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Lehnitzstraße: Zigarrenhaus geht, Angelladen und Fotostudio kommen

Zeigt seinen größten Fang: Angler und Angelverkäufer Stefan Ehnert mit einem 47 Pfund schweren Karpfen, den er vor drei Jahren fing. Am 7. April eröffnet er sein Geschäft an der Lehnitzstraße.
Zeigt seinen größten Fang: Angler und Angelverkäufer Stefan Ehnert mit einem 47 Pfund schweren Karpfen, den er vor drei Jahren fing. Am 7. April eröffnet er sein Geschäft an der Lehnitzstraße. © Foto: MOZ/Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 12.03.2018, 12:12 Uhr - Aktualisiert 15.04.2018, 13:50
Oranienburg (MOZ) Die Lehnitzstraße hat sich in den vergangenen Jahren schon oft gewandelt. Graue Fassaden wichen bunten Anstrichen, alte Geschäfte schlossen, neue machten auf. Jetzt gibt es gleich drei Veränderungen auf einmal.

Das traditionsreiche Tabakhaus Merz schließt am 28. April für immer. Ein paar Meter weiter macht am 7. April ein neuer Angelladen auf. Und am 17. März eröffnen Stefanie Flett und Andreas Herz ein neues Fotostudio.

Schon vor einigen Tagen stellte sich der neue Nachbar vor und verteilte süße Cupcakes. Andreas Herz  und Stefanie Flett, beide Autodidakten, wagen den Sprung in die gemeinsame Selbstständigkeit. „Wir machen das, worauf wir Lust haben“, sagt Stefanie Flett. Mit der Eröffnung ihres Studios „Photostyle“ beenden die beiden in der Lehnitzstraße 18, neben der Gaststätte „Zum Barnim“, einen seit Jahren bestehenden Leerstand. Ein klassisches Fotostudio mit Laufkundschaft soll es aber nicht werden. „Passfotos bieten wir nicht an“, sagt Stefanie Flett. Präsenszeiten soll es nur dienstags und donnerstags geben. Ansonsten finden Fotoshootings nach Terminvereinbarung statt. „Wir wollen uns Zeit nehmen für unsere Kunden“, sagt Stefanie Flett. Auf Wunsch sorgt Visagistin Anne Bernardo für das passende Styling. Möglich seien auch Body-Painting und Motto-Shootings.

Zusammen mit Andreas Herz, vielen Hobbyfotografen bereits von seinen früheren Fotostammtischen bekannt, will Stefanie Flett außerdem Fotoworkshops anbieten und ihre fotografischen Kenntnisse weitergeben. „Wissen hat nur einen Mehrwert, wenn man es teilt“, sagt Andreas Herz, der auch Natur- und Architekturfotografie anbietet. Jeder Fotograf habe seinen eigenen Stil. Deshalb sehen der 30-jährige Herz uns seine 34-jährige Kollegin noch ausreichend Platz für ihre Geschäftsidee.  Zur Eröffnung am 17. März können sich Besucher fotografieren lassen und dafür zahlen, so viel sie wollen. Die Einnahmen gehen an das Oberhavel-Hospiz und das Netzwerk Gesunde Kinder.

Auch zur Eröffnung des Angelhauses Oranienburg in der Lehnitzstraße 11 am 7. April gibt es ein besonderes Angebot. Vor der Tür neben dem Zoohaus Strate wird dann frisch gefangener Fisch geräuchert. Stefan Ehnert, der schon einen Angelladen in Berlin betrieb, sieht den Bedarf für einen weiteren Shop in der Kreistadt. 5 500 Mitglieder hätten die Oberhaveler Angelvereine. Die Zahl der Angler wachse stetig. Stefan Ehnert, der seit seinem vierten Lebensjahr fischt, bietet alles an, was zum Naturerlebnis benötigt wird: Routen, Haken, Futter, Zelte und so weiter – schon seit einigen Tagen ist er dabei, die Regale des Ladens zu füllen, in dem sich früher DIT-Schuhaus und im vergangenen Jahr das Wahlquartier der CDU-Bürgermeisterkandidatin Kerstin Kausche befand. Und dass Fischen viel mehr ist, als einen Haken oder Käscher ins Wasser zu halten, will Ehnert auf Workshops vermitteln. Auch gemeinsame Touren gehören zum Angebot. Seine Lieblingsplätze verrät der 29-Jährige dabei natürlich nicht. Vor drei Jahren holte er einen 47 Pfund schweren Karpfen aus dem Wasser. Wo das war, bleibt das Geheimnis von Stefan Ehnert. „Es hat 21 Jahre gedauert, bis ich meinen ersten richtig großen Fisch gefangen hatte“, sagt Stefan Ehnert, der auch Urlaube in anderen Ländern mit dem Fischen verbindet und jeden Abend am Lehnitzsee, an der Havel oder am Oder-Spree-Kanal zu sehen ist. „Fischen steht bei mir an erster Stelle. Das habe ich auch meiner Frau gesagt, als wir uns kennenlernten“, sagt der verheiratete Familienvater. Inzwischen sei auch das Interesse bei seiner Frau geweckt.

Um die Familie geht es seit mehr als sieben Jahrzehnten auch im Zigarenhaus Merz. Rosemarie Merz steht seit 35 Jahren im Laden, den ihr Großvater einst in der Stralsunder Straße eröffnete, später kam das Geschäft in dem schmalen Gründerzeithaus in der Lehnitzstraße hinzu. Der Laden in der Stralsunder Straße schloss 2002. Mit 56 Jahren wolle sie etwas kürzer treten, sagt die Inhaberin. Aber natürlich habe sich in den vergangenen Jahren auch einiges geändert. Zeitungen und Zeitschriften werden schon seit einer Weile nicht mehr angeboten. Der Umsatz mit Zigaretten und Tabak ist rückläufig, seit immer weniger Menschen rauchen. „Ist ja auch gesünder“, sagt Rosemarie Merz, die selber dem Tabak frönte. „Außerdem ist Rauchen teuer. Und es stinkt. Ich hab nur mal Zigarren ausprobiert. Das fand ich interessant.“ Selbst die Lottoannahmestelle sorgt nicht mehr für große Umsätze. „Früher standen die Leute Schlange, wenn es einen großen Jackpot gab“, sagt Rosemarie Merz. Das Internet macht das Tippen längst auch online möglich.

Sie werde künftig im Haushaltswarengeschäft ihres Mannes mithelfen. Was aus dem Tabakhaus wird, stehe noch nicht fest. Es habe aber schon Anfragen gegeben, sagt Rosemarie Merz. Sie freue sich darauf, etwas mehr Zeit für sich und die Familie zu haben.

Und noch eine Eröffnung gibt es in Kürze in der Innenstadt. Im früheren Modeladen in der Stralsunder Straße, Ecke Schulstraße werden unter dem Namen Foodpoint ab Montag Döner und andere Schnellgerichte verkauft. Damit verschwindet ein weiterer Leerstand. Derzeit sind in der Innenstadt nach Angaben des IHK-Regionalcenters etwa ein Viertel aller Läden unvermietet. Das liege zum Teil auch an zu hohen Mieten, ist Rosemarie Merz überzeugt.

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