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Mobilität
Debatte über Mitfahrbank für Senioren

Fürstenberg hat sie schon: Seit vorigem Jahr steht am Bahnhof eine Mitfahrerbank.
Fürstenberg hat sie schon: Seit vorigem Jahr steht am Bahnhof eine Mitfahrerbank. © Foto: MOZ/Marco Winkler
Marco Winkler / 26.03.2018, 12:35 Uhr
Kremmen (MOZ) Um die Mobilität älterer Menschen auf dem Land zu fördern, wollen SPD und Grüne in den Kremmener Ortsteilen Mitfahrbanken platzieren. Ob und wann sie kommen, ist aber noch ungewiss.

Verbunden wird das System meist mit jungen Menschen. Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, aber keinen fahrenden Untersatz besitzt, streckt am Straßenrand den Daumen raus und wartet, bis ein Autofahrer anhält und ihn mit nimmt. Eine weitere Variante, die sich vor allem an ältere Menschen richtet, ist die Mitfahrbank. Hier muss der Daumen nicht ausgestreckt, es kann sich mehr oder weniger gemütlich hingesetzt werden. Denn die Bank weist jeden explizit durch eine Beschilderung darauf hin, dass hier eine Person befördert werden möchte. Am Fürstenberger Bahnhof gibt es so eine Bank seit vergangenen Mai – sogar mit Fahrplan und einer empfohlenen Unkostenpauschale.

Die Fraktion SPD/Grüne machte in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung den Vorschlag, die Umsetzung eines solchen Konzeptes für Kremmen zu prüfen. Der SPD-Vorsitzende Andreas Kretzschmar begründete die Idee mit einer Beobachtung: „Immer mehr Menschen, vor allem ältere auf den Dörfern, haben keinen Pkw.“ Deshalb sei eine Mitfahrbank in jedem Ortsteil zur Mobilitätssteigerung sinnvoll.

Sommerfelds Ortsvorsteher Jürgen Kurth (UWG/LGU) zeigte sich sehr verwundert. Das Thema kam vor einiger Zeit schon in seinem Ortsbeirat auf. Er stellte die Idee daraufhin den Stadtverordneten vor: „Das Interesse hielt sich in Grenzen, es wurde kein Bedarf gesehen.“

Frank Bommert (CDU) hält die Idee der Fraktion für „etwas blauäugig“. Wo solle so eine Bank stehen, wie lange sollen Menschen dort sitzen und warten? Zumal die einreichende Fraktion von Fahrgemeinschaften spricht. Bommert denkt eher, dass sich Senioren gut ohne Bank untereinander vernetzen können. Fraktionskollege Helmut Glanzer sieht ebenfalls keinen Bedarf in Kremmen. Reiner Tietz (Linke) wies darauf hin, dass so ein Konzept „in vielen Teilen Deutschlands gang und gäbe“ sei. Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) und Gerhard Mittelstädt (SPD/Grüne) würden dem Modell eine Chance geben. Mit Malte Voigts (CDU) fand sich sogar jemand, der die erste Bank für Kremmen sponsern würde.

Das Projekt, das nicht als Konkurrenz zum ÖPNV angesehen werden soll, wurde in Kremmen erst einmal nur beraten. Busse bat darum, den Antrag zur Prüfung noch einmal zu konkretisieren. Die jeweiligen Ortsbeiräte könnten dann Standorte für Bänke einbringen.

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