaussagen. Wie berichtet, gestanden die beiden Jungen schließlich die zahlreichen Brandstiftungen.

Die Sachschäden an den alten Gebäuden am Flughafen und der Lehnitzschleuse seien eher gering, sagte Reinhardt. „Der Aufwand für den Polizeieinsatz ist schwer zu beziffern.“ Doch die Einsätze der Feuerwehr könnte den Tätern, dass heißt deren Eltern teuer zu stehen kommen. „Die Einsätze werden nach einer Gebührensatzung abgerechnet“, sagte am Montag Oranienburgs Stadtwehrführer Sven Marten. Wie hoch die Gesamtsumme ist, könne er jetzt noch nichts sagen, erläuterte Marten (siehe Hintergrund). Billig wird es nicht. Allein im Dezember waren 52 Einsatzkräfte damit beschäftigt, brennende Reifen mit Schaum zu löschen, die vermutlich auch auf die Kappe der Jungen gehen.

Der 13-jährige Verdächtige ist nach dem Jugendstrafrecht noch nicht strafmündig. Bei ihm wird das Jugendamt eingeschaltet. „Für ihn haften seine Eltern oder Erziehungsberechtigten“, sagt Toralf Reinhardt.

Der 16-Jährige ist vom Alter her strafmündig. Hier haben die Jugendrichter sein Schicksal in der Hand. Bei Erwachsenen gilt Brandstiftung als schwerer Fall, der normalerweise mit Haft bestraft wird. Bei Jugendlichen wird in der Regel von Haftstrafen abgesehen. Sie werden eher zu Verhaltenstraining und Sozialstunden verdonnert. Dabei geht es in erster Linie um Erziehung als Bestrafung.

Kosten der Einsätze: ■Als Einsatzdauer gilt die Zeit von der Alarmierung bis zur Rückkehr ins Depot, einschließlich der Reinigung.

■ Die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Oranienburg sind grundsätzlich unentgeltlich, es sei denn, das zum Beispiel der Schaden „vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde“, wie es in der Gebührensatzung steht.

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