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Verstorben
Einer, der die Menschen zusammengebracht hat

Kürzlich verstorben: Prof. Martin Rupprecht
Kürzlich verstorben: Prof. Martin Rupprecht © Foto: Holger Rudolph
Sandra Jütte / 16.02.2018, 23:00 Uhr
Buchholz/Berlin (MOZ) Der international bekannte Bühnen- und Kostümbildner Prof. Martin Rupprecht ist nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstorben. Der Künstler hatte in den vergangenen Jahren mit seinem Lebensgefährten in Berlin und in der Buchholzer Atelierkirche in Großwoltersdorf gelebt und sich auch sehr für eine Belebung der Kunst- und Kulturszene im Norden Oberhavels eingesetzt.

Als aktives Mitglied im Kulturnetz Nord Brandenburg (Kuno) war er an zahlreichen Veranstaltungen der Initiative beteiligt gewesen. Unter anderem moderierte er den zweiten Kunstsalon in Gransee und erschuf mit Jugendlichen Figuren aus Müll. Zweimal öffnete er seine Türen in Buchholz auch für das Kunstsymposium im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, bei dem internationale Künstler an Werken zu einem bestimmten Thema zusammenarbeiten. Zudem war Rupprecht maßgeblich am Aufbau des Künstlerhofes Roofensee in Menz beteiligt. "Er hat mir auf die Beine geholfen und mich sehr unterstützt", sagt Inhaberin Sabine Dietrich. Der Hof sei mit "sein Baby" gewesen, betont sie. Durch seine jahrelange Arbeit an internationalen Bühnen konnte Martin Rupprecht Kontakte zu vielen anderen Künstler knüpfen und diese in die Region holen. Dabei habe er andere seinen Erfolg aber nie spüren lassen, sondern sei sehr bescheiden, herzlich und stets humorvoll gewesen, berichtet Gudrun Lomas, Vorsitzende von Kuno.

Im Juli 1937 geboren, wuchs der Künstler in Bernau auf und studierte nach dem Abitur Bühnen- und Kostümbild an der Akademie für Werkkunst und Mode in Berlin. Inspirationen holte er sich als Assistent der bekannten deutsch-russischen Bühnenbildnerin Ita Maximowna, bis Regisseur Winfried Bauernfeind ihn für mehrere Inszenierungen an die Deutsche Oper in Berlin holte. Später entwarf er seine fantasievollen Kulissen auf Bühnen von Dresden über Paris, Moskau, Tokio bis Los Angeles. Von 1972 bis 2004 war Martin Rupprecht zudem als Professor an der Universität der Künste in Berlin tätig. Dort gilt er als Gründer des Studienganges Kostümbild.

In den vergangenen Jahren widmete sich der Buchholzer auch verstärkt bildenden Künsten wie dem Zeichnen, Malen und dem Fertigen von Collagen. Noch im vergangenen Herbst stellte er einige seiner Werke im Tucholsky-Museum in Rheinsberg aus. Leiter Dr. Peter Böthig erinnert sich gerne an den lebenslustigen Künstler, der "die Fähigkeit hatte, Menschen zusammenzubringen". Mit ihm zu arbeiten, sei ein Ansporn gewesen, sagt auch Gudrun Lomas. "Er wird fehlen." Rupprecht starb am 11. Februar, am 27. wird er in Berlin beigesetzt.

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