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Denkmalschutzbehörde soll bei der Beantragung von Fördermitteln helfen

Denkmalschutz
Spritzenhaus verfällt weiter

Vor-Ort-Termin am Glambecker Spritzenhaus. Bereits vor drei Jahren trafen sich Vertreter des Denkmalschutzes mit Glambeckern, um über die Zukunft des Denkmal zu beraten.
Vor-Ort-Termin am Glambecker Spritzenhaus. Bereits vor drei Jahren trafen sich Vertreter des Denkmalschutzes mit Glambeckern, um über die Zukunft des Denkmal zu beraten. © Foto: MOZ/Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 13.03.2018, 15:28 Uhr
Glambeck (MOZ) "Trotz seiner geringen Größe bildet das Spritzenhaus aufgrund seiner zentralen Lage und markanten Bauform einen wichtigen Blickpunkt im Ortskern und wirkt prägend für das Ortsbild. Es trägt wesentlich zum historisch gewachsenen Erscheinungsbild des Dorfes Glambeck bei." So heißt es in der Begründung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, weshalb das kleine und windschiefe und mittlerweile auch zunehmend verfallene Gebäude vor der Glambecker Kirche in die Denkmalliste des Landes aufgenommen wurde.

Davon wussten weder die Mitglieder Glambecker Ortsbeirates noch die Kirchengemeinde, als vor mittlerweile gut drei Jahren die Idee aufkam, das Gebäude in Eigeninitiative herzurichten. Die Idee der Glambecker war einfach: Du bist doch Maurer, du Tischler, die anderen könnt ihr anleiten, dann können wir das alte Gemäuer wieder instand setzen und nutzen. Die Gemeinde sollte um einen Zuschuss für Baumaterial gebeten und außerdem Spenden eingeworben werden. Ziel war es, das Gebäude zu retten und vor allem für die Gemeinschaft nutzbar zu machen - vielleicht, um dort Sachen einzulagern, den Schautafeln vor der Kirche endlich ein festes Obdach zu geben oder Wanderern oder Radlern einen Rastplatz anzubieten.

Doch hatten die engagierten Frauen und Männer eben nicht mit den bürokratischen Hürden gerechnet, die ihnen die Unterschutzstellung durch den Denkmalschutz bescherte.

Noch schlimmer ist, dass in den zurückliegenden drei Jahren an dem Gebäude nichts gemacht wurde, außer davor ein Absperrband anzubringen und Sperrgitter aufzustellen, damit niemand zu Schaden kommt, wenn er sich der Ruine nähert.

Die Vertreter des Denkmalschutzes hatten bei einem ersten Vor-Ort-Termin sogar Fördermittel in Aussicht gestellt, doch halfen sie den Glambecker Akteuren nicht bei der Beantragung der Mittel. Insofern haben sich die Glambecker mit ihren Visionen, wie das Gebäude später genutzt werden könnte, selbst ins Aus manövriert, wenn auch unabsichtlich. Denn eine Umnutzung ist immer mit einem Bauantrag und der wiederum mit dem Vermessen der Grundstücksgrenzen verbunden. Das kostet nicht nur Zeit, sondern vor allem auch Geld. Das haben weder der Ortsbeirat noch die Kirchengemeinde - oder sie sind nicht bereit, dafür das Geld auszugeben.

Das Ergebnis ist eine mehr als verfahrene Situation, die allerdings dem Gebäude nicht nutzt, sonderen es mehr und mehr dem Verfall preisgibt.

Nun hofft der Ortsbeirat erneut auf Gespräche und vor allem hilfreiche Tipps vom Kreis, wie das Spritzenhaus gerettet werden kann. Es später einmal für die Allgemeinheit zu nutzen, davon haben sich die Kommunalpolitiker längst verabschiedet, wie im Verlauf der jüngsten Beiratssitzung zu hören war. "Dann soll es eben so sein, dass nach der möglichen Sanierung die Türen geschlossen bleiben", wurde resignierend festgestellt. Im Gegenzug hoffen die Glambecker aber darauf, dass der Denkmalschutz ihnen bei der Beantragung der Fördermittel hilft. Für den Landkreis hatte Pressesprecherin Constanze Gatzke auf Nachfrage bestätigt, dass die Behörde mit den beteiligen Akteuren das Gespräch suchen will.

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