Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Investor zieht sich von Moschee-Grundstück zurück

Hier sollen seniorengerechte Wohnungen entstehen. Allerdings hat der Investor nach einer Abstimmungsniederlage in der Gemeindevertretung angekündigt, sich von dem Vorhaben auf dem Moschee-Grundstück zurückzuziehen.
Hier sollen seniorengerechte Wohnungen entstehen. Allerdings hat der Investor nach einer Abstimmungsniederlage in der Gemeindevertretung angekündigt, sich von dem Vorhaben auf dem Moschee-Grundstück zurückzuziehen. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 14.02.2018, 14:21 Uhr
Glienicke (MOZ) „Es rechnet sich einfach nicht mehr“, sagte Christian Ernst, Executive Direktor bei der IG Real Estate Holding GmbH, nach einer Abstimmungsniederlage in der Glienicker Gemeindevertretung. Der Investor wollte auf dem sogenannten Moschee-Grundstück zwischen der Schule und der Sonnengalerie ein Haus mit 80 kleineren Wohnungen bauen und eine Drogerie ansiedeln. Das vierstöckige Gebäude sollte auf einer zweistöckigen Tiefgarage errichtet werden. Um diese Pläne realisieren zu können, benötigte er ein Grundstück der Gemeinde. Dabei handelt es sich um einen schmalen Streifen entlang des Moschee-Grundstücks. Im Gegenzug würde er der Gemeinde unter anderem zusichern, auf eigene Kosten einen Weg zwischen dem Einkaufszentrum und der Schule anzulegen und eine Art Vorvertrag für die Ansiedlung eines Drogeriemarktes vorzulegen. Zudem bot er der Gemeinde an, acht Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Die könnte die Kommune einkommensschwachen Interssierten zur Verfügung stellen. Allerdings müsste sie den Mietpreis subventionieren.

Doch das reichte den meisten Gemeindevertretern nicht. Ein Kompromissvorschlag, auf die vierte Etage zu verzichten, lehnte der Investor aus Rentabilitätsgründen ab. „Das ist ein visueller Sechsgeschosser“, erklärte zu Beispiel Christian Hortien (GBL) seine Ablehnung des Projektes in der geplanten Form, obwohl das Vorhaben auch viele positive Seiten habe. Bürgermeister Oberlack (FDP), der das Projekt befürwortete, gab zu bedenken, dass Grund und Boden in Glienicke knapp und teuer sei. „Wenn die Kosten verträglich sein sollen, kann es nur in die Höhe gehen.“ Die Linken lehnten den Bau ab, weil dort „attraktive Wohnungen im oberen Preissegment, aber kein bezahlbarer Wohnraum für Glienicke“ entstehen werde, so Fraktionschef Ernst-Günter Giessmann. CDU/FDP-Fraktionschef Ulrich Strempel warnte dagegen vergeblich vor einem Scheitern des Vorhabens. „Wir erarbeiten uns gerade den Ruf einer investitiosfeindlichen Gemeinde.“

Theoretisch kann das Vorhaben auch ohne das Gemeindegrundstück realisiert werden. Doch davon nimmt Investor Ernst aus Kostengründen Abstand.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Monika Kensing 14.02.2018 - 20:42:07

Investor zieht sich von Moschee-Grundstück zurück

Als direkt Betroffene begrüße ich dies. Denn es wäre nicht nur "ein Streifen" eines gemeindeeigenen Grundstückes für die Erschließung des Geh-, Fahr- und Leitungsrechtes nötig, sondern zwischen dem Wohnblock an der Hauptstraße und des daneben stehenden Mietshauses Nr. 60 würde eine sieben Meter breite "Stichstraße" entstehen, die bis zu der unteren Tiefgarage führt, die für Mieter und Gewerbe genutzt werden sollte. Wir Mieter (40 Wohneinheiten) müssten uns diese Straße teilen, um als Fußgänger zu unseren Hauseingängen zu kommen, für die Zufahrt zu unseren Parkplätzen, Garagen, für Müllentsorgung, für Anlieferungen, Krankenwagen sowie für eventuell nötige Feuerwehreinsätze. Die Autos und Anlieferfahrzeuge für das Projekt müssten auch den geplanten Fußweg zwischen Kaufhalle und Schule queren, was ein Sicherheitsrisiko darstellen würde. Von der Hauptstraße schließt sich nur wenige Meter neben unserer gemeinsamen Auffahrt entfernt die Auffahrt zur Schule, zu den Glas-Containern und der Fußgänger-Schutzweg an. Der Schulweg würde noch mehr Sicherheit verlieren. Glienicke stehen freie Wohnungen zur Verfügung, die sich nur Wenige leisten können. Das würde bei diesem Projekt auch nicht anders aussehen. Das Glienicke Investitionsfeindlich ist kann man wirklich nicht behaupten. Das Grundstück, auf dem die drei Häuser für Flüchtlinge errichtet wurden, stellte die Gemeinde dem Landkreis zur Verfügung. Die wegen Nichtauslastung freien Wohnungen sind für "Glienicker" ebenfalls nicht erschwinglich. Glienicke hatte schon einmal einen florierenden Drogshop der wegen der Ansiedlung von Schlecker umdisponierte. Nach der Pleite sind nun nur noch in den größeren Märkten Drogerieartikel erhältlich, was meiner Meinung nach ausreicht. Man kann nicht Alles vor Ort haben. Hermsdorf oder Hohen Neuendorf sind nah erreichbar, dort gibt es mehrere Märkte.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG