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Einwohner äußern Sorgen über die Sicherheit am neuen Jugendfreizeitzentrum / Gruschinske möchte Bürger in Planung einbinden

Sorgen über Sicherheit an neuem Jugendzentrum

Rege Diskussion: Fast zwei Stunden dauerte das Bürgergespräch zum geplanten Jugendfreizeitzentrum am Bahnhof.
Rege Diskussion: Fast zwei Stunden dauerte das Bürgergespräch zum geplanten Jugendfreizeitzentrum am Bahnhof. © Foto: MOZ/Sandra Jütte
Sandra Jütte / 14.02.2018, 06:26 Uhr
Gransee (MOZ) Dass die Pläne der Stadt, ein neues Jugendfreizeitzentrum im Granseer Bahnhof zu entwickeln, polarisieren, zeigte am Montagabend schon die Besucherzahl im Café Hillebrand. Rund 35 Interessierte waren gekommen, um über das Projekt zu diskutieren und ihre Fragen an die Verwaltung loszuwerden.

Beantwortet wurden diese von Wolfgang Schwericke, der stellvertretend für den Amtsdirektor gekommen war, und Mario Gruschinske, ehrenamtlicher Bürgermeister von Gransee. Schon in ihrer Eingangsrede betonte Gastgeberin Marina Hillebrand, dass sie die Entscheidung, den Bahnhof künftig als Jugendfreizeitzentrum zu nutzen, überrascht hätte.

Das Gebäude habe die Stadt als Mitgift für die umliegenden Flächen, auf denen bereits Parkplätze entstanden sind, kaufen müssen, erklärte Wolfgang Schwericke. Jahrelang habe es dann kein Konzept für den leerstehenden Bahnhof gegeben, das sich langfristig trage. "Wir haben da nach einer Nutzung gesucht, die Kontinuität garantiert", erläuterte er, warum keinem externen Investor der Zuschlag gegeben wurde. Zudem habe auch die Größe des Gebäudes - weit mehr als 1000 Quadratmeter auf vier Etagen - die geeigneten Vorschläge eingegrenzt. Da sei eine Nutzung durch die öffentliche Hand die sinnvollste.

"So sind auch Mitarbeiter vor Ort, die das Gebäude betreuen können", sagte Mario Gruschinske. Die Bibliothek und das Archiv habe man dagegen in der Innenstadt belassen wollen, um diese weiter zu beleben. Er betonte zudem, dass der derzeitige Jugendklub in einem katastrophalen Zustand sei. "Da besteht großer Handlungsbedarf." Nachvollziehen konnte er aber auch die Sorgen, die Einwohner und Abgeordnete um die Sicherheit der Jugendlichen geäußert hatten. "Aber schon jetzt halten sich am Bahnhof täglich Kinder und Jugendliche ohne Aufsicht auf", so Gruschinske. Mit dem Jugendklub, so waren er und Schwericke sich einig, würde es eine Betreuungs- und Wartemöglichkeit für pendelnde Kinder geben. Zudem soll eine Mauer das Gebäude von den Gleisen abkapseln.

Da hielt Reiner Glass, sachkundiger Einwohner im Stadtentwicklungsausschuss, dagegen. "Ein Jugendklub direkt neben den Zügen ist nicht das Richtige", meinte er und wies auf die bald noch schneller durchfahrenden Bahnen hin. Auch Mario Kröber lehnte den Standort ab und betonte: "Die Mauer schützt auch nicht. Für Jugendliche ist gerade alles attraktiv, was verboten ist." Der Bahnhof sei ein gefährlicher Anziehungspunkt. Er bezweifelte zudem, dass drei Betreuer die Aufsicht gewährleisten könnten. Hier verwies Wolfgang Schwericke auf die Möglichkeit, über eine Zertifizierung Praktikanten im Jugendklub beschäftigen zu können.

Auch über die künftigen Freiflächen wurde diskutiert. "Da steht uns am Bahnhof mehr zur Verfügung, als wir jetzt haben", betonte Jugendbetreuerin Andrea Tornow. Die Frage nach den anfallenden Betriebskosten konnte die Verwaltung dagegen noch nicht beantworten. Mario Gruschinske sprach sich aber dafür aus, die Einwohner in die weitere Planung stärker einzubinden.

Bahnhofsprojekt:


■ In der Investitionsplanung der Stadt Gransee sind für den Um- und Ausbau des Bahnhofsgebäudes zum Jugendfreizeitzentrum 2,4 Millionen Euro eingeplant. 80 Prozent davon sollen aus Fördermitteln finanziert werden. Anvisiert ist die Fertigstellung Ende 2020.
■ Genutzt werden sollen für den Jugendklub die erste und zweite Etage sowie Außenflächen über 1060Quadratmeter rechtsseitig des Gebäudes. Ins Erdgeschoss könnten Gastronomie oder andere Angebote einziehen.(sju)

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