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Historisches
An der Tafel vonKönig Friedrich I.

So viele Löffel, Messer und Gabeln! Kastellanin Berit Gloede hilft einer jungen Besucherin des Schlossmuseums mit der richtigen Reihenfolge bei der Besteckwahl. Im Orangesaal ist jetzt die Tafel mit barocker Tischkultur zu sehen.
So viele Löffel, Messer und Gabeln! Kastellanin Berit Gloede hilft einer jungen Besucherin des Schlossmuseums mit der richtigen Reihenfolge bei der Besteckwahl. Im Orangesaal ist jetzt die Tafel mit barocker Tischkultur zu sehen. © Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
Klaus D. Grote / 13.03.2018, 07:04 Uhr - Aktualisiert 15.04.2018, 14:10
Oranienburg (MOZ) Alles aus Silber: Im Schlossmuseum wurde eine königliche Tafel mit Tellern, Bestecken, Kerzenleuchtern und Dekoration festlich gedeckt. Anlass ist das europäische Kulturerbejahr 2018. Die Stiftung erinnert unter dem Motto „Zu Tisch!“ an Esskultur und kulinarische Traditionen an den europäischen Höfen. Im Oranienburger Barockschloss geht es dabei zu wie an der barocken Festtafel von König Friedrich I. Dieser hatte das barocke Schloss im Andenken an seine Mutter, der Kurfürstin Louise Henriette, zum Ende des 17. Jahrhunderts erweitern und prachtvoll ausstatten lassen. Danach galt das Schloss eine Zeitlang als das schönste unter allen preußischen Residenzen.

Zur Ausstattung des Schlosses gehörte auch die Silberkammer. 500 Objekte aus Silber sowie kostbare Gläser hob Friedrich I. einst als seinen Schatz darin auf. Der Tresorraum war stets fest verschlossen. Die darin aufbewahrten Gegenstände wurden nur in den Gemächern verteilt, wenn der König vor Ort war. In der Kammer befanden sich neben Tafelgeräten auch Repräsentationsstücke und Wertanlagen. Die 2006 wiedereröffnete Silberkammer ist die einzige erhaltene Schatzkammer an historischer Stelle in den preußischen Residenzen, erklärt Kastellanin Berit Gloede.

Die nun aufgebaute Tafel mit Erklärungen zur Entwicklung der Tischkultur, zur Entstehung von Begriffen wie Besteck und zur richtigen Nutzung von Gabeln  steht im Orangesaal, dem einstigen Speiseaal des Schlosses. Das silberne Tafelbesteck war damals dem Adel vorbehalten. Dabei kommen Einzelstücke aus der Silberkammer zum Vorschein. Zu bestaunen ist neben vielerlei Gabeln, Messern, Löffeln und Teller auch der Bombenträger, dessen Bombe zur Überraschung der Gäste süßes Konfekt verbarg. Außerdem erfahren Besucher etwas über die damals aufkommenden exotischen Gewürze, Schokolade und Zitrusfrüchte und woher der Orangesaal seinen Namen bekam.

Das Schlossmuseums ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, ab April bis 17.30 Uhr.

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