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Investor plant 158 neue Wohnungen zwischen Bahn und Bundesstraße

Wohnungsbau
Stadtvillen für Bergfeldes Ortsmitte

Stadtvillen mit insgesamt 158 kleinen und größeren Wohnungen will die Berliner Gesellschaft KW-Development entlang der Bahnlinie zwischen Sommer- und Mittelstraße bauen.
Stadtvillen mit insgesamt 158 kleinen und größeren Wohnungen will die Berliner Gesellschaft KW-Development entlang der Bahnlinie zwischen Sommer- und Mittelstraße bauen. © Foto:
Heike Weißapfel / 14.02.2018, 15:00 Uhr - Aktualisiert 15.02.2018, 11:09
(MOZ) Der Hohen Neuendorfer Stadtteil Bergfelde wächst. Stadtvillen mit insgesamt 158 kleinen und größeren Wohnungen will die Berliner Gesellschaft KW-Development entlang der Bahnlinie zwischen Sommer- und Mittelstraße bauen. Dazu soll ein Einkaufsmarkt kommen. Für die Häuser ist neben einem Parkplatz auch eine Tiefgarage geplant.

Jan Kretzschmar, Geschäftsführer der KW-Development, stellte das Vorhaben am Dienstagabend dem Hohen Neuendorfer Stadtentwicklungsausschuss vor. Vorgesehen sind nach derzeitigen Plänen fünf Stadtvillen mit je bis zu 15 Wohnungen und zwei länger gestreckte Baukörper sowie ein größeres Gebäude für den Supermarkt, der ebenfalls mit Wohnungen überbaut werden soll. Drei Vollgeschosse plus einem Staffelgeschoss im Dach sind demnach für die Mehrfamilienhäuser geplant, nach oben hin verjüngt, um nicht zu wuchtig auszusehen. Eine der Stadtvillen, die dicht am Parkplatz entstehen würde, könnte bei Bedarf auch eine Kindertagesstätte werden, sagte Jan Kretzschmar. Die beiden größeren Häuserentstehen im Geschosswohnungsbau und stehen im südlichen Teil des Grundstücks entlang der Bahntrasse. Die Tiefgarage soll sicherstellen, dass die umliegenden Straßen wenig belastet werden. Die Erschließung der Häuser erfolgt dann im Wesentlichen von der Mittelstraße aus.

Die KW-Development ist Eigentümerin, Projektentwicklerin und Bauträgerin des gut 14000 (vierzehntausend) Quadratmeter großen, dreieckigen Grundstücks. Die Gesellschaft mit Sitz in Berlin baut vor allem in der Hauptstadt sowie in Brandenburg schlüsselfertige Häuser.

Die Wohnungen mit anderthalb bis fünf Zimmern seien „effektiv geschnitten“ und könnten später eventuell über eine Wohnungsbaugesellschaft oder –genossenschaft vermietet werden, die Stadtvillen würden möglicherweise einzeln verkauft. Kretzschmar sprach vorläufig von angestrebten zehn Euro Mietzins pro Quadratmeter. Das Unternehmen „Edeka“ habe bereits Interesse bekundet, sagte er auf Nachfrage der Stadtverordneten und verneinte ausdrücklich, dass „Kaufland“ gemeint sei. Mit baulichen Herausforderungen wie Lärm, in diesem Fall von der Bahn, habe seine Gesellschaft durchaus Erfahrung, sagte Kretzschmar. „Das kriegen wir hin.“ Auch die Höhe der Bebauung „erschlägt keinen“, versicherte er.

Der Bebauungsplan ist alt und rechtskräftig, müsste nun aber in einigen Punkten geändert werden. Aus Sicht der Stadtverwaltung würde mit den Gebäuden an dieser Stelle eine städtebauliche Lücke geschlossen und das Ortszentrum verdichtet werden. Der bestehende Bebauungsplan sehe die Erschließung durch das Wohngebiet vor, erklärte Bauamtsleiter Michael Oleck, der die geplante Zufahrt über die Bundesstraße 96 ausdrücklich begrüßte. Der entstehende, in diesem Fall weniger beeinträchtigende Straßenverkehr sei ein wesentlicher Faktor,stimmte auch Jutta Linder (SPD) zu. Die Stadtverordnete regte zudem dringend an, dass die im Erdgeschoss liegenden Wohnungen behindertengerecht zugänglich sein müssten, da der Bedarf danach ebenfalls wachse. Christian Wolff (CDU) erklärte, ein zweiter Einkaufsmarkt sei in Bergfelde „ein Qualitätssprung“ für die Ortsmitte. „Das ist für viele ältere Bergfelder eine ganz große Lebenserleichterung.“Die Art der Bebauung sei zudem wesentlich aufgelockerterals bei den Riegelbauten südlich des S-Bahnhofs, wo die Stadtverordneten an sich auch gerne Stadtvillen gesehen hätten, so Wolff. „Für das Ortszentrum passt das schon“, meinte auch Horst Tschaut (Freie Wähler). „Ich finde auch gut, dass es nicht nur reines Wohnen ist.“ Auch in diesem Punkt würde der bestehende B-Plan, der Wohngebiet vorsieht, geändert werden.

Auf Einwände von Oliver Jirka (Bündnis 90/Die Grünen), der B-Plan habe zuvor lediglich zwei Vollgeschosse plus ausgebautem Dach vorgesehen statt drei erläuterte Stadtentwicklungs-Fachdienstleiter Ronald Luchterhand, damals seien eben auch Reihenhäuser statt einzelner Häuser vorgesehen gewesen, wobei die Stadt für die Erschließung hätten sorgen müssen. „Und entwickelt hat sich an dieser Stelle 25 Jahre lang gar nichts“, so Luchterhand. Inzwischen hätten sich eben auch die Bedarfe geändert. Dennoch bleibe bei der jetzt geplanten Bebauung ein größerer Grünanteil erhalten.

Die Anwohnerin Rosemarie Friedrichs regte an, auch an einige Besucherstellplätze zu denken. Die seien auf der anderen Straßenseite an der Friedrichsaue nämlich knapp.

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